Auf den richtigen Sektor kommt es an
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 1. März 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
Wegen der hohen Resonanz auf die Informationen meiner Kollegin Frau Knauer über die Sektoren Palladium und Platin in der vorletzten Woche, will ich heute kurz den Sektor der Edelmetalle in den Fokus rücken. Und ich verspreche Ihnen bei Frau Knauer ein gutes Wort dafür einzulegen, Ihnen die Zahlen eines Wertes etwas näher zu beleuchten, dessen Chart ich für sehr interessant halte. Wahrscheinlich kennen Sie den alten Spruch, dass die Flut alle Schiffe hebe". In der Tat bin ich davon überzeugt, dass man Wetten auf einzelne Papiere nur machen sollte, wenn diese sich in einem interessanten Sektor befinden. Eine Branche ist attraktiv, wenn deren Branchenindex relative Stärke gegen den Hauptindex aufbaut. Es ist kein Geheimnis, dass der Edelmetallsektor seit Monaten zu den attraktivsten Branchen der internationalen Börsen zählt. Dies ist leicht zu begründen, denn egal wie das Experiment der Notenbanken zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise ausgeht, werden Edelmetalle profitieren. Im negativen Fall profitieren diese durch den beschleunigten Vertrauensverlust in die Papierwährungen, im positiven aber durch die steigende Nachfrage der Industrie und vor allem der Anleger in den Schwellenländern. Auch wenn sich die Aufmerksamkeit der Medien vor allem auf die Entwicklung von Gold und Silber konzentriert, gibt es weitere interessante Metalle wie z.B. Palladium. Über dessen überraschend festen Preis hat ja Frau Knauer bereits geschrieben. Palladium gehört zu den wichtigsten Katalysatormetallen, findet aber auch in der High-Tech-Industrie, der Mobilfunktechnik und beim Zahnersatz wichtige Verwendung. Palladium unterliegt sehr heftigen Preisschwankungen. Diese werden nicht durch normale" Verschiebungen im Marktgefüge verursacht, sondern weil Palladium ein Nebenmetall" ist. Trotz seiner enormen Bedeutung ist Palladium wie andere Elemente nur ein Nebenprodukt bei der Förderung eines Hauptmetalls, z.B. Kupfer, Nickel und Erze. Egal wie hoch der Preis für ein Nebenmetall wie Palladium steigt, macht es wegen dessen geringen Anteil am Hauptmetall keinen Sinn, dieses verstärkt zu fördern. In der jüngeren Vergangenheit scheint die allgemeine Förderung der Minengesellschaften gesunken zu sein, oder der Palladiumpreis wurde künstlich hoch gehalten.
Northamerican Palladium
Einige mit der Palladiumförderung korrelierte Aktien zeigen aktuell ganz hervorragende Chartbilder, z.B. North American Palladium.
Quelle: stockcharts.com
Sehr gut erkennt man die wichtigsten Attribute einer starken Aktie. North American Palladium handelt oberhalb der ansteigenden positiven Unterstützungszone, gegen die man niemals handeln sollte. Ebenfalls wurde die fallende Widerstandslinie erfolgreich gebrochen und dadurch der Aufwärtstrend beschleunigt. Außerdem wurde ein objektives Kaufsignal der P & F Technik gebildet, als sich im Januar (Ziffer 1) die X-Spalte der Nachfrage über die vorhergehende X-Spalte schob. Das erste Kursziel der Aktie beträgt nun 6,75 USD. Gut gefällt mir auch das aktuelle Pull-Back von oben auf den Ausbruchsbereich. Wahrscheinlich wurde mit dieser Konsolidierung der Warnung High Pole" ausreichend Beachtung geschenkt. Vorsichtige Trader sollten noch abwarten, ob sich die Aktie nun fangen kann oder weiter nach unten durchgereicht wird. Eine neue X-Spalte würde hier mehr Sicherheit erzeugen, aber Ihren Handelsgewinn natürlich schmälern. Ich vermute, dass sich die Aktie auf aktuellem Niveau befestigen wird, was aber auch von dem sehr volatilen Palladiumpreis abhängt. Positiv ist auch die übergeordnete Bodenbildung der Aktie bei einem USD und die generelle Ablehnung von Kursen unterhalb der Region von 3 USD.
Herzliche Grüße
Ihr Klaus Buhl
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