Ausblick: Öl, Gold, Silber, Kupfer
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Kupfer als Geldanlage
vom 6. Mai 2011, 20:30 Uhr
ENL5454
Rohstoffe Wochenrückblick: Agrarrohstoffe und Ausblick
Soft Commodities
Und auch vor den Agrarrohstoffmärkten machen die heißen Stimmungsschwankungen nicht Halt. Mais zur Lieferung im Juli fiel in dieser Woche vom Hoch am Montag bei 7,61 US-Dollar pro Scheffel, mit deutlicher Beschleunigung am Donnerstag nach der EZB-Sitzung und dem anschließenden starken Rückgang im EUR/USD bis auf 6,80 US-Dollar im Tief am Freitag.
Dabei erweisen sich die fundamentalen Ausgangsbedingungen nach wie vor nicht als rosig. Das USDA geht nach wie vor für 2010/11 von deutlich sinkenden Endbeständen in Höhe von 675 Millionen Scheffel aus, was zu einer extrem niedrigen stocks to use ratio von nur 5% führt - die niedrigste innerhalb der der vergangenen 15 Jahre. Weltweit geht das USDA von einem Rückgang der Endbestände von 122 Millionen Tonnen im Vorjahr auf 146 Millionen Tonnen aus.
Aktuell notiert Mais zur Lieferung im Juli bei 6,86 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
Zwar unterstützen die hohen Lagerbestände (die EIA gab für die vergangenen Woche einen Anstieg der Rohöllagerbestände um 3,4 Millionen Barrel bekannt, allerdings sind die Benzinbestände um 1 Million Barrel gesunken) und generell die fundamentale Ausgangslage mit einer zu erwartenden eher schwächer als ursprünglich prognostizierten Nachfrageentwicklung einen Preisrückgang, doch dieser fällt deutlich heftig aus, was zwar ein Anzeichen dafür ist, dass ein Gutteil des zuvor hohen Preisniveaus auf Kosten des spekulativen Faktors bzw. der Risikoprämie geht, doch die Risiken, welche zuvor eingepreist worden waren (Naher Osten) haben sich nicht in Luft aufgelöst. Vorerst dürften die Märkte zunächst einmal noch mit einer höheren Volatilität entlang der EUR/USD-Entwicklung rechnen, doch die Marke um 100 US-Dollar pro Barrel für Brent und analog 95 US-Dollar pro Barrel für WTI dürfte zunächst als Unterstützung halten.
Der Goldpreis, der sich tapfer gegen die extreme Bewegung im EUR/USD zu stemmen vermag, dürfte auf dem aktuellen Niveau und hinsichtlich der vielen aktuellen Unsicherheitsfaktoren, welche die Nachfrage nach dem Safe Haven unterstützen, eine gute Unterstützung finden. Auch der Silberpreis könnte zunächst einmal um die Marke bei 34 US-Dollar eine erste Unterstützung finden.
Der Kupferpreis hat mittlerweile ein überaus günstiges Niveau erreicht, von dem, ausgehend von der fundamentalen Ausgangslage, eigentlich langsam eine Trendwende einsetzen müsste. Allerdings sind die Stimmungsschwankungen an den Märkten derzeit generell sehr hoch, was den Preis möglicherweise durchaus noch eine Weile in Atem halten könnte.
Obgleich auch die Maispreise natürlich volatil bleiben, angesichts der aktuellen Aussaatphase in den USA und unterschiedlicher Wettermeldungen einerseits und angesichts des aktuell vorherrschenden stimmungsgeladenen Handels andererseits, sollte doch die fundamentale Ausgangslage nicht vergessen werden. Allerdings dürfte ein günstigeres Preisniveau, sobald erste Beruhigung in den Markt einkehrt, wieder eine gute Unterstützung nach oben bieten.
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für heute und diese Woche, wünsche Ihnen noch ein schönes und erholsames Wochenende und freue mich, wenn wir uns am kommenden Montag wiederlesen...liebe Grüße...
Ihre Miriam Kraus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Folker (09.05. 2011 12:28 Uhr):
Sehr geehrte Frau Kraus, aufgrund Ihes Erfahrungsschatzes frage ich bei Ihnen nach, ob Sie mir sagen können, warum die Zahl der Arbeitslosen in den USA exkl. Landwirtschaft ermittelt wird (Anm.: für die Inflationsrate exkl. Lebensmittel und Energie (Öl, Benzin?) kenne ich die Argumentation für das exkl., da diese Preiskomponenten stärker schwanken und daher kurzfristig "Verzerrungen" verursachen können; aber wie lautet bei den Arbeitsmarktziffern die Argumentation exkl. Landwirtschaft)? Für Ihre Antwort danke ich Ihnen sehr. Freundliche Grüße, Folker
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