Auch Griechenland bleibt ein Sorgenkind
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 16. August 2010, 13:00 Uhr
ENL5462
Nachdem die Probleme in Griechenland bereits fast vollständig aus den Medien verschwunden sind, habe ich dennoch einige Neuigkeiten aufschnappen können. So hat sich die Lage in Griechenland im zweiten Quartal deutlich verschärft. Von April bis Juni schrumpfte in Griechenland das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2010 um 1,5 Prozent. Im Vorfeld hatten die Experten nur mit einem Rückgang um 1 Prozent gerechnet. Der deutlich größere Einbruch als erwartet ist vor allem auf einen Rückgang bei den Investitionen und den deutlich niedrigeren öffentlichen Ausgaben zurückzuführen.
Zusätzlich klettert die Arbeitslosigkeit im Rekordtempo. Im Mai waren immerhin gut 600.000 Griechen arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem enormen Anstieg um 43 Prozent.
Bei diesen Zahlen wird klar: Griechenland ist noch lange nicht über den Berg. Schon jetzt erwartet der Gewerkschaftsverbund der Angestellten in der Privatwirtschaft (GSEE) für 2011 einen Anstieg der Arbeitslosenquote von derzeit 12% auf dann 20%.
Vielleicht muss bei diesen Aussichten der EU-Rettungsschirm schneller greifen, als es die Politiker bislang noch denken.
Und der Zahlenreigen geht weiter
Und auch heute stehen bereits weitere wichtige Termine zur Konjunktur mit den Verbraucherpreisen auf europäischer Ebene, dem amerikanischen Empire State Index (14:30 Uhr, letzter Wert: 5,1) und dem NAHB-Index Bau (16:00 Uhr, letzter Wert: 14) auf dem Programm. Diese dürften allerdings kaum Impulse geben können und eine nennenswerte Besserung ist auch nicht zu erwarten.
Morgen steht in Deutschland der ZEW-Index zu den Konjunkturerwartungen (August) auf dem Programm, der zuletzt rückläufig war. Nach den jüngsten positiven Schätzungen zur aktuellen Wirtschaftsentwicklung ist hier mit einem Anstieg der Erwartungen zu rechnen.
Breit gefächerte Konjunkturdaten gibt es aus den USA. Neben den aktuellen Daten zu den Erzeugerpreisen, der Industrieproduktion und der Kapazitätsauslastung (Juli) gibt es auch noch neue Zahlen zu Baubeginnen und den Baugenehmigungen (Juli). Diese Daten werden vermutlich erneut wenig erbaulich werden.
Am Mittwoch stellt das Ifo-Institut die Daten zur Entwicklung des weltweiten Wirtschaftsklimas im 3. Quartal vor.
Donnerstag kommen die Daten zur Entwicklung der deutschen Erzeugerpreis. Zuletzt hatte es hier einen Anstieg um 1,7% gegeben.
Fazit
Die folgenden Charts kennen Sie bereits. Dieses Mal habe ich sie jedoch mit der Marketindex-Plattform erstellt. Leider ist die Qualität bescheiden, da ich heute begrenzte technische Möglichkeiten hatte. Das Ergebnis ist das Selbe:
Gegenüber meiner Einschätzung von Freitag hat sich nichts geändert. Im Gegenteil - der DAX hat heute früh erneut gelitten und befindet sich nun sehr nah am unteren Ende des kurzfristigen Aufwärtstrendkanals. Weiteren Kursabschläge darf er eigentlich nicht verzeichnen.
Hier habe ich den mittelfristigen Aufwärtstrend etwas steiler eingezeichnet als in den Charts, die ich Ihnen zuletzt gezeigt hatte.
Zudem ist der aktuelle noch steilere Trendkanal dargestellt, in dem ich Ihnen am Freitag das steigende diagonale Dreieck vom Ty II beschrieben habe. Der rote Kreis markiert die Kreuzung zwischen kurzfristigem Abwärtstrend und dem übergeordneten Trendkanal, der nun für Halt sorgen sollte. Ansonsten drohen weitere 100 Punkte Kursrückgang.
Das rote Rechteck markiert den Bereich, der im folgenden Chart zu sehen ist.

DAX, Candlestick, 3-Stunden-Chart
Die Marke von 6.050 Punkten (gelbe parallele Linien) im DAX sollte zwingend halten, damit es nun wieder schnell nach oben gehen kann. Bis morgen könnte der DAX auch noch seitwärts tendieren. Spätestens am Mittwoch muss bzw. wird charttechnisch eine Entscheidung fallen. Ich persönlich hoffe hierbei weiterhin auf steigende Kurse und habe mich auch entsprechend positioniert. Allerdings liegt unterhalb von 6.050 Punkten auch recht bald ein erster Stopp-Kurs.
Die konjunkturelle Lage ist sehr schwierig. Auf der einen Seite starke Zahlen aus Deutschland, auf der anderen Seite (des Ozeans) dauerhaft schlechte Zahlen aus den USA.
Ich persönlich finde die Situation extrem spannend. Entweder die US-Daten können bald Erholungstendenzen vorweisen und die Wirtschaft hierzulande kann sich weiter stabil zeigen oder die deutsche Wirtschaft wird bald deutlich an Dynamik verlieren. Entsprechend wird sich auch der DAX verhalten. Noch kann sich der Index recht gut halten und auch nach wie vor den Ausbruch schaffen. Aber die letzten Tage haben gezeigt, dass bald eine Entscheidung her muss, sonst kann es auch ganz schnell wieder nach unten gehen und der September kommt immer näher.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Woche
Sven Weisenhaus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von TM (16.08. 2010 15:24 Uhr):
Lieber Herr Weisenhaus, zunehmend frage ich mich, was Ihr newsletter eigentlich noch mit Elliott Waves zu tun hat ????? Gruss, TM
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (24.08. 2010 10:41 Uhr):
Guten Tag! - - - Ich finde, Sie sollten die Beiträge nicht einzeln, sondern im Gesamtkontext betrachten. Natürlich enthält nicht jeder Beitrag eine Elliott-Wellen-Analyse. Einem anderen Leser habe ich hierzu bereits folgendes geantwortet: "Dennoch glaube ich, ohne überheblich wirken zu wollen, erhalten Sie keinen anderen kostenlosen Newsletter mit einer solch hohen Informationsdichte, sowohl zur konjunkturellen Entwicklung, als auch zur charttechnischen Situation, und hier insbesondere im DAX. - - - Es sollte die Gegenfrage erlaubt sein, was für Informationen für Sie [zum Thema Elliott-Wellen] interessant wären." - - - Hintergrundwissen zur Elliott-Wellen-Analyse allein macht Sie nicht reich. - - - Ich denke an der Börse (und auch in diesem Newsletter) geht es darum, die zukünftige Marktbewegung richtig einzuschätzen, um dieses Wissen in gewinnbringende Trades umwandeln zu können. Hierbei nutze ich sowohl die Elliott-Wellen-Analyse als auch klassische charttechnische Instrumente. Wenn ich damit in Summe die Märkte richtig für Sie einschätze, denke ich, liegt genau hier der Mehrwert für jeden Leser. - - - Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen. Nutzen Sie auch die Möglichkeit, mir eine ausführlichere E-Mail zu schreiben! - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (24.08. 2010 10:41 Uhr):
- Kommentar von Morgentau (17.08. 2010 13:08 Uhr):
* Chart Analyse mit Elliott-Wave * Kurs Prognose mit Elliott-Wave * Börsen Gewinne mit Elliott-Wave * kostenlos, risikolos und börsentäglich So lautet die Werbung für Wave Daily. Warum halten Sie nicht daran Herr Weisenhaus? Sie schreiben schon wieder darüber was passiert ist. In wieweit passt das zu der Werbung von Wave Daily? Warum benennnen Sie den Dienst nicht um, wenn Sie sich mehr mit Fundamentaldaten als mit Elliott Wellen beschäftigen? Viele Grüße A. Morgentau
Antworten- Antwort von Morgentau (24.08. 2010 10:07 Uhr):
Entgegen Ihres Beitrages vom 6. August "JEDER Leserbeitrag wird beantwortet" habe ich bisher keine Antwort von Ihnen empfangen. Sicher haben Sie meinen Beitrag und den von TM nur vergessen. A. Morgentau
- Antwort von Sven Weisenhaus (24.08. 2010 10:51 Uhr):
Guten Tag! - - - Ich habe auf den anderen Kommentar zu diesem Beitrag hier bereits eine ausführliche Antwort gegeben, die auch für Ihren Kommentar gilt. - - - Auch Sie dürfen mir gerne eine E-Mail schreiben mit konkreten inhaltlichen Wünschen. - - - Jeder Trader oder Analyst hat seine eigene Methode, die Märkte zu analysieren. Der eine bezieht seine Informationen alleine aus den Elliott-Wellen, der andere nutzt auch andere Indikatoren. Ich glaube, gerade in den letzten Tagen und Wochen haben die Konjunkturdaten eine hohe Relevanz. Besonders vor dem Hintergrund der auseinanderdriftenden Daten aus den USA und Deutschland wird das Wohl des DAX sicher hieran festzumachen sein. - - - Und aus meiner Sicht sind die Elliott-Wellen nicht hinreichend konkret um festzulegen, ob der DAX nun nach oben oder nach unten ausbrechen wird. - - - Wenn Sie sich ausschließlich über EWs informieren möchten, kann ich Ihnen den Börsenbrief von Herrn Robert Schröder empfehlen. In "Waves Weekly“ beobachtet Robert Schröder für Sie den DAX, den S&P 500, die Trendmärkte Gold/Silber/Öl und ausgewählte Einzeltitel, bei denen er ein besonders hohes Gewinnpotenzial sieht und gibt Ihnen mit seiner Empfehlung ein klares Chance/Risikoverhältnis an die Hand. Hierbei nutzt er, soweit ich weiß, ausschließlich die EW-Analyse. Sie haben die Möglichkeit, den Börsenbrief völlig kostenlos und unverbindlich zu testen. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Morgentau (24.08. 2010 10:07 Uhr):
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