Arafura will eine komplexe Mischung von Rohstoffen abbauen
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Rohstoffe
vom 16. März 2010, 17:00 Uhr
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Aber kommen wir nun zu Arafura, nach der Leser E.B. gefragt hat: Die Rohstoffe, bei denen es in Arafuras Flagschiff-Projekt Nolans geht, sind mindestens ebenso wichtig für die Technik der Zukunft wie das Lithium von Orocobre. Bei Arafura geht es vor allem um die in der Lagerstätten enthaltenen Seltenen Erden (Rare Earth Oxides = REO). Das ist eine ganz spezielle Gruppe unterschiedlicher Metalloxide, die immer zusammen, aber in unterschiedlicher Zusammensetzung vorkommen.
Seltene Erden sind nicht selten, aber schwierig zu verarbeiten!
Entgegen der Vermutung, die der Name der Rohstoffe nahe legt, sind diese Metalloxide ganz und gar nicht selten, sondern kommen z.B. deutlich häufiger als Gold in der Erdkruste vor. Aber es gibt nur sehr wenige Abbaustätten, was deren Konzentration vor allem in chinesischer Hand zu einem brisanten Politikum macht. Wenn die Chinesen dem Westen den Nachschub damit abdrehen, bekommen einige Hightech-Anwendungen Probleme. Dazu gehören übrigens auch die Elektromotoren, für deren Energiespeicherung wiederum das Lithium nötig ist.
Das Problem, warum es nicht mehr Abbaustätten für Seltene Erden gibt, liegt darin begründet, dass es sich bei diesen Stoffen (im Gegensatz zum Lithium) um einige der am schwierigsten zu verarbeitenden Rohstoffe überhaupt handelt. Als deren Preise im Keller waren, lohnte es sich so wenig, diese abzubauen, dass sogar Anlagen in Amerika geschlossen wurden. Inzwischen wurde dies erkannt und es sind rund um den Globus REO-Ressourcen in mehr oder weniger fortgeschrittener Exploration.
Doch entgegen frühen optimistischen Hoffnungen, zieht sich der Aufbau einer Produktion seit Jahren hin. Das betrifft nicht nur Arafura, sondern liegt einfach in der Natur der Sache. Zwischen dem reinen Abbau der Erze und der Herstellung industriefähiger Seltener Erden besteht eine wichtige Divergenz. Denn genau hier setzen die besonderen Schwierigkeiten dieser Stoffe ein.
Anleger bei Arafura haben eine lange Durststrecke hinter sich
So sind auch die Anleger bei Arafura inzwischen reichlich Kummer gewöhnt, wenn es um Kapitalerhöhungen geht und reagieren darauf erst einmal relativ negativ, wie zuletzt gesehen. Denn obwohl die Zusammensetzung der Mineralien bei diesem Unternehmen sehr lukrativ ist, sind sie doch besonders schwierig zu verarbeiten.
Ganz einfach erkennen Sie dieses Phänomen bei solchen relativ fortgeschrittenen Firmen übrigens an der Höhe der Summe, die für den Aufbau einer Produktion veranschlagt wird. Sie finden diese in jeder Firmenpräsentation. Bei Orocobre wird mit 80 - 100 Mio. USD gerechnet. Eine Summe, die noch relativ einfach zu finanzieren ist. Bei Entwicklern von Seltenen Erden kann diese Hunderte Mio. USD betragen oder sogar in die Milliarden gehen. Bei Arafura sind derzeit 420 Mio. USD veranschlagt. Genau hier liegt ein ganz entscheidender Unterschied der beiden Firmen!
Haben Sie noch weitere Fragen zu dem spannenden Thema? Ich freue mich immer über Ihre Kommentare. Bis Freitag wünsche ich Ihnen jetzt noch eine erfolgreiche Woche. Herzliche Grüße,
Ihre Daniela Knauer
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Volkhart Rudert (17.03. 2010 19:03 Uhr):
Das Besondere bei Arafura ist die Bindung der Seltenen Erden an Phosphat, sodass bereits in der Pilotanlage erfolgreich auch Phosphorsäure für industrielle Anwendungen als Beiprodukt gewonnen wurde. Das Unternehmen könnte so schon wirtschaftlich allein über den Phosphorsäurevertrieb arbeiten. Die Gewinne aus den Seltenen Erden, deren Preise seit Anfang Januar um bis über 60% gestiegen sind kommen dann noch oben drauf.
Antworten- Antwort von Jörg Fink (20.03. 2010 14:36 Uhr):
Sehr richtig, Herr Rudert, es kommen noch Uran und Calciumchlorid hinzu. Zudem das politisch stabile Australien nicht vergessen, speziell Northwest Terr. Vielleicht gelingt Herrn Ward ein gutes Finanzierungskonzept. Erfreulich wäre auch ein deutschsprachiger Internet - Auftritt, um deutschspr. Anlegern die Materie verständlicher zu machen.
- Antwort von Jörg Fink (20.03. 2010 14:36 Uhr):
- Kommentar von Knauer (18.03. 2010 22:56 Uhr):
Das sehe ich ebenfalls so, Herr Rudert. Es widerspricht auch nicht meiner Aussage, dass es sich bei Arafura um eine ausgesprochen komplexe Produktionseinrichtung handeln wird. Es scheint so viel Interesse an der Thematik Arafura zu geben, dass ich darauf noch einmal genauer eingehen werde. MfG, D. Knauer
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