Armes Irland
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 15. Mai 2009, 07:30 Uhr
ENL5462
Das arme Irland. Es war ein schreckliches Jahr für Erins Insel. Das Land, das am meisten vom Boom profitieren konnte, leidet heute mehr als andere unter der Krise. So läuft es nun einmal. Die Preise für Immobilien befinden sich im freien Fall. Die Arbeitslosigkeit schießt in den Himmel. Und jetzt kommt Mr. Obama und zieht den armen Iren den Boden unter den Füßen weg.
Der Autor dieser Seiten arbeitet mini-multinational. Ja, ich habe Büros auf der ganzen Welt - in Paris, in London, in Madrid, in Buenos Aires, in Johannesburg, in Melbourne, in Bombay und in Waterford in Irland. Und das ist der Grund, warum ich so viel Zeit damit verbringe zu reisen... ich versuche einfach nur auf dem Laufenden zu bleiben.
Ich bin nach Waterford gegangen, um die Unternehmenssteuer von 12% auszunutzen. Man muss ja irgendwo bleiben. Warum sollte man dann nicht in ein Land gehen, das einem nicht so viele Steuern abverlangt?
Obamas Initiative gegen Steueroasen
In der Praxis hat sich dies nicht als so wichtig erwiesen, weil ich nie genug Geld in Irland verdient habe, dass es auf den Steuersatz angekommen wäre. Doch war es hübsch zu wissen, dass wenn ich jemals Geld in Irland verdienen würde, ich zumindest nicht so viel davon an die irische Regierung würde geben müssen.
Doch jetzt kommt Obama mit seiner Initiative gegen die Steueroasen... und das arme Irland wird damit noch ärmer. Der amerikanische Präsident machte den Vorschlag, die irischen Steuervorzüge insgesamt abzuschaffen... zumindest soweit sie für amerikanische Unternehmen gelten, die die Hauptnutznießer sind. Er will die amerikanischen Unternehmen im Ausland sogar mit einer Strafe belegen. Sie werden dann nicht nur die Steuern im Land zahlen, sondern dazu noch die amerikanischen Steuern.
Ja, mein micro-multinationales Unternehmen wird mehr Steuern bezahlen müssen. Und der arme Herausgeber dieser Zeilen auch.
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