Auch China leidet unter der US-Wirtschaftskrise
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 21. Juli 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Die Financial Times berichtet:
"China...ist zurück im Spekulationsblasenland."
Nach der Expansion kommt die Kontraktion. Nach der Spekulationsblase kommt das Aufräumen. Nach dem Sturm kommt die Sonne.
Was passiert da in China? Was kommt nach der größten Export-geführten Blase, die es jemals gab? Eine weitere Blase?
Das scheint nicht möglich zu sein. Chinas Nummer 1-Kunde ist pleite. China hat viel zu viele Fabriken für die verbliebene Nachfrage. Es sollte den Laden schließen und warten bis das schlechte Wetter vorüber geht.
Und dennoch - China wächst. Eine Kombination aus heißem Geld...und heißer Fiskalpolitik...
Sein Handelsbilanzüberschuss und die ausländischen Direktinvestitionen - die Hauptquelle der Devisenreserven des Landes - sind nur halb so hoch wie im letzten Jahr. Aber die Spekulanten kommen an,...und sie bringen Cash. Das hat die chinesischen Devisenreserven über die Marke von 2 Billionen Dollar gebracht. Und das hat die Liquidität geliefert für eine weitere Runde von Spekulationsblasen-ähnlichen Zuständen.
So sind z.B. die Umsätze mit chinesischen Aktien derzeit drei Mal so hoch wie vor einem Jahr.
Die Investoren und Volkswirte der Welt denken, dass das chinesische Wachstum die Welt aus ihrer Krise herausziehen wird. Hallelujah - wir sind gerettet! Die Dinge werden wieder bald normal" sein. Die Aktien steigen deshalb schon wieder in Antizipation dieser Entwicklung.
Seien Sie gewarnt: Auch das wird platzen.
Zurück zum Normalzustand - das ist nicht das, was wir wollen. Normal" war in den Spekulationsblasen-Jahren pervertiert. Ungesund. Was die Leute wirklich reicher macht, ist die Akkumulation von Kapital. Die Akkumulation von Maschinen, Ressourcen und Wissen. Aber statt Kapital zu formen, hat die Spekulationsblasen-Wirtschaft es konsumiert. Je länger die normalen" Spekulationsblasen-Jahre liefen, desto ärmer und verwundbarer wurden die Menschen.
Aber die große Blase ist schon geplatzt. Und diese Echo-Blasen" werden sie nicht zurückbringen. Die Amerikaner kaufen nicht. So berichtet Mortimer Zucker im Wall Street Journal:
"Die Haushalte - überlastet mit historisch hohen Schuldenniveaus - werden eben auch mehr sparen. Die Sparquote ist bereits auf fast 7% des Nachsteuer-Einkommens gestiegen, von 0% im Jahr 2007, und sie steigt weiter. Jeder Dollar, der gespart wird, wäre sonst in den Konsum geflossen.
Da die Konsumausgaben die Hauptantriebskraft der US-Wirtschaft sind, werden wir einen schwachen Konsum-Sektor haben und deshalb werden viele Firmen einfach keine Notwendigkeit dafür sehen, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Nach der Rezession der Jahre 1990/1991 gingen die Konsumenten los und kauften Häuser, Autos und andere teure Güter. Dieses Mal wird die Kombination aus schwachem Arbeitsmarkt und ernster Kreditkrise dazu führen, dass die Leute nicht fähig sein werden, große Ausgaben zu finanzieren. Und diejenigen, die sich Geld leihen könnten, werden sehr zurückhaltend mit neuen Schulden sein."
Die Amerikaner kaufen nicht; also verkauft China nichts. Die Exporte Chinas...als die Quelle realen Reichtums...sind gesunken. Und es gibt keinen Grund dafür, dass sie sehr schnell wieder steigen werden.