Ausblick: Wetter unterstützt Maispreise
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 22. Juli 2011, 20:30 Uhr
ENL5454
Rohstoffe Wochenrückblick: Agrarrohstoffe und Ausblick
Soft Commodities
Nachdem Mais, mit Unterstützung dank eines schwächeren US-Dollar und widrigen Wetters in den Anbaugebieten der USA und der EU, zu Beginn der Woche zunächst deutliche Unterstützung erhielt (der September-Kontrakt notierte am Dienstag bei 7,23 USD auf dem höchsten Stand seit dem 15. Juni) musste der Preis zum Ende der Woche wieder abgeben. Der September-Kontrakt fiel auf 6,70 USD pro Scheffel im Tief am Donnerstag. Offensichtlich zogen sich die Händler ein wenig zurück, um ein günstigeres Preislevel abzuwarten.
Allerdings bietet der schwächere US-Dollar nach wie vor Vorteile für die US-Mais-Exporteure. Zudem bleibt die Wetterlage streng. In den USA, wo sich aufgrund von Regenfällen die Aussaat bereits verzögert hatte (was wiederum, aufgrund der zu erwartenden späteren Ernte, die Gefahr späterer Frostschäden erhöht) setzt derzeit die Hitze den Maispflanzen zu, weshalb das USDA bereits eine Abstufung des Zustands der Maispflanzen vorgenommen hatte. In Europa dagegen sind es nun die heftigen Regenfälle, welche den Pflanzen zusetzen.
Aktuell notiert Mais zur Lieferung im September bei 6,89 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
Der Umstand, dass die IEA vorerst kein weiteres Angebot zur Verfügung stellt unterstützt die Ölpreise momentan ebenso, wie die Frage, ob Saudi Arabien alleine die steigende Nachfrage auch aus Japan wird decken können. Insbesondere nachdem Saudi Arabien nun als potenzieller Verkäufer für Indien in Frage kommt, nachdem der Iran seine Ölliferungen nach Indien gestoppt hat. Der Iran liefert rund 400.000 Barrel pro Tag nach Indien. Generell aber bewegen sich die Ölpreise aktuell natürlich auch weiterhin vornehmlich entlang der Stimmung. Diese ist nach dem Gipfel-Ergebnis in Europa zwar vorerst positiv (obgleich damit die eigentlichen Probleme noch lange nicht beseitigt sind), doch die US-Problematik bleibt weiter ungeklärt. Kurzfristig könnten die Preise zunächst noch weitere Unterstützung erfahren, dann bleibt die Stimmungslage abzuwarten.
Die Schuldenproblematik in den USA ist nach wie vor ungelöst, was den Edelmetallpreisen ebenso zu gute kommen sollte, wie mittelfristig der Umstand, dass auch in Europa (trotz der verstärkten finanziellen Absicherung seitens der Gesamtheit der Eurozonenbürger) das grundlegende Problem nach wie vor ungelöst ist.
Die ICSG berichtete gestern von einem Kupferangebotsdefizit in Höhe von 69.000 Tonnen in den ersten 4 Monaten dieses Jahres. Allerdings beginnt die chinesische Nachfrage wieder anzuziehen, nachdem im 1.Halbjahr wohl vornehmlich Lagerbestände abgebaut worden sind. Auch die Bestände in Shanghai sind seit März bereits um 37% gefallen. Kupfer dürfte weiterhin gut unterstützt bleiben.
Mais dürfte, insbesondere vom aktuellen Preislevel aus betrachtet, gute Unterstützung finden.
So long liebe Leser....damit verabschiede ich mich für heute und wünsche Ihnen noch ein schönes, hoffentlich nicht zu kaltes und regnerisches Wochenende...liebe Grüße und bis nächsten Montag...
Ihre Miriam Kraus
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