Auf Dauer zuträglich für die Aktienmärkte
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 15. April 2011, 08:30 Uhr
die Inflation wird mehr und mehr zum Thema. Gestern wurde berichtet, dass in China die Inflation auf bis zu 5,4% angestiegen sei, und in den USA verteuerten sich die Erzeugerpreise - ein Indiz für den anhaltenden Anstieg des Preisniveaus. Diese Inflations-Diskussion schadet zu Beginn zwar immer etwas den Aktienmärkten bzw. macht die Anleger nervös, doch auf Dauer ist sie für diese zuträglich, solange die Zinsschritte zur Inflationsbekämpfung klein gehalten werden.
Warum ist das so? Von der Flucht in Sachwerte, die einzig plausible Antwort auf den Preisauftrieb, profitieren auch Aktien. Die Anleger sind gezwungen nach höher rentierlichen Anlagen zu suchen. Ein Teil der Gelder wird daher in den Aktienmarkt fließen, denn in diesen Marktphasen nimmt dann auch die Risikoneigung der Marktteilnehmer zu. Jetzt sind wird noch in einer Vorphase dieser Entwicklung, die am Aktienmarkt erst zu Umschichtungen führt. Es wird die „gefühlte" Sicherheit gewählt, also etwa raus aus Finanzwerten und rein in Konsumaktien.
Auch Google konnte gestern mit seinen nachbörslich präsentierten Quartalszahlen nicht die Erwartungen erfüllen. Beim Umsatz gelang dies zwar noch, doch die Gewinnerwartungen wurden leicht verfehlt. Im Nachbörslichen Handel verlor der Internetgigant rund 5%.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,44% |
| Dow Jones: | +0,12% |
| EuroStoxx50 | -1,09% |
| EUR/USD: | -0,10% |
| Gold: | +1,24% |
| Silber: | +3,55% |
| Öl (Sorte Brent): | +0,01% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): charttechnisches Niemandsland erreicht
Zeitweise sah es gar nicht gut aus für den Dax. Bei 7.100 Punkten konnten die Bullen jedoch das Ruder herumdrehen. Als sich der Dax dann etwas von der runden Kursmarke absetzen konnte, ging ich long. An der Widerstandszone um 7.150 Punkte wurde mein Kursziel erreicht. Etwas weiter ging es dann doch zwar noch, doch auch vorbörslich bewegt sich der deutsche Leitindex weiterhin innerhalb der Kursrange zwischen 7.180 und 7.140 Punkten - ein charttechnisches Niemandsland, - hier verlaufen extrem viele Linien (Durchschnittslinien sowie horizontale Unterstützungen und Widerstände; zu viele, denn eindeutige Signale erhält man so nicht).
Die Bullen sollten möglichst bald die kurzfristige Abwärtstrendlinie (rote Linie) nach oben durchbrechen, ansonsten wird die 7.100er-Marke nicht zu halten sein. Gelingt also der Anstieg über die Abwärtstrendlinie, so kaufe ich den Dax. Da die 7.200er-Marke sehr nahe an der Trendlinie verläuft, muss hier sehr vorsichtig agiert werden (Teilgewinnmitnahme oder rasches Stopp-Nachziehen). Über 7.200 Punkte folgen aber auch schon sehr bald weitere Widerstände. 7.220 und 7.240/45 Punkte sind ebenfalls Hürden, die erst einmal überwunden werden wollen. An diesen Stellen gilt die gleiche Vorgehensweise wie bei 7.200 Punkten.
Short gehe ich, wenn nach zuvor deutlich höheren Notierungen wieder die 7.200er-Marke abgetreten werden muss. Außerdem, sofern es die Bullen unter 7.140 Punkte fallen. Und ein starkes bärisches Signal wird aktiviert, sofern das letzte signifikante Tief bei 7.086 Zählern unterboten wird. Kann sich der Dax dort wieder fangen und geht es im Anschluss wieder über die 7.100er-Marke, kaufe ich den Dax - sowie (analog gestern), wenn schon an der runden Marke die Kehrtwende einsetzt (Einstieg dann wieder oberhalb der Kurszone um 7.115).
Gestriges Ergebnis: Gewinn 28,5 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
Dax (DAX.I): Der Dax war angeschlagen, doch gefallen ist er nicht.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden. Bei Trades mit überschaubarem Kursziel ziehe ich den Stopp aber auch enger an.
