Auf diese drei Indizes müssen Sie jetzt besonders achten
Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 31. Oktober 2007 07:30 Uhr
ENL5454
Zwei sehr interessante Beispiele für Einbahnstraßen-Trading finden wir in China und den USA. Nehmen wir China. Da wird ohnehin oft nicht zwischen Einzelwerten unterschieden, man kauft „China“ und keine speziellen Firmen. Gleiches gilt für den Nasdaq 100, der ist „Hightech“. Man kauft jetzt Technologieaktien, weil man die eben jetzt kauft. Über deren mittelfristige Gewinnaussichten hatte ich ja vor ein paar Tagen schon geschrieben – aber das reicht halt über die Nasenspitze hinaus.
Nein, man kauft nicht die Zukunft, man kauft das „jetzt“, und zwar gründlich. Und: Einbahnstraße finden sie auch bei den anderen Segmenten der Aktienmärkte, wenn Sie nach Branchen unterscheiden:
Der Finanzsektor ist „pfui“, und zwar durch die Bank. Da wird so gut wie gar nicht differenziert, die Branche wird gemieden oder gar leer verkauft. Die Industriebranchen hingegen laufen, laufen, laufen. Dass das Risiko besteht, dass das Wachstum sehr bald stagniert, wird ignoriert. Das ist Zukunft, zu weit weg für Nasenspitzen und somit Wurst.
Dass die großen Indizes wie Dax oder S&P 500 zuletzt immer weniger schwanken und unter dem Strich nicht vor- noch zurückkommen ist das Ergebnis dessen: Die Industrie und Technologieaktien ziehen, die Finanzwerte drücken. Was bleibt ist Stillstand. Aber:
Die drei Flaggschiffe des „one-way-trading“
Der Punkt ist: Wer nur bis zum Ende des Riechorgans sehen kann oder will, kann sehr plötzlich überrascht werden ... und damit sehr plötzlich seine Ansichten und seine Handlungsweise ändern. Das kann bedeuten, dass die momentanen, stupiden Vorgehensweisen an den Börsen schlagartig drehen könnten. Stellen Sie sich vor, Sie hätten keine Brille auf ... jemand schleicht sich aus dem verschwommenen Grau vor Ihnen an und hält Ihnen plötzlich eine Nachzahlungsforderung des Finanzamts an die Nase. Ei, das macht wach.
Bislang war, wie geschrieben, die negative Reaktion auf die ausgefallenen Überraschungen bei mehreren Dax-Unternehmen nur der erste Hauch des Erkennens. Aber das müssen wir genau beobachten. Und ich meine, es gibt keine besseren Objekte für das Studium möglicher Verhaltensänderungen als die China-Börsen oder der Nasdaq 100:
Diese Indizes sind das Extrembeispiel des Einbahnstraßen-Tradings. Selten findet sich hier in den letzten Monaten mal eine rote Kerze, die ein kleines Wochenminus anzeigt. Immer weiter, immer höher, immer geradeaus. Wenn wir hier auf einmal Schwäche sehen, wenn hier die stur getradeten Aufwärtstrends mal brechen sollten, dann wird das für ein Erschrecken ausreichen, das die Anleger motivieren könnte, sich mal in der Realität umzuschauen. Verkaufssignale in Shanghai Composite, HangSeng und Nasdaq 100 dürfen bedeuten, dass das Ende der langen Leitung erreicht ist und die bislang immer wieder bestätigte alte Regel greift:
Nach rauf ... kommt runter.
Und, nur mal so als Gedanke: Man stelle sich vor, das Einbahnstraßen-Trading würde dann weitergehen ... nur eben in die andere Richtung! Ich werde diese drei Indizes jetzt regelmäßiger für Sie einblenden ... ich bin gespannt.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Tag – bis Freitag!
Ronald Gehrt
The Daily Observer
PS: Wegen des morgigen Feiertags erreicht Sie der nächste „Daily Observer“ am Freitag.


