Arafura versus Orocobre: Lithium gegen Seltene Erden
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Seltene Erden
vom 16. März 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
heute wollen wir den Artikel im Nebenwerte Daily von Freitag "Arafura versus Orocobre" fortsetzen. Er beschäftigte sich mit den unterschiedlichen Reaktionen der beiden Firmen nach einer Handelsaussetzung. Nachdem wir am Freitag auf die psychologischen Hintergründe der Reaktion und die Hintergründe der Kapitalerhöhung eingegangen sind, wollen wir uns heute wie versprochen mit den geologischen Hintergründen beschäftigen.
Informieren Sie sich gründlich über Rohstoffe und Abbau!
Wenn Sie auf eigene Faust in junge Rohstoff-Aktien investieren wollen, empfehle ich Ihnen dringend, sich vorher gründlich mit geologischen und geotechnischen Grundlagen zu beschäftigen. Ebenso, wie Sie nicht in eine Technologie- oder Pharma-Aktie investieren sollten, ohne wenigstens die wichtigsten Grundlagen dieses Geschäfts zu verstehen, sieht das auch bei Rohstoffaktien aus. Ansonsten kann ich Ihnen wärmstens die Börsenbriefe "Wahrer Wohlstand", "Rohstoff Investor" oder die "Eildepesche des Oxford Clubs" empfehlen.
Hier ist es nicht nur wichtig, über Angebots- und Nachfragesituation der beteiligten Rohstoffe informiert zu sein. Da es hier um einen häufig sehr kostenintensiven Bergbau (im weitesten Sinne) geht, sollten Sie auch die wichtigsten Grundlagen dieses Geschäfts kennen. Denn gerade, wenn es um die involvierten Rohstoffe und deren Abbau geht, unterscheiden sich Arafura und Orocobre ganz entscheidend.
Orocobre lässt Sonne und Wind für sich arbeiten
Orocobre entwickelt einen Salzsee, der Lithium-, Magnesium- und Kalisalze in gelöster Form enthält. Im Gegensatz zu den Ressourcen vieler Konkurrenten liegen hier die Minerale in sehr guter Zusammensetzung vor. Generell handelt es sich bei diesen Salzseen um einige der am einfachsten abbaubaren Rohstoffgemische, die überhaupt vorstellbar sind. Im Prinzip müssen sie (entsprechende klimatische Bedingungen vorausgesetzt) einfach die Lauge in einfache Becken leiten, und Sonne und Wind produzieren das rohe Salz für Sie. Sie kennen sicher alle die Meersalzgewinnung, die nach diesem Muster abläuft.
Die Zusammensetzung muss stimmen!
Natürlich ist es nicht ganz so einfach, sonst würde es nicht so viele Diskussionen geben, dass Lithium in den nächsten Jahren ein knappes Mineral werden könnte. Sondern neben dem besonders trockenen Klima muss die Lauge auch noch eine spezielle Zusammensetzung aufweisen. Sie darf Lithium und Magnesium nur in einem bestimmten Verhältnis aufweisen, sonst kann die Trennung der Rohstoffe sehr schwierig und damit teuer werden. Denn Lithium und Magnesium sind so nahe verwandt, dass es recht kompliziert ist, die beiden zu einem reinen Rohstoff zu trennen. Und was chemisch schwierig ist, bedeutet auch entsprechend höhere Kosten, um eine Produktion zum Laufen zu bringen.
Wird der Salar de Uyuni je entwickelt?
Wahrscheinlich haben Sie schon einmal von dem Salar de Uyuni in Bolivien gehört, der bedeutendsten Lithium-Ressource der Welt. Viele Hoffnungen gründen sich auf dessen kommerzielle Ausbeutung, denn damit hätten wir auf Jahrzehnte hin Lithium in großen Mengen. Aber dieser Salar hat ein großes Problem: Denn er weist (neben politischen Schwierigkeiten) ein so ungünstiges Lithium-Magnesium-Verhältnis auf, dass bisher alle Bemühungen um den Aufbau einer größeren Produktion von Lithium im Sande verlaufen sind.
Zusätzliche Phantasie verschafft ein neuer Salar
Orocobre besitzt nicht nur bei seinem Salar de Olaroz eine so gute Mineral-Zusammensetzung, dass sich dort das Lithium sehr günstig abbauen lassen wird. Sondern die Firma hat auch bei der Handelsaussetzung erste Ergebnisse für einen weiteren Salar veröffentlicht, die noch besser ausgefallen sind. Nachdem das Unternehmen seit Monaten viele Liegenschaften im argentinischen Lithium-Dreieck eingesammelt hat, gehören sie dort inzwischen zu den größten Landbesitzern. Das lässt weitere interessante Explorationsergebnisse erwarten. Ohne die gleichzeitige Mitteilung der Kapitalerhöhung wäre daher der Kurs vermutlich noch ganz anders nach oben gehüpft.
ähnliche Beiträge:
- Arafura versus Orocobre: Auswirkungen einer Kapitalerhöhung
- Arafura will eine komplexe Mischung von Rohstoffen abbauen
- Arafura: So sieht eine Verarbeitungsanlage für "Seltene Erden“ aus
- Seltene Erden: Diese Metalloxide werden immer wichtiger
- Seltene Erden – weitere Mineralienvorkommen
- Seltene Erden – Phosphatlagerstätten
- Setzen Sie auf nordamerikanische Seltene Erden-Unternehmen
- China bildet Monopol für die Produktion von "Seltenen Erden"-Metallen
- Seltene Erden – Aktien
Artikel weiterempfehlen