Ausblick: Industriemetalle weiter im Abwärtstrend
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 12. Februar 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
Rohstoffe Wochenrückblick: Agrarrohstoffe und Ausblick
Soft Commodities
Die Grains konnten in dieser Woche zulegen, dank relativ positiver Prognosen im aktuellen USDA-Bericht vom Dienstag.
Sojabohnen
Aktuell erwartet das USDA für 2009/10 eine US-Produktion in Höhe von 3,36 Milliarden Scheffel - ein Rekordvolumen, welches deutlich höher liegt als in den vorherigen Jahren. Auch weltweit wird für 2009/10 ein Anstieg der Produktion um etwa 20% gegenüber dem Vorjahr erwartet - dank Rekordernten nicht nur in den USA, sondern auch in Brasilien und Argentinien. Diese drei Länder sind die größten Sojabohnen-Anbauländer der Welt.
Dagegen prognostiziert das USDA für 2009/10 allerdings einen Verbrauch in Höhe von 3,3 Milliarden Scheffel - ein Anstieg von 14,75% gegenüber dem Vorjahr. Der wichtigste Nachfragefaktor ist China! Aufgrund anhaltend enttäuschender Ernten ist das Land gezwungen durch Zukäufe auf den internationalen Getreidemärkten den heimischen Verbrauch zu decken. In 2009 stiegen die gesamten Sojabohnenimporte um 14% gegenüber dem Vorjahr auf 42,5 Millionen Tonnen - das entspricht mehr als der Hälfte der US-Produktion in 2008/09. Und die Nachfrage von Seiten Chinas steigt weiterhin an. Bereits im Dezember hatte China mit rund 4,78 Millionen Tonnen ein neues Rekordvolumen an Sojabohnen importiert.
So wurde die Prognose für die Sojabohnen-Endbestände zum Ende des Erntejahres 2009/10 am 31. August von zuvor 245 Millionen auf 210 Millionen Scheffel deutlich nach unten revidiert.
Dies resultiert in einer stocks-to use-ratio von 6% - immer noch ein sehr enges Verhältnis!
Sojabohnen zur Lieferung im März notieren aktuell bei 9,41 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Weizen
Das USDA hat erneut seine Endbestandsprognose für das Erntejahr 2009/10 angehoben. In den USA werden nun bis zum Ende des Erntejahres am 31. Mai rekordhohe Endbestände in Höhe von 981 Millionen Scheffel erwartet. Die erwartete stocks-to-use-ratio bei 49% ist die höchste seit über 20 Jahren. Weltweit erwartet das USDA Endbestände in Höhe von 196 Millionen Tonnen.
Allerdings haben die Aussichten auf rekordhohe Endbestände im vergangenen Jahr bereits die Preise unter Druck gesetzt. Doch die Landwirte können auf diese Entwicklung natürlich erst etwas verspätet reagieren. Dennoch: die Reaktion kommt, wie an der Winterweizenaussaat abzulesen ist.
Das USDA schätzt, dass die Winterweizenanbaufläche in den USA mittlerweile auf 37,1 Millionen acres (etwa 15 Millionen Hektar) reduziert worden ist. Das entspricht einem Rückgang von 14% gegenüber dem Vorjahr und stellt das niedrigste Level seit fast 100 Jahren dar.
Weizen zur Lieferung im März notiert aktuell 4,85 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Mais
Das US-Landwirtschaftsministerium beziffert für das Erntejahr 2009/10 (welches am 30.September endet) eine Rekordproduktion in Höhe von 13,05 Milliarden Scheffel an Mais. Auch für die weltweite Produktion wird ein Rekordwert erwartet. Das USDA hat in seiner aktuellen Prognose vom 9.Februar die weltweite Produktionsschätzung erneut angehoben und erwartet nun ein Gesamtvolumen von 797,8 Millionen Tonnen.
Demgegenüber erwartet das USDA für die USA einen Verbrauch in Höhe von 13,12 Milliarden Scheffel für 2009/10. Ein Wachstum von 8,8% gegenüber dem Vorjahr.
Allein die Nachfrage aus der Ethanolindustrie beziffert das US-Landwirtschaftsministerium für dieses Erntejahr auf 4,3 Milliarden Scheffel - Tendenz steigend!
Weltweit erwartet das USDA für das aktuelle Erntejahr einen Nachfrageanstieg in Höhe von 4,5% gegenüber dem Vorjahr auf ein Volumen in Höhe von 809,7 Millionen Tonnen.
Für die USA prognostiziert das USDA aktuell ein Endbestandslevel in Höhe von 1,719 Milliarden Scheffel (ein Rückgang gegenüber der zuvor getroffenen Prognose in Höhe von 45 Millionen Scheffel). Daraus ergibt sich eine stocks-to-use ratio in Höhe von 13% - ein immer noch relativ komfortables Verhältnis.
Weltweit dagegen dürfte der Maismarkt den Prognosen zufolge in diesem Erntejahr ein Defizit in Höhe von 11,9 Millionen Tonnen aufweisen. Das USDA prognostiziert aktuell demzufolge einen Rückgang der weltweiten Endbestände von 146 Millionen Tonnen im Vorjahr auf 134 Millionen Tonnen in 2009/10.
Mais zur Lieferung im März notiert aktuell bei 3,61 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
Im Angesicht des Drucks von außen (USD-Stärke; ungelöste Griechenland-Problematik) dürften die Ölpreise generell vorerst unter Druck bleiben. Die Range für die kommende Woche dürfte wieder zwischen 70 und 75 US-Dollar liegen.
Nach wie vor zeigt sich, dass bei Preisen unter 1.100 US-Dollar pro Unze Gold erneut ein starkes physisches Kaufinteresse einsetzt. Zudem profitiert der Goldpreis nach wie vor allem von der allgemeinen Verunsicherung an den Märkten, so dass auch in der kommenden Woche die 1.100 US-Dollar-Marke erneut näher rücken dürfte.
Nach wie vor bleibt die fundamentale Ausgangslage unverändert negativ für die Industriemetallpreise. Ich halte die Preisentwicklung in dieser Woche somit eher für eine Korrekturbewegung im übergeordneten Abwärtstrend.
In der kommenden Woche dürften die Grains weiterhin leichte Unterstützung erfahren. Für eine spezifischen Analyse und mittelfristige Preisprognose lesen Sie bitte die Rohstoff-Daily-Ausgaben vom 10. und 11. Februar.
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für diese Woche und wünsche Ihnen ein schönes (und hoffentlich nicht zu kaltes) Winterwochenende....wir lesen uns am kommenden Montag wieder...bis dahin und liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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