Auf was wird es hinauslaufen?
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 13. Mai 2004 18:00 Uhr
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Lassen Sie mich mal sehen, ob ich es auf die Reihe bekomme.
Der Ölpreis ist auf über 40 Dollar je Barrel gestiegen. Sowohl die Unternehmen als auch die Konsumenten leiden darunter. So werden zum Beispiel Fluggesellschaften hart und schnell getroffen ...
Und auch die Zinsen steigen. Deshalb müssen Schuldner mehr Zinsen bezahlen. Und da in den USA fast jeder ein Schuldner ist – bedenken Sie, dass Alan Greenspan die Hausbesitzer dazu ermuntert hat, neue Hypotheken ohne Zinsbindung aufzunehmen –, trifft auch dies die gesamte amerikanische Volkswirtschaft.
Und natürlich steigen die Preise für Holz, Milch, Bildung, Gesundheit, und so weiter. Das merken besonders die Leute, bei denen die Ausgaben und die Einnahmen übereinstimmen.
Was können die tun? Sich verschulden? Nun, ja, aber das funktioniert nur, wenn sie einen Gegenwert haben, den sie beleihen können. Es geht um Sicherheiten.
Aber jetzt scheinen die Aktienkurse zu fallen ... in die Phase des großen Bärenmarktes – Ursa major –, vor dem ich schon länger warne.
Es muss angenehm sein für Kleinanleger, TV-Moderatoren und Fed-Gouverneure, sich vorzustellen, dass die Aktienkurse für immer steigen ... und dass normale Leute damit Geld verdienen können, wenn sie einfach nur "im Markt sind". Aber so funktioniert das nicht. Stattdessen steigen die Aktienkurse für Perioden von 17–20 Jahren ... und fallen dann etwa genauso lang. Kaum jemand bemerkt es, aber das Geld, in dem die Aktienkurse notiert sind, ist fast genauso zittrig wie die Leute, die es kontrollieren.
Sie werden sich vielleicht daran erinnern, dass im Jahr 1971 die Goldpreisbindung des Dollar aufgegeben wurde. Seitdem ist nicht nur die Dollarmenge, sondern auch die Summe der in Dollar notierten Schulden, Kredite, Obligationen, Derivate um unglaubliche Weise gestiegen. Jetzt braucht man schon mehr als Vertrauen, um an den Dollar zu glauben ... dafür braucht man jetzt schon harte Drogen.
Die US-Regierung alleine hat schon so extravagante Versprechungen und Schulden gemacht, dass Volkswirte darüber lachen und Buchhalter weinen. Laurence Kotlikoff erklärte in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Fortune", dass die "Verpflichtungen" der amerikanischen Nation auf 51 Billionen (wirklich, "Billionen"!) gestiegen seien – das ist mehr als der Wert aller Vermögensanlagen in den USA.
Wie kann man diese Lücke schließen? Entweder indem man die amerikanische Einkommensteuer auf 78 % erhöht. Oder, indem man die Sozialleistungen um 51 % kürzt. Das wäre das amerikanische "Menü des Schmerzes", so Kotlikoff.
Also, auf was wird es hinauslaufen?
"Auf nichts von beidem", das ist meine Einschätzung. Ein ehrenwerter Mann bezahlt seine Schulden mit seinem eigenen Geld zurück, sagte de Gaulle. Aber die Amerikaner können sich Ehre nicht mehr leisten. Sie sind konfrontiert mit steigenden Kosten und Rechnungen, die sie nicht bezahlen können. Der Ausweg: Sie werden ihre Schulden durch eine Inflation entwerten und abschreiben.
Irgendwann.
Bis dahin kann noch eine Menge passieren – darunter all die Dinge, die nicht passieren sollten.
Der Goldpreis hält sich knapp behauptet, genauso wie der Euro.
Kurzfristig sollten Sie mit allem rechnen. Chinas Wirtschaft könnte heiß gelaufen sein. Die Wall Street könnte vor einem Crash stehen ... oder vor einem Rebound. Der Dollar steht vor der Zerstörung, aber da immer mehr Dollar benötigt werden, um die Schulden bezahlen zu können, brauchen die Leute mehr als je zuvor Dollar.
Nichts ist klar. Nichts ist leicht. Nichts ist direkt. Nichts ist sicher. Ich liebe das!
Richtig, Addison? Hast Du mehr News für uns?