Auf nach Osten, Amerika! – Teil 4

Dan Denning in Traders Daily
vom


Meine Prognose ist, dass hohe Energiepreise gerade eigentlich jedem einen ordentlichen Dämpfer verpassen - und das führt zu geringerer Nachfrage nach Energie für den Rest des Jahres. Das Angebot auf dem Ölmarkt wird knapp bleiben. Aber die Nachfrage auf Seiten der Konsumenten der Industrie und des Handels wird zurückgehen. Der Ölhandel wird hohe Gewinne einfahren und wir sehen gegen Ende des Jahres das Öl vielleicht irgendwo bei 105 Dollar, falls nicht geopolitische Ereignisse noch dazwischenkommen.


 

Inzwischen weisen Massengüter bereits seit Jahren ein Wachstum auf. Die Kokspreise  verdreifachten sich seit Anfang des Jahres, während der Preis von Thermal-Kohle um 75% gestiegen ist. Der Preisanstieg für Eisenerz von 85% wird auch sicherlich den Einnahmen des Minengiganten Rio Tinto nichts anhaben können.

 

Paradoxerweise werden viele australische Kohleproduzenten in diesem Jahr mehr Geld mit geringerem Produktionsvolumen machen. Engpässe bei der Infrastruktur der Bahn- und Hafenanbindungen an der Ostküste Australiens bedeuten für die Produzenten dass sie die hohen Preisanstiege in diesem Jahr nicht gänzlich ausnutzen können.

 

Dieses Problem der Infrastruktur ist für sich genommen jedoch auch eine sehr günstige Gelegenheit für Investitionen. Nicht nur Australiens Top-Ingenieure und Firmen im Bereich der Infrastruktur machen derzeit einen Riesengewinn durch diesen heimischen Aufschwung. Sie sind in Südostasien, im Nahen Osten und Afrika aktiv. Die Kohle-Produzenten - wenn sie nicht vorher von Xstrata geschluckt werden - beginnen davon nicht vor der zweiten Jahreshälfte oder Anfang des Jahres 2009 zu profitieren, obwohl die Aktienkurse bereits beginnen den höheren Kohlepreis widerzuspiegeln.

 

Zurzeit würde ich keine Energieaktien verkaufen. Wie auch immer, es sieht hier für mich und mein Analystenteam so aus, als ob die Grundmetalle für den Rest des Jahres anfingen, die Führung unter den Rohstoffen zu übernehmen. Der Energiebereich wird sich abkühlen. Über einen Großteil der Preise für Massengüter wird immer noch verhandelt, obschon es eine Bewegung gibt, die Preise für Kohle und Eisenerz auf einen Index zu setzten. Das spiegelt die zusätzliche Liquidität in den Märkten wider: Es gibt nun viel mehr Käufer und mehr und mehr Verkäufer.

 

Die Verkäufer, die neu auf dem Markt agieren, interessieren uns bei unserer Erforschung Australiens am meisten. Es gibt Schlimmeres als BHP, Rio Tinto, Woodside und Worley Parson für die nächsten zwanzig Jahre zu besitzen. BHP allein ist so etwas wie ein Gemeinschaftsfonds für Rohstoffe.

 

Aber das hohe Gewinnwachstum und die massive Neubewertung von Erz sind auch bei kleineren und neueren Produzenten zu beobachten. Und genau hier glaube ich, ist es zurzeit zu Ihrem Vorteil, dass es so wenige Analysten gibt, die sich mit den kleineren australischen Aktien befassen.

 

Eine Führungskraft der Bergbauindustrie, mit der ich vor kurzem sprach, sagte, „ sogar die Analysten, die über un schreiben, wissen uns nicht einzuschätzen. Sie arbeiten mit den Cash-Flow-Modellen und haben keine Ahnung von Geologie oder Rohstoffen."

 

In der Unwissenheit liegt die günstige Gelegenheit!

 

Australien hat einen immensen Reichtum an seltenen Ressourcen. Das ist wohl ein wenig Paradoxon. Aber es gibt ja auch das Schnabeltier, ein in Australien heimisches Tier. Es hat eine Form wie eine Ente, einen Schwanz wie ein Biber, es legt Eier und hat die DNA von Reptilien UND Säugetieren. Es ist so wie die australische Wirtschaft, die immerhin seit 17 Jahren keine Rezession erlitten hat.

 


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