Ausblick: Ölpreis vorerst in Range
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohöl als Geldanlage
vom 6. November 2009, 20:00 Uhr
ENL5454
Soft Commodities
Die Grains haben im Wochenvergleich leicht abgegeben, trotz zwischenzeitlicher Unterstützung zur Wochenmitte hin in Korrelation zu Konjunkturfreude, steigenden Aktienmärkten und USD-Schwäche.
Am Mittwoch notierten Sojabohnen im Nearby-Future bei 10,20 US-Dollar pro Scheffel, gaben an den zwei Folgetagen allerdings wieder deutlich ab. Ähnlich Mais, der im Nearby am Mittwoch zwischenzeitlich bei 3,96 US-Dollar pro Scheffel notierte.
Grund für die Preiskorrektur seit Mittwoch ist die Aussicht auf eine verbesserte Wetterlage in den US-Anbaugebieten. Bislang hatten Regenfälle und niedrige Temperaturen die Ernte erschwert. Bis zum 1.November sind bislang nur rund 51% der US-Sojabohnen- und nur 25% der Maisernte eingefahren worden. Damit entspricht der aktuelle Erntefortschritt dem langsamsten Level seit 1986.
Doch nun prognostiziert World Weather Inc. für die nächsten 6 Tage wärmeres, trockeneres Wetter im Mittleren Westen der USA - genug damit das schlammige Erdreich trocknen und die Feldarbeit wieder aufgenommen werden kann.
Sojabohnen zur Lieferung im Januar notieren aktuell bei 9,59 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT. Mais zur Lieferung im Dezember notiert aktuell bei 3,66 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
Nach wie vor gibt es keine Hinweise für ein deutliches Verbrauchswachstum oder ein Nachfragewachstum nach Öl und Ölprodukten, insbesondere in den USA. Laut Energy Information Administration lag die Nachfrage nach Ölprodukten in den letzten 4 Wochen um 4,5% niedriger als im Vorjahr. Auch die Internationale Energieagentur wird offenbar in der kommenden Woche ihre langfristige Prognose für die Ölnachfrage erneut nach unten korrigieren. Erst in diesem Jahr hatte die IEA ihre Prognose für die weltweite Nachfrage bis zum Jahr 2013 bereits um 6,5% nach unten revidiert. Grundsätzlich sollten diese fundamentalen Faktoren einem weiteren Ölpreisanstieg vorerst entgegen stehen. Dennoch - die Märkte sind aktuell vor allem stimmungsgetrieben, so dass immer wieder auch mit Überraschungen zu rechnen ist. Vorerst sollte sich der Preis allerdings in einer Range zwischen 75 und 80 USD stabilisieren.
So lange die Daten vom US-Arbeitsmarkt weiterhin so schwach ausfallen, dürfte es die FED schwer haben ihre Nullzinspolitik aufzugeben. Dies wiederum ist nach wie vor ein Argument, welches für eine längerfristige US-Dollar-Schwäche spricht (von einer mittelfristig möglichen Aufwärtsbewegung abgesehen) und damit auch den Goldpreis längerfristig unterstützt. Ebenfalls dürften weitere Zentralbankskäufe (Indien gab in dieser Woche den Kauf von 200 Tonnen Gold vom IWF bekannt) dem Goldpreis Unterstützung bieten.
Selbst wenn China mit seinem Stimulierungsprogramm und steigenden Infrastrukturausgaben auch im kommenden Jahr die Nachfrage nach Industriemetallen im Allgemeinen und Kupfer im Besonderen wieder unterstützen wird, muss man sich doch die Frage nach der Verbrauchsentwicklung in den übrigen Ländern, insbesondere in den westlichen Industrienationen, stellen. Sollte es hier nicht zu einem deutlichen Wachstum kommen, dann dürfte auch das aktuelle, von positiver Stimmung und hoher vorhandener Liquidität getriebene Preislevel nicht zu halten sein.
So lange die Erntephase nicht abgeschlossen ist bleiben die Grains deutlich schwankungsanfällig. Doch grundsätzlich dürften während der aktuellen Phase die Jahrestiefs erreicht werden und hernach, im Angesicht weltweit knapper Lagerbestände, die Preise neuen Aufwind erfahren. Zudem bleiben die Ernteergebnisse abzuwarten.
So long liebe Leser....das war es wieder einmal für diese Woche von meiner Seite aus....ich wünsche Ihnen ein ruhiges und erholsames Wochenende und freue mich auf nächsten Montag, wenn wir uns wiederlesen....
Ihre Miriam Kraus
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