Ausblick: Rohöl – hohe Lagerbestände lassen den Preisdruck bestehen
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohöl als Geldanlage
vom 17. Mai 2010, 20:00 Uhr
ENL5454
Rohstoffe Wochenrückblick: Agrarrohstoffe und Ausblick
Soft Commodities
Auch die Getreidepreise gaben zum Ende der Woche schließlich unter dem Druck von Seiten der Ölpreise, der Unsicherheit und der EUR/USD-Entwicklung nach.
Hinzu kommen die aktuellen USDA-Schätzungen, die sowohl für Mais, Sojabohnen, als auch Weizen eine Aufwärtsrevision beinhalten und damit die Preise noch zusätzlich unter Druck setzten. So erwartet das US-Landwirtschaftsministerium für 2010/11 Weizen-Endbestände in Höhe von 997 Millionen Scheffel, gegenüber 950 Millionen Scheffel in 2009/10. Für die Sojabohnen-Endbestände prognostiziert das USDA für 2010/11 365 Millionen Scheffel (bei einer stocks to use ratio von 12%), gegenüber 190 Millionen Scheffel in 2009/10. Für Mais prognostiziert das USDA Endbestände in Höhe von 1,818 Milliarden Scheffel für 2010/11, nach Endbeständen in Höhe von 1,74 Milliarden Scheffel für 2009/10.
Sojabohnen zur Lieferung im Juli konnten sich aufgrund der relativ stabilen Exportnachfrage in dieser Woche recht gut halten und notieren aktuell bei 9,53 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT, nach einem Hoch bei 9,76 US-Dollar am Mittwoch.
Mais erhielt vor allem zur Mitte der Woche deutliche Unterstützung, aufgrund der aktuell hohen Nachfrage aus China. So hat Chinas Cofco in dieser Woche rund 369.000 Tonnen US-Mais gekauft. Mais zur Lieferung im Juli notiert aktuell bei 3,63 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT, nach einem Hoch bei 3,84 US-Dollar am Mittwoch.
Weizen musste in dieser Woche, entlang der übrigen Grains und insbesondere aufgrund der USDA-Prognose, die von einer stocks to use ratio in Höhe von 47%, sowohl für 2009/10, als auch 2010/11 ausgeht, ebenfalls abgeben und notiert aktuell bei 4,73 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
Angesichts der vorherrschenden Stimmung und weltweit hoher Lagerbestände, dürfte der Druck auf die Ölpreise vorerst bestehen bleiben. Die Range zwischen 70 und 80 US-Dollar könnte vorerst Bestand haben.
Das Stimmungsumfeld für die Edelmetallpreise bleibt vorerst deutlich unterstützend. Angesichts der wachsenden Unsicherheit und der steigenden Nachfrage nach sicheren Gütern, gehe ich weiterhin von steigenden Goldpreisen aus.
Die Industriemetallpreise dürften generell eher noch weiter dem Konsolidierungsdruck unterliegen.
Die Getreidepreise dürften vorerst zumindest nach unten relativ gut abgesichert bleiben, aufgrund der aktuell relativ stabilen, aber eben auch preissensitiven Nachfrage aus China.
So long liebe Leser...das wars wieder für diese Woche von meiner Seite...ich wünsche Ihnen ein erholsames und frühlingshaftes Wochenende und freue mich, wenn wir uns am kommenden Montag in alter Frische wiederlesen...liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus