Attentate und Elliottwellen - ein Widerspruch?
Rüdiger Maaß in Wave Daily
vom 10. Juli 2007 13:00 Uhr
ENL5454
Lieber Wave Daily Leser,
gestern haben wir uns den Zusammenhang zwischen Kriegen und Elliottwellen beschäftigt und herausgefunden, dass die Kursentwicklung in Kriegszeiten dem Wellenprinzip folgen. Heute möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf den 07.07.2005 -Attentat in Lonon - richten. Wir wollen herausfinden, ob die scheinbar unvorhersehbaren Aktionen von Attentätern das Elliottwellenprinzip in Frage stellen.
07.07.2005 Vier Selbstmordattentäter sprengten innerhalb weniger Minuten drei Untergrundbahnen und einen Doppeldeckerbus in Londons Innenstadt in die Luft. Mehr als fünfzig Menschen starben bei den Anschlägen und mehr als siebenhundert wurden schwer verletzt. Ich möchte meine Abscheu gegen diese Tat und mein Mitleid mit den trauernden Angehörigen der unschuldigen Opfer zum Ausdruck bringen.
Wissen Sie noch, wie die Börsianer auf diese Katastrophe reagierten?
Der DAX fiel innerhalb kurzer Zeit von 4650 auf 4440 Punkte. Wer erinnerte sich nicht sofort an die weittragenden Folgen vom 11. September (Attentat auf die Twin Tower in New York). Sollte ein weiterer Crash eingeleitet werden? Werden noch andere Attentate folgen? Werden wir selbst betroffen sein? Diese Fragen versetzten die Börsianer in Panik.
Betrachten wir diese verurteilenswürdige Tat mit den Augen eines Elliott Wave Analysten. Der DAX stieg seit dem 16.05.2005 in einer Trendwelle. Am Ende einer übergeordneten dritten Welle bildete sich ein Wellenabschlussmuster (steigendes diagonales Dreieck). Diese Formation wird mit zwei Begrenzungslinien gekennzeichnet und endet am Hochpunkt der Welle (3) grün.
Wir wissen inzwischen, dass nach einer dritten Welle in einem steigenden Trend eine fallende vierte Welle folgt, die häufig einen Rücklauf von 38,2 Prozent erreicht. Wir wissen auch, dass eine vierte Welle dreiteilig ist.
Nun betrachten wir die Zeit um den 7.7.2005. Der Markt hatte eine fallende Welle (a) grün und eine steigende Welle (b) grün vollendet. Es musste also nur noch eine dritte Welle (Welle c) folgen, damit die Korrekturformation abgeschlossen wird. Der Rücklauf von 38,2 Prozent sollte erreicht werden. Wir nutzen in diesem Fall nur die einfachen Grundregeln der Elliott Wave Lehre.
Nun bringen wir die Elliottwellen mit dem Attentat in London in Verbindung. Der Chart endet am 12.07.2005. Der starke und schnelle Kursrutsch in der Welle (c) wurde von dem Attentat in London verursacht. Die Welle (c) grün besteht aus fünf Wellen und entspricht den Regeln einer Welle c. Die Ausdehnung der Welle c endet ca. 30 Punkte unter dem Fibonacciverhältnis von 38,2 Prozent (4473). Die äußerste Ausdehnung einer vierten Welle (MoB = Make or Break Linie) wurde nicht erreicht.
Fazit: Die Kursreaktion auf das Attentat in London entsprach eindeutig den Elliott Wave Regeln und war keine Überraschung. Natürlich lassen sich nur Elliottwellen prognostizieren, niemals die dazugehörigen Ereignisse.
Es gab einen großen Unterschied zum 11. September. Dem Attentat in ew York folgte eine starke Baisse. Nach dem Attentat in London entstand eine starke Hausse. Wir hatten gemeinsam erarbeitet, dass das Attentat in London ein Teil von einer Korrektur in einer vierten sein musste. Was folgt nach einer vierten Welle? Genau – es folgt eine steigende fünfte Welle. Man kann also sagen, dass das Attentat und die nachfolgende Hausse mit den einfachen Regeln der Elliott Wave Lehre vorhersehbar war. Übrigens - Es handelt sich bei dem Chart um eine Originalprognose vom Juli 2005.
