Argentinien
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 14. Dezember 2005 18:00 Uhr
ENL5454
Es tut mir leid, dass Sie in letzter Zeit etwas weniger von mir gehört haben, es ist jedoch nicht so, dass ich auf der faulen Haut gelegen habe.
Nein, ich bin durch die halbe Welt gereist, immer auf der Suche nach guten Gelegenheiten, Probleme zu kriegen. Ich bin jetzt in Buenos Aires, wo ich gerade eine große Ranch ins Auge gefasst habe. Warum Argentinien? Ich habe das Gefühl, hier bekommt man noch eine sehr hohe Lebensqualität für einen sehr geringen Preis. Außerdem ist es ein Abenteuer.
Argentinien ist ein Land der Booms und der Krisen. In den letzten drei Jahren war es eher ein Land für Booms. Wenn sich die vorangegangenen Zyklen wiederholen, dann wird es noch zehn Jahre dauern, ehe es zur nächsten Krise kommt.
Immobilien in einem fremden Land zu kaufen, ist immer ein Abenteuer. Man weiß nie ganz genau, was gerade vor sich geht. Meine Erlebnisse am Freitag bilden da keine Ausnahme.
"Seht euch das einmal an", sagte mein Rechtsanwalt, als wir uns durch den Verkehr arbeiteten, "er ist ein solcher Tölpel, er weiß noch nicht einmal, wie man die Straße überquert."
Mein Rechtsanwalt ist ein Stadtmensch. Der Besitzer der Ranch, die ich kaufen wollte, ist kein Stadtmensch. Er ist viel mehr ein sehr angenehmer Mensch vom Land, der mir sofort gefallen hat. Es war eine Schande, dass es jetzt ganz so aussah, als würde er unter ein Auto kommen.
Er war bis in die Mitte der Straße gelaufen, als würde er damit rechnen, dass die Autos vor ihm zurückweichen würden, so wie die Kühe auf seiner Ranch. Die Fahrer in Buenos Aires müssen zu den aggressivsten der Welt gehören. Wären Hörner an ihren Autos, dann hätten sie Seňor Rodriguez aufgespießt.