Auch der 11. September war ein „schwarzer Schwan“
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 19. April 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Thema schwarze Schwäne". Der 11. September 2001 mit dem Angriff auf die "Twin Towers" in New York war auch so einer. Wenn dieser Angriff die eigenen Erwartungen übertraf - dann galt dies auch für die Reaktion der Bush-Administration darauf. Statt die Polizei darauf anzusetzen, welche die Schuldigen jagt und bestraft, begannen die Vereinigten Staaten einen groß angelegten und unlogischen Krieg gegen den Terror". So weit ich weiß, war dies der erste Krieg, der sich gegen niemand bestimmten richtete. Der 11. September ändert alles", sagten die Neokonservativen. Und so schien es auch zu sein.
Die Öffentlichkeit hätte entsetzt sein sollen; der Krieg gegen den Terror" sah von Anfang an wie ein teurer militärischer Fehlschlag aus. Stattdessen standen die Wähler geschlossen. Die Amerikaner dachten, dass sie unter einem generellen Angriff stehen würden. In Dubuque wurde Panzertapeten gekauft, damit Türen und Fenster gegen chemische Angriffe versiegelt werden könnten. In Dallas hörten die Leute zwischenzeitlich auf, ihre Post zu öffnen, aus Angst dass sie jemand vergiften würde. Selbst heutzutage noch ermahnen einen elektronische Tafeln entlang der I-95 nördlich von Washington D.C., dass man auffällige Aktivitäten melden" solle. Eine andere Tafel sagt: "Terror Tips. Call 1 800 4xxxx."
Ich war versucht, da mal anzurufen, aber das hätte mich sicherlich auf eine Liste von Verdächtigten gebracht. Soweit ich weiß, war da nicht einmal in den letzten 10 Jahren ein Truck mit arabischen Fanatikern auf der I-95, die Material für Bomben geladen hatten. Die Terror-Hotlines blieben deswegen auch still.
Offensichtlich waren die Terror-Experten entweder tot oder gut versteckt. Aber die Amateure übernahmen bald das Feld. In den Jahren nach dem großen Terror-Anschlag berichteten die Medien von drei Vorfällen, die erwähnenswert waren. In einem versuchte ein Mann, seine Schuhe explodieren zu lassen. In einem anderen Fall zündete ein Mann seine Genitalien an, bevor ein aufmerksamer Passagier eingriff. Und dann fuhren Terroristen angeblich mit einem Van voll Sprengstoff nach Manhattan, waren dann aber nicht fähig, das Zeug in die Luft zu sprengen.
Dann gab es reale Kriege, teuer und absurd. Die Nation mit dem größten nuklearen Waffenarsenal in der Welt warf dem armen Irak vor, Massenvernichtungswaffen" zu haben. Eine Invasion wurde gestartet. Ich bezweifelte, dass der Krieg eine gute Idee war. Nicht dass ich gewusst hätte, wer gewinnen würde, oder ob die Welt nach dem Krieg besser sei; ich dachte nur, es ist leicht unangemessen, für so ein großes Land ein so kleines Land anzugreifen.
Viele meiner Leser waren damals aufgebracht. Sie warfen mir als Amerikaner Mangel an Patriotismus vor. Einige schrieben, dass die US Air Force auch über mir Bomben abwerfen solle. Ich war damals in Paris. Hätten die Franzosen den USA nicht die Überflugrechte verweigert, dann hätte das ein Bomber tatsächlich tun können.
Das waren Zeiten. Es gab wilde Vorstellungen. Es gab neben dem Irak auch Afghanistan. Es wurden im Irak niemals Massenvernichtungswaffen gefunden. Diese Kriege machten wenig Sinn in Bezug auf die strategischen Interessen der USA, sagten Kritiker. Aber vielleicht sahen die einen Aspekt nicht. Menschen haben Wünsche. Die Geschichte hat Ziele. Vielleicht ging es nicht darum, zu gewinnen, sondern darum, zu verlieren. Die USA hatten keine realen Gegner oder potenzielle Bedrohungen mehr. Die Natur mag kein Vakuum, und auch kein Monopol. Nach dem Fall der Berliner Mauer hatten die USA fast ein Monopol auf militärische Stärke. Sie konnten keinen angemessenen Gegner finden. Deshalb mussten sie einen erschaffen. Sie gaben deshalb Geld, das sie nicht hatten, aus für Kriege, die sie nicht gewinnen konnten.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter Jaunecker (19.04. 2011 09:10 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, die Liste der schwarzen Schwäne ließe sich noch beliebig fortsetzen. In diese Liste gehören aber auch jene Tage vermerkt, die z.B. die etwas dubiose Wahl von G.W.Bush bzw. dessen 2. Amtsperiode begründeten. Man muß sich vor Augen halten bei Bill Clinton wußten die Republikaner nicht, welche fadenscheinigen Gründe sie noch aus den diversen Schubladen ziehen sollten, um ihn via Amtsenthebungs-verfahren los zu werden. Bei Bush konnte man dessen Lügen greifen und trotzdem versuchen einige etwas irregeleitete (z.B. Pallin) diesen und seine Administration als das Non-Plus- Ultra darzustellen. Vielleicht ist die folgende Erkenntnis noch nicht in das Zentrum der diversen US-Parteien vorgedrungen, daß jeder Krieg endlos Leiden und Zerstörung schafft, von den finanziellen Kosten ganz zu schweigen. Alle Kriege der Vergangenheit sollten einmal deren Kosten/Aufwandsratio untersucht werden, um den Verantwortlichen zu zeigen, daß nicht sie die unbegrenzten Herscher der Welt sind. Mit freundlichen Grüßen Peter Jaunecker
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