Aus der Geologie: so entstand Gold!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 24. Februar 2009, 20:00 Uhr
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Liebe Leser,
ein wenig Geologie hat - meine ich - noch keinem geschadet. Beschäftigen wir uns an dieser Stelle doch einmal wieder mit der Entstehung von Gold, damit Sie schlussendlich auch etwas genauer einschätzen können, was ihre Goldmine - wo auch immer - eigentlich so treibt, welches Gold sie da abbaut und wie hoch die Goldgehalte in den diversen Lagerstätten eigentlich sind.
Zunächst einmal ist bedeutsam, zu wissen, dass Gold als gediegenes Element vorkommt, das heißt als im Grunde nicht verunreinigtes Erz. In der Natur kommt Gold allerdings oft in Verbindung mit Kupfer und/oder Silber vor. Bisweilen ist es auch in Verbindung mit Elementen der Platingruppe zu finden (z.B. Platin, Palladium, Wolfram usw.).
Epithermale Vorkommen:
Diese entstanden meist im Erdzeitalter Tertiär in vulkanischer Umgebung. Man findet sie meist in der Pazifikregion. Die Vorkommen beinhalten sowohl Adern mit hohem Goldgehalt als auch Massenvorkommen mit niedrigem Goldgehalt. Der Gehalt variiert hierbei von unter 1g bis zu über 100 g Gold pro Tonne. Man unterscheidet zwischen solchen mit hohem Sulfatgehalt und solchen mit niedrigem Sulfatgehalt. Die Vorkommen mit niedrigem Sulfatgehalt entstanden aufgrund plattentektonischer Veränderungen, welche vulkanische Aktivitäten an den Seitenrändern der Kontinentalplatten, sowie der ozeanischen Bögen und der Rückenbögen zur Folge hatten. Hierbei entstanden Gold-, Silber-, Kupfer- und Bleierze. Die epithermalen Vorkommen befinden sich in einer im Vergleich geringeren Tiefe. Bedeutende Lagerstätten dieses Typs gibt es unter anderem in Mexiko, Peru, Rumänien, Neuseeland und Papua-Neuguinea.
Mesothermale Vorkommen
Die mesothermalen Vorkommen liegen weitaus tiefer in einer Tiefe von 5-10 km, bei Temperaturen von 250 - 350 Grad Celsius. Die größten dieser Vorkommen weltweit befinden sich im azoischen Greenstone Belt, der das Ergebnis auf einander treffender Platten der ozeanischen Kruste ist, wobei Granitberge entstanden ( Kanada und West Australien).Diese Golderzvorkommen sind sozusagen das Resultat von Lücken in der Erdkruste, die dazu führten dass das Gestein herunter brach und sich die dabei entstehende Spalte mit Quartzgestein, welches Gold und Sulphide mit sich führte, füllte. Dieser Prozess, auch seismisches Pumpen genannt, kann bei jeder plattentektonischen Bewegung entstehen, die einen neuen Impuls setzt, Flüssigkeit in den Spalten abzulagern, wobei die schwereren Erze absinken. Meist handelt es sich bei diesem Lagerstättentyp um reine Goldlagerstätten, anderen Metalle werden kaum oder gar nicht gewonnen. Bedeutende Beispiele findet man in Australien, Kanada/USA, Ghana und Brasilien.
Porphyr - Kupfer - Gold - Vorkommen
Diese Vorkommen entstanden immer an Stellen, an welchen sich wohl einmal Meer befand. Zunächst müssen Sie sich einen Riss in einer der ozeanischen Krusten (also unter dem Meeresspiegel) vorstellen (es handelt sich hierbei um abtauchende Krusten; der Ozeanboden taucht also praktisch unter der Landkruste ab) , wobei nun die Sulfid - Verbindungen (Pyrit oder Fe S2 ist ein Sulfid) aus dem Inneren der Erde aufsteigen und vereinfacht ausgedrückt an den Seiten der Risse, in Kontakt mit Seewasser und geringen Temperaturen ausfallen. Das Pyrit trägt hierbei Gold oder Kupfer mit sich. In früheren Zeiten wusch man das mit Pyrit verunreinigte Gold zunächst mit Quecksilber und hernach mit Kaliumcyanid aus. Eigentlich sind bei diesem Typ die Erzgehalte im Gestein mit etwa 0,1 bis 1 g Gold pro Tonne und 0,5 bis 1% Kupfer recht gering, doch die gewaltige Masse des Erzkörpers mit bis zu mehreren Milliarden Tonnen macht dies durchaus wieder wett. In der weiteren Umgebung dieses Typs finden sich oft auch epithermale Lagerstätten. Ein bedeutendes Beispiel ist Chuquicamata in Chile.
Iron-Oxide-Copper-Gold-Typ
In Lagerstätten dieses Typs findet man vor allem riesige Brekzien-Körper mit hohen Eisengehalten. Eine Brekzie ist ein Gestein, welches aus groben "verbackenen" Gesteinstrümmern besteht. Brekzien entstanden meist aufgrund von Massenbewegung im Laufe der Erdgeschichte. Bei diesem Lagerstättentyp vermutet man als Ursache einen Vulkankomplex. Die bedeutendsten Lagerstätten dieses Typs findet man in South Australia. Meist wird in diesen Lagerstätten nur Gold und Kupfer produziert. Olympic Dam macht allerdings mit Uran und Silber eine Ausnahme.
Seifengold - sekundäre Lagerstätte
Durch die Erosion von goldhaltigem Gestein, kann sogar dieses schwere Metall weggeschwemmt werden. Denn auch Mineralien mit einer hohen spezifischen Dichte, wie Gold oder Silber, können durch fließendes Wasser konzentriert werden. Sie werden schließlich weiter geschwemmt und lagern sich als Seifengold in Flussbetten an. Die wichtigsten Metalle, welche man als Seifenerz in Flussbetten finden kann sind Gold, Platin, Zink - Dioxyd - Verbindungen, aber auch Diamanten. Mehr als die Hälfte allen, in der Geschichte der Menschheit gefundenen Goldes stammt aus Seifengoldvorkommen. Große Vorkommen gab es im Yukon - River /Alaska, und gibt es in der Tapajos Region im Amazonas, sowie vor allem in Süd - Afrika.
Auch das größte Goldfeld der Welt, der Witwatersrand in Südafrika, ist wohl auf eine Palaeo-Seifenlagerstätte zurückzuführen.
Platin - Gruppen - Elemente dagegen (Platin ist 60 mal seltener als Gold) gibt es nur an einigen wenigen Orten , wie im Ural, in Süd - Afrika, den USA und Kanada.
So long liebe Leser...das war's für heute schon wieder....hach ja, im Angesicht von so viel Erdgeschichte kann ich richtig in Nostalgie verfallen: so bin ich wirklich froh schon als Kind, dank der Lektüre unzähliger Dagobert Duck -Comics, den wahren Wert von Gold schätzen gelernt zu haben...auch werde ich nie den Kauf meines ersten 1 Gramm Barrens vergessen: 12 Jahre alt - verdutzter Bank- Angestellter - freundlicher Juwelier, mit 1 Gramm Barren als Schmuckanhänger - und weg war das Geld vom Zeitungen austragen...aber den Anhänger hab ich immer noch...;-)...bis morgen
Ihre Miriam Kraus