ATX:Korrekturbewegung noch in vollem Gange
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 19. August 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
österreichische Aktionäre durchlebten in den vergangenen zwölf Monate im Verhältnis zu anderen Märkten besonders schmerzhafte Zeiten. Neben der stärker werdenden Konkurrenz aus Osteuropa, deren Märkte zum Teil attraktivere Bewertungsniveuas aufweisen als der Österreichische, erwuchs in den jüngster Zeit auch wieder aus der zunehmenden politischen Unsicherheit ein zusätzlicher Belastungsfaktor für die Wirtschaft der Alpenrepublik. Die große Koalition aus ÖVP und SPÖ, die das Land mit einer dreijährigen Ausnahme seit zwei Jahrzehnten beherrscht, zerbrach erneut an vielen kleinen persönlichen Befindlichkeiten der handelnden Protagonisten. Da die nächsten Wahlen in knapp sechs Wochen, Ende September, anstehen, wird die Schwankungsbreite in dem ohnehin angeschlagenen Markt noch zunehmen.
Dabei muß allerdings die Erfolgsgeschichte des Leitindex ATX seit seinem Erwachen aus dem Dornröschenschlaf beachtet werden. Von Juli 2002 bis Juli 2007 konnte sich der Index von 1.000 auf 5.000 Punkte ohne größere Korrekturphase glatt verfünffachen. Die aktuell laufende Korrekturphase ist im Gesamtkontext dieser Bewegung einzuordnen und relativiert die seither aufgelaufenen Kursverluste von gut 30 Prozent. Dem technischen Bild ist zu entnehmen, dass die Abwärtsbewegung noch nicht beendet ist und weitere Kursabschläge drohen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der ATX die Rekordmarke von 5.000 Punkten im Verlaufe der nächsten drei bis vier Jahre sicher wiedersehen wird. Ein Vergleich zu den Entwicklungen des DAX zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2007 ist durchaus statthaft.
Nach den Korrekturmarken der Fibonacci-Retracements hat der ATX erst die Minimumkorrektur von 38,2 Prozent der gesamten vorherigen fünfjährigen Aufwärtsphase hinter sich gebracht. Die Erholung der vergangenen Woche verlief insgesamt relativ entäuschend. Da wichtige Indikatoren wie der MACD und der Coppock nun bereits wieder ein Ende der Erholung andeuten, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die Korrektur des österreichischen Aktienmarkts in Richtung auf die 50prozentige Korrekturmarke des Fibonnaci-Retracements fortsetzt. Diese befindet sich bei 3.000 Punkten ,woraus sich ein weiterer Verlust von knapp 15 Prozent zum aktuellen Indexstand errechnet. Ob der Markt dann die Kraft hat eine Bodenbildung zu starten oder das volle Korrekturpotenzial bis 2.528 Punkte ausschöpft, kann erst nach Eintritt des beschriebenen Szenarios sicher prognostiziert werden.
