Arbeitsmarktdaten belasten Stimmung: USD legt wieder zu
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 3. Juli 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
da ist sie wieder: die pessimistischere Stimmung. Oder sagen wir es anders: die etwas zögerliche Stimmung seit Juni verschlechtert sich zunehmend.
Konkrete Resultate, was eine tatsächlich anstehende Erholung der Weltwirtschaft angeht stehen bislang ja aus. Und so ist es nicht verwunderlich, dass weiterhin schlechte Arbeitsmarktdaten die Risikofreude beeinträchtigen.
Das US-Arbeitsministerium meldete einen Rückgang um weitere 467.000 Jobs im Juni. Das sind 100.000 mehr als der Konsens zuvor erwartet hatte. Die US-Arbeitslosenrate steigt damit auf 9,5%. Das entspricht dem höchsten Level seit 1983.
Doch auch in Europa sieht die Lage nicht besser aus. Auch hier ist die Arbeitslosenquote im Mai auf 9,5% angestiegen - das höchste Level seit 1999.
Die Aussichten bleiben also weiterhin sehr fragil - so lange nicht wirklich konkrete Anzeichen auf eine demnächst beginnende Erholung hindeuten. Vieles kommt dabei auf eine tatsächlich beginnende Erholung im Verbrauch an. Zwar haben vielerorts die fiskalpolitischen Stimulierungsprogramme sozusagen zur Nachfrageentwicklung beigetragen - doch so lange nicht nur die Bestände gefüllt werden und es tatsächlich zu einem steigenden Verbrauchswachstum in den großen Volkswirtschaften kommt, steht die Erholung weiterhin in Frage. Für die USA kommt in diesem Zusammenhang erschwerend die wachsende Sparquote (vom negativen Bereich bis auf aktuell 7%) hinzu.
In diesem risikoaversiveren Umfeld stehen aktuell auch die Rohstoffpreise wieder unter Druck. WTI-Erdöl fällt bis auf unter 67 US-Dollar pro Barrel zurück.
Stattdessen werden wieder leicht die alten Safe-Haven favorisiert. US-Treasuries legten zu, ebenso wie der USD. Die Renditen auf 10jährige US-Staatsanleihen fielen gestern auf 3,5 %.
EUR/USD fiel von 1,42 vorgestern bis auf 1,3927 und notiert aktuell bei 1,3988 . Die technische Unterstützung bei 1,4000 wurde damit nach unten durchbrochen und viele Stopps wurden bereits ausgelöst. Ich gehe vorerst davon aus, dass sich EUR/USD mittelfristig zunächst in einer Range zwischen 1,38 und 1,43 bewegen wird.
Quelle: CFX-Broker