Auch bei Indizes: Trailing-Stopps setzen
Tom Firley in Investors Daily
vom 20. Mai 2009, 18:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
wie gestern angekündigt, stelle ich heute die Notwendigkeit von Stopp-Platzierungen dar. Eigentlich wollte ich hierzu - um die Dramatik hervorzuheben - den TecDax als charttechnisches Beispiel nehmen. Aber da der TecDax erst am 24.März 2003 als Nachfolger des Nemax 50 in Erscheinung trat, weiche ich auf den Dax aus.
Kleiner Exkurs: Der Nemax 50 geriet damals wegen Insidergeschäften und Bilanzfälschungen in Verruf (so steht es geschrieben...). Daher wurde der kleinere TecDax mit 30 Werten geschaffen. Bleibt zu hoffen, dass nicht auch einmal ein anderer größerer Index wegen oben genannter Gründe ersetzt werden muss... wundern würde es mich nicht. Aber zurück zum Thema.
Der Kurs-Vergleich mit der Vergangenheit
Gerne wird die aktuelle Börsen-Situation von verschiedenen Analysten mit vorangegangenen Kurs-Entwicklung verglichen. Interessanterweise können da sowohl die Bären, als auch die Bullen die entsprechenden Argumente finden. Betrachten Sie bitte folgenden Dax-Chart.
Langfrist-Chart Dax
Im rechten, schwarzen Rechteck sehen Sie die aktuelle Entwicklung, die den Dax mittlerweile in der Spitze fast 40% nach oben getrieben hat.
Die Bären argumentieren nun, dass dies Ende 2001 / Anfang 2002 genau so war und die damalige Rally einen noch schlimmeren Absturz einläutete. Diese Entwicklung sehen Sie links im roten Rechteck. Damals stieg der Dax von 3.787 auf 5.462 Punkte, also 43%...
Die Bullen dagegen vergleichen die aktuelle Situation mit dem grünen Rechteck. Nach der grausamen Baisse seit dem Jahre 2000, setzte der Dax ab dem 12. März 2003 - quasi aus dem Stand - zu einer höchst bemerkenswerten Aufwärtsbewegung an.
Wer hat nun Recht? Bullen oder Bären?
Merken Sie was? Dadurch, dass beide Argumente etwa gleich stark sind, habe beide Fraktionen - charttechnisch gesehen - gleich viel Recht... oder eben Unrecht. Und auch fundamental gesehen, halten sich Mutmaßungen über „greifende Rettungspakete" und „ausufernde Staatsschulden" die Waage.
Ein Unentschieden.
Welcher Fraktion Sie nun angehören, müssen Sie selbst entscheiden. Als Bulle haben Sie sicherlich in den letzten Wochen einige Lorbeeren ernten können... Aber:
Mit welcher Methode - egal ob Bulle oder Bär - gehen Sie langfristig zu den Gewinnern?
Ganz klar, mit einer Stopp-Strategie.
Der Vorteil von Stopps
In der roten Phase im Chart hätten Sie zwangsläufig Ihre Gewinne mitgenommen, in dem Sie ausgestoppt worden wären. Vielleicht hätten Sie dann nach Erreichen eines neuens Hochs als Einstiegssignal ein Fehlsignal hinnehmen müssen (siehe scharze gestrichelt beim roten Rechteck). Aber auch hier hätte ein Stopp weiteres Ungemach verhindert.
In der grünen Phase wären Sie vermutlich auch einmal ausgestoppt worden (je nachdem, wie eng Sie Ihre Stopps setzen). Aber hier hätte Ihnen das Erreichen eines neuen Hochs (ebenfalls gestrichelte Linie) ein recht profitables Einstiegssignal beschert.
Natürlich, in einem langfristigen Chart sieht die Sache einfacher aus, als sie ist. Aber ich denke, ich konnte Ihnen den Vorteil von Stopps bzw. Trailing Stopps (also Stopps, die angepasst werden, sobald die Position im Gewinn ist) nahe bringen.
Die Profi-Trader
Falls Sie tiefer in die Materie einsteigen wollen und den Profis im Trading-Geschäft mal über die Schulter gucken wollen, habe ich im nächsten Beitrag etwas ganz Besonderes für Sie. Am 19. und 20. Juni findet die Trading-Expo in Aschaffenburg statt. Normalerweise kostet der Eintritt zu dieser Veranstaltung. Als Investors Daily-Leser können Sie sich aber eine Freikarte sichern. Mehr dazu im nächsten Beitrag.
Viel Erfolg an der Börse
Tom Firley
PS: Sogar den amtierenden Trading-Weltmeister Dr. Andrea Unger können Sie auf dieser Veranstaltung treffen!
