Austausch über soziale Medien
Joel Bowman in Traders Daily
vom 18. Mai 2009, 12:00 Uhr
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Die Technologie trieft förmlich von den Seiten der Kinder-Comicbücher meiner Kindheit, direkt auf die Titelseiten der Finanzmagazine der Welt.
Für diejenigen, die nicht eingeweiht sind (wenn es solche Menschen überhaupt noch gibt), Facebook ist eines von vielen Hilfsmitteln zur Bildung sozialer Netzwerke (social networking), die die Art und Weise verändern, wie die Menschen miteinander kommunizieren.
Es passiert in diesem Moment, und auch, während ich diesen Newsletter für Sie schreibe, und es sind große Nachrichten für Anleger, Marktteilnehmer, Unternehmer und ein Kader von pickligen Teenagern, die diese Schöne Neue Welt gerade erfinden.
Solche „User Content Driven Sites" sind natürlich nichts Neues, genauso wenig wie die anscheinend ungewöhnlich guten Zahltage für ihre Erfinder. Vor drei Jahren hat der Medienmogul Rupert Murdoch für ziemlich viel Aufregung gesorgt, als er Intermix Media für eine halbe Billion Dollar aufgekauft hat. Das Unternehmen besitzt Myspace (eine andere Social Networking Site).
„Um etwas Vergleichbares zu finden", so sagte Mr. Murdoch damals über seinen Kauf, „müsste man 500 Jahre zurückgehen, bis zur Druckerpresse, den Geburtsort der Medien. Die Druckerpresse ist zufälligerweise auch das, was die Welt der Könige und der Aristokratie zum Einsturz gebracht hat. Die Technologie bewegt die Macht von den Herausgebern, den Verlegern und der Medienelite weg. Jetzt sind es die Leute, die die Kontrolle darüber übernehmen."
Und das tun sie tatsächlich. Seit Murdochs NewCorp vor drei Jahren MySpace gekauft hat, hat es eine Flut von Geschäftsabschlüssen im Bereich des gut profilierten Internets gegeben. Die jüngste Nachricht war, dass Evan Williams, Geschäftsführer des „microblogging"-Dienstes Twitter, zuletzt einen Vertrag über 500 Millionen Dollar von Facebook abgelehnt hat.
Aber ja doch, da ist wirklich eine ganze Menge echtes Geld am virtuellen Marktplatz unterwegs.
Den eigenen Zahlen zufolge, hat Facebook aktuell mehr als 200 Millionen Nutzer, mehr als die Hälfte dieser Nutzer meldet sich mindestens einmal am Tag im Netzwerk an. Diese gewaltige Masse von Individuen sortiert sich selbst in Interessensgruppen ein und tauscht jede Woche mehr als eine Milliarde inhaltlicher Beiträge (web-Links, Nachrichten, Beiträge in Blogs, Notizen Photos) aus.
Wenn Sie sich auch von diesen Zahlen noch nicht beeindrucken lassen, oder wenn diese neumodische Technologie auf Sie ein bisschen zu „jung und hip" wirkt, dann sollten sie auch folgende Punkte bedenken:
1. Mehr als zwei Drittel der Nutzer von Facebook sind nicht im College.
2. Die am schnellsten wachsende Gruppe machen diejenigen aus, die 35 Jahre und älter sind.
3. Der Technologiesektor ist einer von nur drei Vertretern auf dem S&P500, der in diesem Jahr tatsächlich gestiegen ist. (Verbrauchsgüter und Rohstoffe sind die anderen beiden)
Wir leben wirklich in einer seltsamen Zeit. Aber vertun Sie sich nicht: eine neue Ära der Investitionen kommt.
Stellen Sie sich vor, jemand hätte ihnen vor ca. 5 Jahren erzählt, dass das Investmentbanking-Modell der Wall Street noch vor Ende des Jahrzehnts verschwunden sein würde, dass der größte Eigentümer von amerikanischen Hypotheken zu einem bloßen Penny-Stock wurde.
Dass GM, Ford und Chrysler am Rande des Konkurs stehen würden... und dass ein Typ, der in Jogginghosen als Geschäftsführer irgendeines „Microblogging Dienstes" zur Arbeit geht, eine halbe Milliarde Dollar von einem anderen Unternehmen ausschlagen kann, welches ein „Virtual Online Social Networking Tool" anbietet.
Häh? Was soll denn das sein?
Sie hätten vielleicht so reagiert wie Ihre Vorfahren, als ihnen der Narr des Ortes sagte, dass eines Tages interkontinentale Frachtflüge weit verbreitet sein würden... und dass jeder sein Pferd und seine Kutsche gegen ein Automobil eintauschen würde... und dass wir in der Zukunft in der Lage sein würde, miteinander über ein kleines Gerät namens „Handy" kommunizieren würden, das eine integrierte „Digitalkamera" und „Internetoptionen" hat.
Es ist noch nicht lange her, dass diese Konzepte unvorstellbar wirkten... aber diese Dinge halten wir heute alle für gegeben.