Arme Dummköpfe!
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 04. Juni 2004 18:00 Uhr
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"Ich kenne einen, der eins von diesen armseligen Häusern beim Paterson Park gekauft hat", begann ein Freund von mir letzten Mittwoch. "Er zahlte 87.000 Dollar. Und er hat dieses Haus für 140.000 Dollar an jemanden weiter verkauft – unmittelbar nachdem der Kauf abgeschlossen worden war."
Baltimore ist nicht Paris. Und der Paterson Park ist nicht der Jardin de Luxembourg. Stattdessen ist es ein Ort, wo man früher Selbstmord beging – dazu musste man noch nicht einmal eine Waffe kaufen oder sich die Pulsadern aufschneiden. Man musste nur nach Sonnenuntergang in diesem Park spazieren gehen; die Chancen standen gut, dass man niemals wieder nach Hause kommen würde.
"Muss wieder ein Selbstmörder gewesen sein", sagten dann die Polizisten. "Niemand ist so dumm."
Aber alles hat seine Zeit, wie ich hier beim Investor's Daily öfters sage ... und es gibt auch für alles Mögliche unter dem Himmel ein passendes Verbrechen.
In Baltimore drehen derzeit alle durch. Immobilien – hier seit über einem halben Jahrhundert ignoriert, vernachlässigt, vergessen – sind plötzlich wieder in Mode gekommen. Die Leute bezahlen extravagante Preise für sehr bescheidene Unterkünfte. Häuser, die jahrelang niemand besitzen wollte, finden plötzlich mehrere Besitzer innerhalb eines einzigen Jahres; sie werden jedes Mal renoviert und weiter verbessert, bevor sie weiterverkauft werden.
Es ist wieder einmal Alan Greenspan, der auch hier eine Spekulationsblase geschaffen hat ... eine Spekulationsblase bei den Immobilienpreisen.
"Gruppen von Investoren kommen aus Washington. Und da ist sogar eine Gruppe aus Chicago. Sie kaufen ganze Blocks und renovieren sie. Selbst Gegenden, in die man noch nicht einmal mit dem Auto durchfahren würde – selbst wenn die Fenster oben und die Türen verschlossen wären – werden jetzt ziemlich teuer."
Die örtlichen Reporter suchen nach Erklärungen dafür. Die Preise steigen demnach in einer Gegend, weil sie "nah am Hafen" sei. In einer anderen wegen ihres "altmodischen Charmes". In einer weiteren Gegend steigen die Preise, weil sie "von der jungen und hippen Gesellschaft der Stadt entdeckt worden ist."
Natürlich hätte man vor ein paar Jahren den Charme und die Nähe für die Hälfte des Preises kaufen können. Niemand scheint sich um die wirkliche Quelle dieser Blase zu kümmern.
"Die Geschichte ist nur eine Aufzählung von Verbrechen, Dummheiten und Unglücksfällen der Menschheit", schrieb Edward Gribbon.
"Es ist unglaublich", so griff eine Freundin beim gemeinsamen Mittagessen dieses Thema auf. "Mein Mann und ich hatten uns dazu entschieden, ein Haus zu kaufen. Wir gingen auf die Suche, aber die Preise schienen uns zu hoch. Ich bin erst seit 2 Jahren hier, aber in dieser Zeit scheinen sich die Preise von den Häusern, die uns gefallen, verdoppelt zu haben. Jeder, den wir kennen, scheint jetzt mit Häusern zu spekulieren. Sie treiben die Preise auf schwindelerregende Höhen. Wir können kein Haus kaufen, weil wir nicht spekulieren wollen; wir wollen nur einen Platz zum Leben. Ich schätze mal, dass wir einfach warten müssen, bis dieser Wahnsinn vorbei ist."
Wann wird er vorbei sein?
Ich weiß es nicht. Aber ich schätze, ich weiß, wie: Schmerzhaft. In den USA besitzen mehr Leute Häuser, als jemals Leute Aktien besessen haben. Und sie haben ihre Häuser mit immer höheren Hypotheken gekauft, zu flexiblen Zinssätzen. Die armen Dummköpfe.
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