Arten von Handelsinstrumenten/ Optionsscheine
Henrik Voigt in DAX Daily zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 29. April 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
das wohl bekannteste derivative Handelsinstrument sind Optionsscheine. Optionsscheine (engl. Warrants) sind verbriefte, also als Wertpapier gestaltete Optionen und können genau wie Aktien durch Angabe der WKN über jedes ganz normale Depot gehandelt werden (im Gegensatz zu Futures oder CFD`s etwa, für die Sie einen Zugang zu einer Terminbörse brauchen.
Normalerweise verbriefen Optionsscheine das Recht:
* nach einem bestimmten Bezugsverhältnis
* einen bestimmten Basiswert (z. B. Aktien, Anleihen, Währungen, Indizes)
* zu einem vorher festgelegten Basispreis
* innerhalb einer festgelegten Bezugsfrist (Amerikanische Option) oder zum Ende einer Bezugsfrist (Europäische Option)
* zu kaufen (=Call-Option, Call) oder zu verkaufen (=Put-Option, Put)
Da Optionsscheine Derivate sind und deshalb als besonders risikoreiche Anlageform erachtet werden, bestehen für die vertreibenden Banken gegenüber ihren Kunden besondere Informationspflichten. Ihr Vorteil ist die Hebelwirkung, die einfache Handelbarkeit und die Möglichkeit, beide Kursrichtungen (steigend oder fallend) zu handeln. Auch können Sie niemals mehr als Ihr eingesetztes Kapital verlieren.
Aber es gibt auch gravierende Nachteile. Die Konstruktion eines Optionsscheines ist kompliziert. Wenn Sie mit Optionsscheinen Geld verdienen wollen, müssen gleich mehrere Variablen an der Börse zu Ihren Gunsten laufen: nämlich (im Wesentlichen) der Preis, die Zeit und die Volatilität (erwartete zukünftige Schwankungsbreite). Normalerweise ist es schon schwer genug, dass sich der Preis einer Aktie in die gewünschte Richtung bewegt. Bei mehreren Variablen gleichzeitig wird es schwierig. Nicht umsonst verfallen über 90 Prozent der Optionsscheine wertlos zum Handelsende. Es gibt Genies, die mit diesen Instrumenten an der Börse ein Vermögen verdient haben (meist mit sehr riskanten Kurzfrist-Strategien). Die meisten Anleger verlieren jedoch damit. Ich verwende Optionsscheine nur sehr selten in meinem Börsendienst DAX Profits. Wenn, dann nur, wenn innerhalb kürzester Zeit eine starke Bewegung nach unten zu erwarten ist, weil der Schein dann nicht nur vom Kursverfall, sondern auch vom Volatilitätsanstieg profitiert. Bei einer kurzen Haltedauer fällt auch der Zeitwertverlust nicht ins Gewicht.
Am Montag dann mehr zur heimlichen „Königsklasse" der Anlageinstrumente.
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Viel Erfolg und herzliche Grüße,
Ihr Henrik Voigt.
Chefredakteur DAX Profits
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Günter Schott (29.04. 2011 08:48 Uhr):
Sehr geehrter Herr Voigt, ich schätze Ihren "DAX daily" und könnte mich vielleicht irgendwann für Ihren "DAX Profits" erwärmen. Aber: Das macht doch nur Sinn, wenn man eine gewisse Mindestsumme parat hat. Wie hoch sollte der Mindestanlagebetrag sein?
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