Ausblick: Industriemetalle und der China-Faktor
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 22. Januar 2010, 20:00 Uhr
ENL5454
Rohstoffe Wochenrückblick: Agrarrohstoffe und Ausblick
Soft Commodities
Die Grains blieben in dieser Woche leicht unter Druck.
Unterstützende Faktoren kommen von fundamentaler Seite für Sojabohnen.
Nach wie vor werden hohe US-Sojabohnen-Exporte ausgewiesen. Chinas hohe Nachfrage bleibt also weiterhin bestehen, insbesondere nach Sojamehl- und Öl, was auch die Nachfrage nach Cash-Sojabohnen unterstützt. Mittlerweile wird für Sojabohnen zur sofortigen Lieferung eine Prämie von 60 bis 63 US-Cent pro Scheffel gegenüber dem März-Future bezahlt.
Vom 1.Oktober bis zum 7. Januar sind die US-Sojamehl-Exporte um 94% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Sojaöl-Exporte haben sich im Berichtszeitraum sogar verdreifacht gegenüber der Vorjahresperiode.
Sojabohnen zur Lieferung im März notieren aktuell bei 9,47 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Die International Grains Council prognostiziert für Mais eine weltweite Produktion in 09/10 in Höhe von 791 Millionen Tonnen. (ein Plus von 4 Millionen Tonnen gegenüber der vorherigen Prognose). Für die weltweiten Mais-Lagerbestände prognostiziert die Organisation einen Anstieg um 3 Millionen Tonnen auf 137 Millionen Tonnen. Damit liegen die weltweiten Bestände allerdings immer noch rund 11 Millionen Tonnen unter dem Vorjahreswert.
Mais zur Lieferung im März notiert aktuell bei 3,64 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Für Weizen prognostiziert das International Grains Council weiterhin ein Überangebot. Die Organisation geht von einer weltweiten Rekordproduktion in Höhe von 674 Millionen Tonnen aus, bei einem weltweiten Verbrauch von 642 Millionen Tonnen. Somit wird ein Anstieg der Lagerbestände um 32 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr geschätzt.
Weizen zur Lieferung im März notiert aktuell bei 4,96 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
Für die kommende Woche stellt sich insbesondere die Frage wie sich die Stimmung weiter entwickeln wird. Bei sich zunehmend abschwächender Euphorie, könnten die Ölpreise rasch bis zu einem realistischen Preislevel um 70 US-Dollar gedrückt werden. Ansonsten dürften die Preise erst einmal zwischen 75 und 80 US-Dollar pro Barrel pendeln.
Eine Korrekturbewegung im Gold bietet vor allem attraktive Einstiegskurse - insbesondere, da bei einem günstigeren Goldpreis auch die Nachfrage aus der Schmuckindustrie wieder anziehen dürfte, wie im vergangenen Jahr. Somit dürfte der Abwärtsdruck deutlich limitiert bleiben.
Nach wie vor zeichnen die enorm hohen Metall-Lagerbestände weltweit ein ganz anderes Bild, als jenes der Euphorie - trotz des schnellen Wachstums der chinesischen Wirtschaft. Die Frage bleibt also nach wie vor, wie lange China seinen Import-Marathon und die damit verbundene, längst für eine Korrektur fällige, Preisrallye aufrecht erhalten wird.
Der Abwärtsdruck insbesondere auf Sojabohnen (dank der anhaltend starken Nachfrage aus China), aber auch auf Mais dürfte begrenzt sein. Damit einhergehend bewegt sich auch der Weizenpreis, der nach wie vor in enger Korrelation zum übrigen Getreidekomplex handelt.
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für diese Woche, wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende und freue mich, wenn wir uns am nächsten Montag - wie gewohnt - wieder lesen.....
Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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