Arbeitsmarkt beruhigt die Anleger
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 8. März 2010, 17:00 Uhr
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hoffentlich haben Sie ein angenehmes und nicht zu kaltes Frühlingswochenende" erlebt und sind gut in die neue Woche gestartet! Für mich hat der Tag eigentlich ganz gut begonnen! Denn zufällig habe ich in der Wechselgeldkasse des Kaufladens" meiner kleinen Tochter zwischen den Aluminium Münzen und den alten Geldscheinen der DDR" drei 50-Euro Banknoten gefunden, für die ich bereits vor etwa drei Wochen eine Sonderabschreibung vorgenommen hatte. Übrigens befürchte ich nicht, dass die kürzlich ausgegebenen griechischen Staatsanleihen einmal ebenso wertlos werden wie Monopoly-Geld oder die Münzen aus dem besagten Kaufladen meiner Tochter. Aber sehr verwundert war ich wegen deren vielfachen Überzeichnung schon. Überhaupt scheint ja die Entspannung in Sachen Griechenlands und die warmen Worten des französischen Staatspräsidenten Balsam auf die Seelen der Bullen gewesen zu sein. Denn immerhin stieg der DAX um fünf und die US-Indizes um drei Prozent in der vergangenen Woche. Die Wachstumswerte an der Nasdaq schafften sogar ein zyklisches Mehrmonats-Hoch.
US-Arbeitsmarkt weniger schlimm als befürchtet
Offenbar hatten generell gut informierte" Kreise bereits eine positive Überraschung geahnt und sich entsprechend positioniert. Denn es ist bestimmt kein Zufall, dass sich seit mehr als zwei Wochen bereits der innere" Markt stark verbessert und die meisten Industriesektoren wieder Kapitalzuflüsse verzeichnen- Trotz der damals noch sehr negativen Kommentare waren die Verbesserungen unter der Oberfläche der Indizes zu erkennen. Vor allem am Freitag waren die Aktienmärkte freundlich, nachdem die Februar-Zahlen des US-Arbeitsmarkts veröffentlicht wurden. Nur" 36.000 Stellen wurden im Februar der Statistik zufolge abgebaut, Analysten erwarteten aber einen Abbau von 50.000 Arbeitsplätzen. Ebenfalls war es erfreulich, dass im Dezember 2009 und im Januar 2010 insgesamt 35.000 Stellen weniger als vorher berichtet abgebaut wurden. Diese nachträgliche Revidierung nach unten hat mich persönlich sehr überrascht. Denn gewöhnlich kritisiere ich, dass an den Märkte Zahlen gefeiert werden, die bei nächster Gelegenheit wieder klammheimlich nach unten nachjustiert" werden. Einen Funken Hoffnung verbreitete auch der Sektor der Zeitarbeit, der sich im Februar stark verbesserte und der als ein Vorläufer für den regulären" Arbeitsmarkt gesehen wird.Aber dennoch gibt es keinen Grund zum jubeln, denn seit dem Ausbruch der Finanzkrise wurden bislang 8,3 Mio Stellen in den USA vernichtet und die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei 9,3 %. Immerhin wurde das Tempo der Vernichtung von Arbeitsplätzen im Februar abgebremst. Dies sind bislang geringe Verbesserungen, wären aber bei einer Verstetigung eine wertvolle Stütze für die US-Wirtschaft und die Konsumenten. Deren Vertrauen ist nämlich mittlerweile wieder auf rekordverdächtige Tiefs gefallen und Anlass zur Sorge.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Wachauge (12.03. 2010 23:33 Uhr):
Herr Bul, Sie sind wirklich ein gutgläubiger Mensch, was Statistikzahlen anbelangt. Denn die veröffentlichten Zahlen sind stets beschönigt und stark gefälscht und weichen stark von der Realität ab. Die wirkliche Arbeitslosenrate liegt ca um die 17 %, weil die ausgesteuerten Arbeitslosen nicht mehr erfasst werden, auch jene nicht, die sich nicht beim Arbeitsamt gemeldet haben, weil sie den Geist längst aufgegeben haben, sowie die temporär Arbeitenden und jene, die Kurzarbeit leisten. Also berichten Sie bitte etwas wahrheitsgetreuer. Vielen Dank.
Antworten- Antwort von Klaus Buhl (15.03. 2010 09:08 Uhr):
Sehr geehrte (r) Leser, (in), eigentlich antworte ich ungern auf anonyme Zuschriften. Aber hier vermute ich, dass Sie meine Artikel nicht so genau verfolgt haben. Mit keinem Wort habe ich geschrieben, dass ich den Zahlen vertraue. Ich habe lediglich beschrieben, dass die Masse der Investment-Schafe darauf reagiert hat. Ich kenne selber die Statistiken von shadowstats sehr genau. Wenn man aber den Markt für eine größere Öffentlichkeit beschreiben will, sollte man sich eher an den "offiziellen" Daten orientieren, egal was man über diese denkt. Denn die Masse der Investoren liest diese Daten und nicht die inoffiziellen. Vor allem wenn davon ausgeht, dass die institutionellen aus ganz anderen Gründen Aktien kaufen oder verkaufen. Immerhin schreibe ich häufig genug, dass die Entscheidung des Kampfes zwischen Bullen und Bären herzlich wenig mit dem zusammenhängt, was wir in der Presse lesen. Auch heute werde ich wieder dazu Stellung beziehen. Mit herzlichen Grüßen Klaus Buhl
- Antwort von Klaus Buhl (15.03. 2010 09:08 Uhr):
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