Argentinien wird zum Ölmilliardär!
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 8. November 2011, 17:00 Uhr
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Nicht nur das Gold konnte von den jüngsten inflationären Nachrichten wieder profitieren, auch Brent-Öl macht sich auf, aus einer Konsolidierung auszubrechen. Dazu tragen natürlich nicht die immer weiter gesenkten Prognosen über den Verbrauch in der nächsten Zeit bei, denn diese dämpfen eher den Anstieg. Sondern es sind die längerfristigen Prognosen, die Sorgen bereiten. Jede Veröffentlichung von Rekordabsatzzahlen der großen Autokonzerne bedeutet im Umkehrschluss, dass wieder ein neues Fahrzeug Treibstoff braucht. Und während in Europa und den USA der Verbrauch etwas schrumpfen mag, steigt er in den sich entwickelnden Ländern durch eine kurzfristige Abschwächung nur etwas weniger stark an, als es zuvor befürchtet worden war.
So ist es auch kein Wunder, dass eine früher ölexportierende Nation nach der anderen zum Importeur wird. Nicht nur in Asien wird dieser Umstand zu einem Problem, sondern gerade auch in Südamerika. Die alten Ölfelder sind immer weniger ergiebig, neue schwer zu finden. Doch in diesem Zusammenhang kam gestern eine gute Nachricht aus Argentinien: Repsol verkündete, dass ein riesiges neues Ölschieferfeld gefunden wurde. Die Schätzungen belaufen sich auf 927 Mio. Barrel förderbarer Reserven an Öläquivalenten. Damit werden auf einen Schlag die bekannten Reserven Argentiniens verdoppelt, so riesig ist dieses Vorkommen.
Dieser gigantische neue Fund zeigt nicht nur, dass es immer noch große Felder gibt, die bisher nicht bekannt waren. Doch dass es sich hier um Ölschiefer handelt, bedeutet auch, dass dieses Vorkommen weder einfach noch billig erschlossen werden kann. Lohnt sich doch die Förderung in diesem Fall erst ab einem Erlös von etwa 40 bis 50 USD je Barrel im Gegensatz zu herkömmlichen Feldern, die teilweise schon unter 20 USD profitabel arbeiten können.
Für Argentinien bedeutet dieser Fund aber nicht nur, dass die Steuereinnahmen in den kommenden Jahren kräftig steigen werden, wenn der Staat umsichtig vorgeht. Damit dürfte zumindest von dieser Seite nicht wieder eine neuerliche Staatspleite ins Haus stehen. Das Vorkommen ist sogar so riesig, dass das Land sogar von einem Importeur von Öl zu einem Exporteur werden könnte, obwohl der Verbrauch im Land kräftig ansteigt. Übrigens trägt zu diesem Anstieg des Verbrauchs auch die verstärkte Förderung anderer Rohstoffe bei. So verfügt Argentinien ebenfalls über große Vorkommen an Lithium, das möglicherweise in einigen Jahren zum Rohstoff des 21. Jahrhunderts werden könnte. Die Erschließung dieser Ressourcen ist bereits in fortgeschrittener Entwicklung.
Bleibt abzuwarten, welche Rohstoffe die europäischen Schuldenstaaten aus der Misere retten könnten!?
Herzliche Grüße,
Ihre Daniela Knauer
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von kinva (08.11. 2011 19:05 Uhr):
Die Bekanntgabe eines "neuen" Ölfeldes wird mit zunehmend größerer Erleichterung aufgenommen, aber auch dieses Feld ist nicht gerade "neu"! Dass dort Öl lagert, sehr schwer und teuer auszubeuten, ist schon lange bekannt, es wurde jedoch noch nicht genau vermessen! Was in den Zahlen zur Ölmenge nie zu Tage tritt, ist der Umstand, dass man sogar von einem leicht auszubeutenden Feld nur zwischen 30 und - mit sehr viel Chemie und Technik - bestensfalls 55% gewinnen kann. Bei Ölschiefer und -sanden kommt hinzu, dass man z.B. in Kanada vielerorts 1 l Öl hineinstecken muss, um 2 l zu gewinnen!. (Ganz zu schweigen von der ungeheuren Umweltschädigung). Je schwieriger die Verhältnisse sind, desto weniger lohnt sich eine Förderung bzw. desto früher ist sie unwirtschaftlich und damit sinnlos. Wie das geologisch genau in Argentinien aussieht, weiß ich nun noch nicht exakt. Ich denke aber, dass es sich hier ähnlich entwickeln wird wie in Brasilien, das im letzten Jahr mit einem riesigen Fund unter dem Meeresboden "überraschte"! Auch das war seit langem bekannt, und es kann wegen sehr schwieriger Verhältnisse, wenn überhaupt nennenswert, nur zu einem Bruchteil ausgebeutet werden! Wobei man bedenken muss, dass im Falle eines Lecks, die BP-Katastrophe im Golf von Mexiko nur ein sehr kleiner Zwischenfall wäre! Man sollte also bei solchen Posaunenklängen etwas vorsichtig sein und erst die Prüfung abwarten, denn die geologischen Bedingungen, unter denen Öl und Gas entstehen konnten, sind seit Jahrzehnten bekannt, und daher ist die Erdkruste entsprechend abgeklopft. Und all die wirklich großen Felder sind seit Jahrzehnten fördertechnisch in Betrieb. Was man jetzt noch findet, sind sehr kleine oder sehr schwierige Felder, um deren Existenz (fast alle) man auch schon lange weiß.
Antworten - Kommentar von Tornadofritz (09.11. 2011 14:24 Uhr):
Interessant die Frage? Wo ist das deutsche Gold? Nach meinen Infos ist das deutsche Gold in USA. Auch das französiche Gold war in den USA. De Gaulle wollte es zurückhaben, das haben die USA abgelehnt, darum ist dann Frankreich damals aus der Nato. Dann haben sie ihr Gold bekommen. Kanzler Kohl wollte auch deutsches Gold von USA. Wurde von USA abgelehnt - dann verlief die Sache im Sande. Man munkelt, 70% bis 80% der angegebenen Goldreserven in den USA wären seit vielen jahren verschwunden. Es wäre mal ganz wichtig hier Klarheit zu schaffen.
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