Ausblick: Industriemetalle weiterhin unter Druck
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 5. Oktober 2009, 20:00 Uhr
ENL5454
Rohstoffe Wochenrückblick: Agrarrohstoffe und Ausblick
Soft Commodities
Im Angesicht der Erwartungen von Rekordernten für Sojabohnen und Mais standen die Preise in der vergangenen Woche unter Druck - insbesondere zum Ende der Woche hin.
Doch kaltes, feuchtes Wetter in den nördlichen Anbaugebieten der USA und starke Exportzahlen konnten am Donnerstag die Verluste bei Mais begrenzen.
Bei Sojabohnen stehen zum Einen die nach wie vor hohe Exportnachfrage, sowie die aktuell knappen Vorräte einer zu erwartenden, massiven Rekordernte im Herbst gegenüber.
So sind die Grains zwar nach wie vor für Verluste gewappnet, diese bleiben allerdings vorerst limitiert.
Aktuell notiert Mais zur Lieferung im Dezember bei 3,48 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Sojabohnen zur Lieferung im November notieren aktuell bei 8,93 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
Nach wie vor notiert WTI in einer breiten Range zwischen 65 und 75 USD. Und bislang ist noch nicht abzusehen, wann und in welche Richtung diese Range durchbrochen wird - oder anders gesagt, ob sich die Bullen oder die Bären durchsetzen werden. Fundamental betrachtet spricht allerdings weiterhin vieles für einen Erfolg der Bären: beispielsweise ist die russische Produktion im September mittlerweile auf ein Post-Sowjetisches Hoch bei 10,01 Millionen Barrel pro Tag gestiegen, nachdem Rosneft ein neues Ölfeld in Produktion gebracht hat. Das entspricht einem Anstieg von 1,7% gegenüber dem Vorjahr. Zudem beginnen Großanleger damit, sich den neuen CFTC-Regeln anzupassen. So will die Deutsche Bank die Rohölpositionen in ihren Rohstoff-ETFs um 65% kürzen, um den Obergrenzenbestimmungen der CFTC entgegen zu kommen.
Nach wie vor besteht für den Goldpreis eine starke Dynamik, welche von der USD-Entwicklung ausgeht. So wird die Entwicklung der US-Währung wohl auch weiterhin die stärksten Impulse für die Goldpreisentwicklung liefern. Auf der fundamentalen Seite verzeichnet Indien, in der letzten Woche, saisonal bedingt, steigende Importe von bis zu 50 Tonnen. Trotz einer weltweit immer noch relativ schwachen Nachfrage aus der Schmuckindustrie, scheint zumindest was die großen Verbrauchernationen angeht, die Saisonalität zu halten. Gold dürfte sich allerdings mittlerweile um die psychologisch bedeutsame Marke bei 1.000 USD konsolidiert haben.
Nach wie vor sind keine Anzeichen dafür vorhanden, dass ein Abbau der Lagerbestände oder ein tatsächliches Verbrauchswachstum, was die Industriemetalle und insbesondere Kupfer angeht, bereits begonnen hat. Stattdessen werden allerorten steigende Lagerbestände verbucht. So dürften die Preise auch in dieser Woche tendenziell weiter unter Druck stehen, zumal aufgrund der einwöchigen Feierlichkeiten zum chinesischen Nationalfeiertag (Gründung der Volksrepublik) die Börsen in China bis zum 8.Oktober geschlossen bleiben und somit von dieser Seite keine neuen Impulse zu erwarten sind.
Weitere Verluste bei Mais und Sojabohnen dürften vorerst limitiert bleiben - trotz der Erwartungen auf eine kommende Rekordernte. Für Sojabohnen dürfte mittelfristig die nach wie vor starke Exportnachfrage aus China unterstützend wirken, während für Mais aktuell die Wetterlage in den nördlichen Anbaugebieten der USA Unterstützung bietet.
So long liebe Leser.....das wars für heute....damit verabschiede ich mich und wünsche Ihnen noch einen schönen und geruhsamen Abend....bis morgen, wenn wir uns in alter Frische, wiederlesen...
Ihre Miriam Kraus
Belehrung:
Dieser Newsletter enthält keine Handlungsempfehlungen. Es handelt sich in diesem Falle um ein rein informatives Produkt. Die Nutzung der Veröffentlichungen als Anregung zur Investition geschieht auf eigene Gefahr. Für sich daraus ergebende, etwaige Schäden sind weder die Redaktion des Rohstoff Daily noch der Investor - Verlag haftbar zu machen. Konkrete Handlungsempfehlungen erhalten Sie durch die vom Investor - Verlag angebotenen Börsenbriefe