„Auf dem Weg in die Knechtschaft“
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 15. Juni 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Am vergangenen Pfingstwochenende war es der Generalsekretär der deutschen Regierungspartei FDP, Christian Lindner, der öffentlich zugab, dass die finanzielle Schieflage Griechenlands auch die Ersparnisse der Deutschen gefährde. Wortwörtlich sagte der Politiker gegenüber der Frankfurter Rundschau (das gesamte Interview können sie mittels folgendem link nachlesen:http://www.fdp-kleinmachnow.de/portal.presse.php?id=15619 )
Wir sind uns aber einig geworden, dass eine erneute Finanzhilfe einer ungeordneten Staatsinsolvenz vorzuziehen ist, die Aufschwung und Beschäftigung hierzulande massiv gefährden würde. Übrigens auch die Ersparnisse der Bürger. Wir dürfen einen zweiten Fall Lehman Brothers nicht zulassen."
Garantie-Erklärung nach der Lehman-Pleite
Erinnern Sie sich? Im Herbst 2008 war es nach der Lehman Brothers Pleite ja das Duo Merkel/Steinbrück, das öffentlich eine Garantie für die deutschen Spareinlagen abgab. Wortwörtlich sagte der damalige Bundesfinanzminister Steinbrück an jenem Sonntag im Oktober 2008:
"Ich möchte unterstreichen, dass wir dafür Sorge tragen wollen, dass die Sparerinnen und Sparer in Deutschland nicht befürchten müssen, einen Euro ihrer Einlagen zu verlieren."
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, wie schnell sich doch die Zeiten ändern. Im Herbst 2008 ging es der Bundesregierung noch darum, einen Bank-Run in Deutschland zu verhindern. Inmitten der Euro-Staatsschuldenkrise weist der Generalsekretär der Regierungspartei FDP öffentlich auf die MASSIVE Gefährdung der Ersparnisse der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland hin. Manch sorgsamer Zeitgenosse interpretiert eine derartige Aussage auch als stillen Aufruf zum Bank-Run.
Sehr lesenswert in diesem Kontext ist auch die persönliche Erklärung gem. § 31 GOBT der FDP-Abgeordneten Frank Schäffler, Sylvia Canel, Jens Ackermann und Nicole Bracht-Bendt vom 10.6. diesen Jahres zur zweiten Griechenland-Hilfe ( http://www.frank-schaeffler.de/bundestag/initiativen/1635 ). Einen Ausschnitt dieser bemerkenswerten Erklärung will ich Ihnen, werte Leserin, werte Leser, nicht vorenthalten:
Der Preis, den wir für den im Februar des Jahres 2010 eingeschlagenen und heute weiter beschrittenen falschen Weg zu bezahlen haben werden, ist hoch. Viel zu hoch. Er kostet den Euro und dadurch vielleicht die europäische Einigung.
Es ist höchste Zeit und vielleicht schon zu spät, um umzukehren und endgültige Lösungen zu diskutieren. Wir müssen uns trauen, die einzigen möglichen Wege, die Griechenland wirklich helfen, zu gehen. Wir müssen uns endlich eingestehen, dass wir es mit einer pathologischen Überschuldung von Staaten und Banken zu tun haben. Wir müssen uns endlich eingestehen, dass das staatliche Geldsystem zu einer Überschuldungskrise von Staaten und Banken geführt hat. Wir ignorieren die Krankheit unseres staatlichen Geldsystems, in dem Geld und Kredit aus dem Nichts geschaffen werden. Dieses Geldsystem hat ein Schneeballsystem aus ungedeckten, zukünftigen Zahlungsverpflichtungen geschaffen. Wie jedes Schnellballsystem wird es früher oder später in sich zusammenbrechen.
Wir befinden uns auf dem Weg in die Knechtschaft. Dieser führt uns von Intervention zu Intervention spiralenförmig abwärts. An seinem Ende erwartet uns ein planwirtschaftliches Europa. Mit dem planwirtschaftlichen Europa kommt die Vollendung seines ökonomischen Verfalls. Ökonomischer Verfall führt zur Unzufriedenheit bei den betroffenen Menschen. Die schlimmen politischen Folgen ökonomischer Unzufriedenheit sehen wir in Dänemark, das seine Grenzen schließt. Statt eines Europas mit Grenzen für Güter und Menschen brauchen wir ein marktwirtschaftliches Europa mit Freihandel und gesundem Geld. Nur so erhalten wir ein Europa der Freiheit."
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Franz Schmerda (15.06. 2011 08:04 Uhr):
Was sagen Sie zum Vorschlag, ein Trennbankengesetz (USA=Glass Stegall)einzuführen ?
Antworten - Kommentar von Joachim Mueller (15.06. 2011 08:18 Uhr):
Was ist los mit den Lesern? Hier geht es um die Zukunft! Ja, Griechenland sollte aus der Eurozone ausscheren. Das kostet die Deutsche Bank? Na und? Soll sie pleite gehen. Das kostet die Anleger? Pech gehabt! Seit wann gibt es Garantien ohne Kosten? Die Anleger haben keine Versicherung, also tragen sie das Risiko. Warum ist das so schwer zu verstehen? Es muss endlich durchgegriffen werden, weil sonst einfach nur weitergewurschelt wird und das hilft niemandem. Griechenland muss in den saueren Apfel beissen und die Anleger auch. Der kleine Mann hat die Nase voll davon, dass Politiker anderer Leute Geld ausgeben.
Antworten - Kommentar von Roman Kurevic (15.06. 2011 08:23 Uhr):
Wenn ich die Lösungsansätze von unserer Politik, Notenbank und Beratern höre, weiss ich jetzt schon eines: QE 3 4 5 werden kommen und auch die nächsten Bonds werden platziert werden, bis alles von selber in sich zusammenbricht vermutlich Währungen). Es wäre schön, wenn unsere Politiker den Weg für frisches Blut freimachen würden, allein fehlt mir der Glaube in diesen ganzen Amigostaaten!
Antworten - Kommentar von MHaggenmacher (15.06. 2011 08:42 Uhr):
Sehr geehrter Herr N.N., sie haben wohl recht mit Ihrer Einschätzung der Lage. Auch Ihre Forderung nach freiem Handel und insbesondere nach gesundem Geld kann ich nur unterstützen. Nur wüsste ich zu gerne, wie sich Banker und Börsianer dieses gesunde Geld vorstellen. Ideen aus meinen Kreisen führen bei diesen Leuten zu Herzattacken oder Schlimmerem.Ich würde mich freuen, wenn von Ihrer Seite etwas konkreter argumentiert würde. Freundliche Grüsse M. Haggenmacher
Antworten - Kommentar von Manfred Fahtz (15.06. 2011 11:18 Uhr):
Endlich mal Politiker mit richtigem wirtschaftlichen Durchblick . Ich wuenschte es gebe noch mehr dieser bemerkenswerten Damen und Herren in den entscheidenen Positionen um die vorgeschlagenen Loesungen umzusetzen. Allein mir fehlt der Glaube das die Mehrheit der Buerger dies unterstuetzen wuerde. Es ist schon ein sehr abgefeimetes und deshalb schwer durchschaubaresSpiel dass die die jetzigen Finanz-und Polikereliten bewusst mit Otto Normalverbraucher spielen. Aber die Hoffnung auf positve Änderung stirbt zuletzt.
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ENL5454
- Kommentar von KH (15.06. 2011 21:19 Uhr):
Entweder bekommen wir mit einem Schritt nach vorne ein zentral gesteuertes und kontrolliertes Europa, indem diese Zahlendrickserein aller Teilnehmer nicht mehr möglich sind, oder es bleibt uns nur noch die Henkelsche Lösung übrig, dass die stabilen Länder sich mit einem Euro- Nord neu formieren.
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