Arbeiten Sie mit Regeln!
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 11. November 2010, 08:30 Uhr
der deutsche Aktienmarkt und der Euro mussten gestern eine klare Niederlage hinnehmen. Der frühe Rücksetzer an der Wall Street verschlimmerte kurzzeitig sogar noch die Situation, doch nach und nach arbeiteten sich die US-Indizes wieder nach oben. Positiv ausgefallene Konjunkturdaten, wie etwa eine geringere Anzahl an Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, wirkten sich erst mit Zeitverzug auf die Märkte aus. Da war es für Dax & Co. aber schon zu spät. Auch für mich, denn zuvor musste ich einige Fehltrades einstecken und daraufhin beendete ich den Handelstag auch vorzeitig.
Jeder Trader sollte auch für diese Fälle Regeln haben: Nach wie vielen Verlusttrades am Tag wird die Reißleine gezogen? Wie hoch ist der absolute Verlust pro Tag in Euro, denn ich maximal bereit bin zu erleiden?
Warum ist dies so wichtig? Ohne diese Vorgabe versucht man sonst, den erlitten Verlust kleinzureden und tradet weiter. Häufig ertappt man sich dabei, das Minus möglichst schnell wieder wettmachen zu wollen, und das geht eben am schnellsten mit einem höheren Risiko - also mit größeren Positionen und/oder weiteren Stopps. Aus einem überschaubaren Verlust wird so leicht ein immenser Verlust, der nur schwer wieder auszugleichen ist.
Ich geh mit meiner Laterne ...
Auch am Tag danach werde ich mich zurückhalten, was aber nicht an der Regel selbst liegt. Heute wird im Kindergarten meiner Jüngsten das Martinsfest gefeiert, und da ich beim Aufbau helfe, ist für mich zur Mittagszeit Schluss. Mein Trading muss ich daher auf den verkürzten Handelstag ausrichten. Eventuell müssen dann eingegangene Positionen früher geschlossen oder die Stopp-Setzung angepasst werden. Da heute in den USA Veteran´s Day ist, ist heute ohnehin mit wenig kursbeeinflussenden Nachrichten zu rechnen - die US-Anleihenmärkte haben geschlossen.
Das Martinsfest ist für Kinder ein großes Erlebnis und wird zu ehren des Heiligen Martin von Tours veranstaltet (Sankt Martin). In vielen Regionen Deutschlands ziehen Kinder mit selbstgebastelten Laternen durch die Straßen und singen dabei traditionelle Martinslieder. In der herbstlichen Atmosphäre wirkt das anschließende Martinsfeuer natürlich noch romantischer. Ich freue mich schon darauf!
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -1,00% |
| Dow Jones: | +0,09% |
| S&P 500: | +0,44% |
| Nasdaq: | +0,50% |
| EUR/USD: | +0,03% |
| Gold: | +0,97% |
| Silber: | +0,26% |
| Öl (Sorte Brent): | +2,06% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): dank der Wall Street ging es wieder nach oben
Die Bären haben gestern einige Stopp-Schilder überfahren. Doch vor dem Erreichen der wichtigen Unterstützung bei 6.670 Punkten fand der Dax dann am Nachmittag doch noch in die richtige Spur. Der langsame, aber stetige Anstieg der US-Indizes machte sich dann bis zum Abend hin bemerkbar. Vom Tagestief konnte sich der deutsche Leitindex klar nach oben absetzen. Satte 70 Punkte liegt er nun höher. Auch vorbörslich ändert sich daran erst einmal nichts. Der Dax kämpft gerade mit der 50er-Durchschnittslinie.
Auch wenn mir der gestrige Long-Einstieg, den ich beim Bruch des Widerstands bei 6.775 Punkten einging, kein Glück brachte, halte ich an dieser Trigger-Marke fest. Wird die Hürde übersprungen, eröffne ich also eine Long-Position. Scheitert er, warte ich aber mit einem Short-Einstieg erst ab, ob auch die 50er-Durchschnittslinie - bei mir immer der exponentielle, gleitende Durchschnitt - nach unten verlassen wird. Beim Long-Szenario achte ich darauf, wie sich die Marktteilnehmer an der 6.800er-Marke verhalten. Eine schnelle Gewinnmitnahme erscheint mir wahrscheinlich. Lieber gehe ich beim Überwinden des Jahreshochs bei 6.810 Punkten erneut long. Nach deutlich höheren Notierungen quittiere ich den Sturz unter die 6.800er-Marke mit einem Short-Einstieg.
Auf der Unterseite hatte ich gestern aufgrund meines vorzeitigen Arbeitsendes den geplanten Short-Einstieg mit dem Bruch der Unterstützung bei 6.730/25 Zählern leider verpasst. Diese Trigger-Marke habe ich aber auch heute im Visier. Kommt es also erneut zum Bruch, so gehe ich short mit Minimum-Kursziel 6.700 Punkte. Kommen die Bullen aber bei 6.730/25 Punkten wieder auf die Beine, oder erobern diese nach einem stärkeren Rückgang diese Kurs-Zone zurück, so gehe ich long.
Gestriges Ergebnis: Verlust 25,5 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
Dax (DAX.I): Den Sturz unter die Unterstützung bei 6.730/25 konnte ich gestern nicht traden. Vielleicht heute?
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
