Asiens neuer Währungspakt zementiert Chinas Aufstieg
Thomas Kallwaß in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 2. Januar 2012, 08:30 Uhr
ENL5454
Die beiden größten Wirtschaftsmächte Asiens, China und Japan, haben bei einem bilateralen Treffen in Peking verkündet, ihre Geschäfte künftig in den Landeswährungen Yen und Yuan abzuwickeln. Die beiden ehemaligen Erzfeinde rechnen derzeit rund 60 Prozent ihrer gegenseitigen Handelsströme in Dollar ab. Für das Jahr 2010 entsprach das Dollar-Volumen 340 Milliarden US-Dollar. Was in den letzten Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit war, soll also jetzt abgeschafft werden. Doch dazu muss China zulassen, dass die Währung konvertierbar wird.
Dollardominanz brechen
Bisher unterliegt die Konvertibilität der chinesischen Währung strengen Auflagen aus Peking. Bereits in den letzten Monaten lockerte China seine Währungspolitik. In London wurde kürzlich ein Handelszentrum für den Yuan eröffnet. Bislang war der Handel der Währung nur in Hongkong und Singapur möglich. Frankfurt soll in Kürze ein weiteres Zentrum folgen. Das Ziel Pekings ist offensichtlich. Die Dollardominanz ist Chinas Staatsführung bereits seit Langem ein Dorn im Auge. Doch die Etablierung des Yuan zur neuen Leitwährung muss von langer Hand geplant sein, denn mit der Einführung der freien Konvertibilität, die am Ende dieses Prozesses avisiert wird, steigen die Risiken für die kommunistische Staatsführung.
China hat keine Erfahrung mit Spekulativkapital
China strebt die Unabhängigkeit der eigenen Währung an, damit künftige Geschäfte in Yuan abgerechnet werden können und somit das Währungsrisiko nicht mehr bei den chinesischen Produzenten liegt. Der Vorteil, der sich daraus für chinesische Firmen ergibt, geht allerdings mit negativen Begleiteffekten einher. Denn je einfacher der Handel mit einer Währung ist, desto größer wird der Anteil an spekulativem Kapital. Während heute noch Kursobergrenzen für den Yuan gelten und nur bestimmte Staaten und Unternehmen die chinesische Währung kaufen dürfen, werden diese Restriktionen künftig aufgeweicht, bis schließlich die volle Konvertierbarkeit erreicht ist. Aus chinesischer Sicht ist dieses Ziel durchaus sinnvoll. Neben dem Wegfall des Währungsrisikos für chinesische und japanische Produzenten erhoffen sich Peking und Tokio auch mehr Sicherheit für das Staatsvermögen. Denn die Abhängigkeit vom Dollar ist bei beiden Staaten immens.
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