„Auf der falschen Seite der Geschichte“
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 3. März 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
War es Ronald Reagan, der sagte, dass die Sowjetunion auf der falschen Seite der Geschichte" sei? Die heruntergekommenen Bolschewiken waren im Jahr 1989 definitiv auf der falschen Seite der Geschichte. Wir wussten es. Sie wussten es. Es war ein derartig offenkundiges Problem, sie hatten keine andere Wahl. Ihre Wirtschaft ist implodiert - dank der rigiden Zentralplanung. Sie haben aufgegeben und die Seiten gewechselt.
Aber jetzt sind es die Vereinigten Staaten, die auf der falschen Seite der Geschichte stehen. Wie die Sowjetunion versuchen auch die Vereinigten Staaten in Afghanistan ihren Willen mit Gewalt durchzusetzen. Und wie die Sowjetunion haben auch die Vereinigten Staaten zu hohe Ausgaben und nicht genug Einkommen. Und wie die Sowjetunion versuchen auch sie, ihren Willen in der heimischen Wirtschaft durchzusetzen - durch Zentralplanung. Nicht auf die genau gleiche grobe Art wie die alten Apparatchiks... es handelt sich vielmehr um die Variante aus der Zeit nach dem Fall der Berliner Mauer:
Kollektivismus mit einem Clownsgesicht
Die Vereinigten Staaten verstaatlichen Schlüsselbranchen und sie leihen im großen Stile Geld... sie verlagern den Schwerpunkt des "Wirtschaftswachstums" vom Privatsektor auf die Regierung. Und alles, von der Immobilienfinanzierung, dem Bankenwesen, den Versicherungen, der Automobilindustrie, den Beschäftigungszahlen bis hin zu den Lebensmitteln, wird von der amerikanischen Regierung besessen, angeboten oder subventioniert.
Nach dem Untergang der Sowjetunion... hat der Rest der Welt sich dorthin begeben um in das kollektivistische Loch zu blicken... und dann selbst hineinzurutschen. Im Oktober 2009 hat der Internationale Währungsfonds 153 getrennte Konjunktur- oder Bailoutprogramme ausgemacht. Wenn man im Jahr 2009 ein Haus oder ein Auto kaufte, dann hat einem die Regierung vermutlich dabei geholfen.
Und wenn man heute jemanden anstellt, dann hat man auch die Regierung auf seiner Seite. Und wenn man krank wird, dann tut es gut zu wissen, dass die Regierungsvertreter in praktisch jedem Behandlungszimmer sitzen, in jedem OP, in jedem Pharmalabor und in jeder Apotheke. Und wenn Obama sich durchsetzen kann - dann werden sie sogar noch mehr werden. Gibt es irgendein Wirtschaftsgesetz, so trivial es auch sein mag, bei dem es nicht mehr um staatliche Unterstützung, Genehmigung oder Finanzierung geht?
Vielleicht hat Munger auch darauf hingewiesen. Aber vielleicht hat er es auch nicht getan. Wie dem auch sei: die amerikanische Wirtschaft war in ihrer stärksten Verfassung, ehe sie von so vielen Menschen belastet wurden, die von ihr abhängig waren... und ehe ihr so viele kluge Menschen ausgeholfen haben.
Sie wird nicht viele Fortschritte machen, ehe sie diese Menschen nicht wieder losgeworden ist. Und das wird nicht passieren, ehe es nicht zum großen Einbruch kommt... und ehe die Situation nicht verzweifelt wird. Auf Kosten anderer zu leben ist eine Angewohnheit, die man sich nur schwer wieder abgewöhnen kann.
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