Aufwärtstrend
Tom Firley in Investors Daily
vom 13. November 2009, 18:00 Uhr
ENL5454
heute zum Wochenschluss noch eine kleine, hoffentlich nachvollziehbare Betrachtung und dazu noch ein wichtiger Beitrag unserer Verlagsleiterin, Frau Witscher.
Zunächst ein kurzer Gedanke: Was ist ein Aufwärtstrend? Ein Aufwärtstrend kennzeichnet sich charttechnisch zunächst einmal durch steigende Tiefpunkte. Wünschenswert sind dabei natürlich auch steigende Hochpunkte.
Sie könnten sich angesichts der bahnbrechenden Rally in vielen Börsen-Indizes aktuell die Frage stellen: Wann ist ein Aufwärtstrend ausgereizt? Schauen wir uns hierzu den S&P 500 an:
Chart S&P 500
Im Chart sehen Sie zum einen gestrichelte Aufwärtslinien und waagerechte Markierungen. Diese Markierung kennzeichnen die letzten wichtigen - und wie Sie sehen steigenden - Tiefpunkte im S&P 500.
Die gestrichelten Linien zeigen im wesentlichen Aufwärtstrends. Sie beginnen im Juli-Tief und schneiden jeweils die wichtigen Tiefpunkte. Sie erkennen, dass die ersten drei „Aufwärtstrends" vom Kurs jeweils wieder unterboten wurden.
Ist dieses jeweilige Unterbieten nun insgesamt als „bärisch" zu werten?
Nein.
Das kann ich einfach so behaupten. Knallhart. Denn die einfache Erklärung lautet: Solange der S&P 500-Kurs steigende Tiefpunkte ausbildet, bewegen wir uns in einem Aufwärtstrend; selbst wenn die höheren Hochs langsam das Schwächeln anfangen. Diese Hochs habe ich eingekreist.
Soweit zur einfachen Erklärung. Damit geben Sie sich als Investors-Daily-Leser aber nicht zufrieden. Denn es gibt auch eine logische... oder sagen wir mal eine plausible Erklärung. Der Chart täuscht ein wenig darüber hinweg, aber jetzt verrate ich Ihnen einmal die „jährlichen Durchschnittsrenditen", die die nummerierten gestrichelten Aufwärtslinien aufweisen. Eine Durchschnittsrendite können Sie damit vergleichen, was Sie zum Beispiel jährlich an Zinsen für Ihr Sparbuch bekommen.
Aufwärtslinie 1: 188% jährliche Durchschnittsrendite (oder „Zinsen")
Aufwärtslinie 2: 127%
Aufwärtslinie 3: 92%
Aufwärtslinie 4: 69%
Halten Sie langfristig eine jährliche Durchschnittsrendite von 188% in einem marktbreiten Index, wie dem S&P 500 für realistisch?
Nein.
Halten Sie langfristig eine jährliche Durchschnittsrendite von 69% realistisch?
Sie neigten vielleicht gerade dazu, mit einem „Ja" zu antworten, die Antwort lautet dennoch: Nein.
Früher oder später wird auch die vierte Aufwärtslinie unterboten werden. Da bin ich mir (fast) zu 100% sicher. Wäre die Rally dann vorbei?
Ich denke nicht. In meinen Augen ist die Rally erst dann in großer Gefahr, wenn das letzte Tief bei etwa 1.036 unterschritten wird. Und so lange dies nicht der Fall ist, lautet meine Devise:
Reiten Sie den Aufwärtstrend so lange es geht.
Regelmäßige Investors-Daily-Leser wissen, dass ich der Rally im März nicht wirklich über den Weg traute. Als aber der Kurs-Chart im Frühjahr sagte: „Es geht aufwärts", schrieb ich Ihnen vom Ausschalten der Bauchgefühle und ersten (spekulativen) Positions-Eröffnungen. Weitere Chart-Hinweise (u.a. Überschreiten des 256-Tage-GD folgten). Aktuell ganz wichtig:
Halten Sie die Augen offen! Je weiter die Rally laufen sollte, je lauter werden die Bären, die Ihnen immer wieder das Ende der Welt prophezeien. Gleichzeitig schreien die Bullen, dass Sie jetzt nicht den Einstieg verpassen sollten und dass uns noch eine fulminante Jahresend-Rally ins Haus steht.
Lassen Sie einfach den Chart entscheiden und setzen Sie Ihre Stopps. Wir haben einfach noch zu viele Krisenherde, als dass wir der Rally oder auch positiven Nachrichtenmeldungen blind vertrauen dürften... Nun zu einem anderen Thema:
Ich erzählte folgende Geschichte, bereits heute Morgen im Investors-Daily update: Als Kind brachte ich meiner Mutter von einer Schülerreise ein kleines Andenken mit. Es war ein gerahmtes Bildchen mit folgenden Spruch:
Alle Wünsche werden klein, gegen den, gesund zu sein.
Das kleine Bildchen steht - 32 Jahre später - immer noch auf dem Nachttischchen meiner Mutter. Trotz diverser Krankheiten hat sie mittlerweile das stolze Alter von 80 Jahren erreicht.
Als Kind wusste ich noch nicht, wie viel Wahrheit in diesem Spruch steckt. Heute weiß ich es. Was nützt einem Reichtum oder Glück bei der Partnerwahl oder ein Traumjob oder Börsenerfolg, wenn diese - zweifellos wichtigen - Dinge wegen einer Krankheit nicht entsprechend gelebt werden können?
Es gibt aber noch etwas, was in meinen Augen noch wichtiger ist, als das eigene Wohlbefinden: Die Gesundheit unserer Kinder.
Lesen Sie in diesem Zusammenhang bitte den folgenden Beitrag von unserer Investor Verlag-Leiterin Sandra Witscher... und handeln Sie entsprechend.
Viel Erfolg, Glück und vor allem Gesundheit wünscht
Ihr
Tom Firley
