Auch chinesische Aktien sind abgestürzt
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 24. Juli 2008, 17:00 Uhr
ENL5454
Auch China-Aktien sind abgestürzt
Die Finanzmarktkrise hat nicht nur amerikanische und europäische Aktien abstürzen lassen, sondern vor allem auch die überhitzten chinesischen Werte. Da haben auch alle Beschwörungen der Abkoppelungstheorie" nichts geholfen, nach der sich die boomenden asiatischen Märkte von der Malaise an der Wall-Street würden abkoppeln können. Aber auch diesmal war es so wie praktisch immer. Die Börsen folgten ihren alten Gewohnheiten und Ängsten und handelten nach dem Motto: Die Ebbe senkt alle Schiffe! Vom zyklischen Hoch bei etwa 20.000 Punkten stürzte der Index um 45 % um erst bei etwa 11.000 einen bisher zaghaften Bodenbildungsversuch zu unternehmen.
Nun könnte eine weitere Chance vor uns liegen, hier nochmals günstig einzusteigen. Dass Asien und vor allem China zukunftsträchtige Märkte sind, brauche ich nicht lange zu erklären. Aber gerne erkläre ich immer wieder, dass es keinen Sinn macht in einen total heiß gelaufenen Markt zu investieren - auch wenn die langfristigen Perspektiven zu überzeugen wissen. Der Chart zeigt es deutlich.
Im vergangenen halben Jahr sind praktisch alle chinesischen Aktien stark gefallen und in China plant man bereits Maßnahmen, um einen weiteren Einbruch der Aktienmärkte zu verhindern. Die Abschaffung der erst vor etwas über einem Jahr eingeführten Stempelsteuer, die bei jedem Aktienverkauf fällig ist, wird derzeit diskutiert und könnte für eine Wende sorgen. Generell ist der Markt überverkauft und reif für einen Rebound, obwohl sich erst viel später Urteile über dessen Nachhaltigkeit abgeben lassen.
Besonders hart hat es die ehemaligen Lieblinge und Index-Schwergewichte China Life und auch China Mobile erwischt. Beide haben um etwa 40-50% korrigiert, obwohl die Unternehmenszahlen sich gut lasen. Kein Wunder bei dem rasant wachsendem inländischen Kundenpotential und der vor allem in den Städten explodierenden Kaufkraft.
Chancen und Risiken
Was ich meine, wenn ich über die Risiken von China-Investments spreche, sehen Sie hervorragend am Index des Hang-Seng. Obwohl dieser im Verhältnis zu den anderen Segmenten noch in gemähchlichen Bahnen verläuft, können Sie sich vorstellen, wie sich hier langfristige Anlagen anfühlen.
Die Risiken sehe ich or allem darin, dass die viel gescholtene Globalisierung keine Einbahn-Straße ist, sondern in beiden Richtungen funktioniert. Wenn sich nun die westlichen Wirtschaften weiter abschwächen, werden sich zwangsläufig die Exportchancen der Asiaten verringern. Obwohl sich deren Volkswirtschaften in einer weit besseren Verfassung als die westlichen befinden. Aber die Effekte der Finanzkrise werden sich auch weiterhin überall bemerkbar machen und die Dynamik muss zwangsläufig Luft ablassen.
Aber trotzdem gibt es in Asien etwa drei Milliarde Menschen, die riesige Beträge sparen und auch an der Börse investieren. Wegen der rigorosen Kapitalverkehrsbeschränkungen können die Chinesen aber kaum auf ausländische Papiere ausweichen und sind daher auf die Heimatbörsen angewiesen. Dies macht die Indizes volatil, aber auch für hartgesottene Trader interesssant.
Da der Hang Seng drauf und dran ist eine positive untere Schulter-Kopf-Schulter-Formation auszubilden, komme ich bei Interesse Ihrerseits gerne auf dieses Thema zurück!
Bis dahin können Sie ja einige chinesische Vokabeln büffeln, oder bei dem tollen Wetter einfach Ihren Wok auf die Terrasse tragen!
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Ihr Klaus Buhl