Apple als Langfrist-Aktie?
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 5. November 2009, 18:00 Uhr
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einer meiner Lieblingsleser wies mich darauf hin, dass ich mal wieder etwas zu Langfrist-Aktien schreiben wollte. Sie wissen: Momentan halte ich recht wenig von einer reinen Buy-and-Hold-Strategie. In den 90er Jahren war dies sicherlich anders, aber die aktuellen Unwägbarkeiten zwingen einen Anleger - auch einen langfristig orientierten - dazu, fast täglich (mindestens einmal wöchentlich) auf die Kurse zu schauen.
Was fällt uns zum Thema Langfrist-Aktie ein? Ich würde das Ziel eines Langfrist-Investment, wenn es um Aktien geht, ganz simpel so beschreiben:
1.) Nur dann würde ich eine Aktie als Langfrist-Investment kaufen, der ich zutraue ein neues Allzeithoch (oder zumindest ein mehrjähriges Hoch) zu erreichen.
2.) Falls sich die Aktie nicht entsprechend verhält, so sollte doch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit gewährleistet sein, dass ich meinen Einsatz (nahezu) zurück erhalte.
3.) Die Aktie sollte in der Vergangenheit nicht überdurchschnittliche Kursschwankungen aufweisen.
Beim Stichwort „Allzeithoch" haben wir aktuell ein sehr prominentes Beispiel... Apple. Schauen wir auf den Langfrist-Chart
Chart Apple 25 Jahre
Mit der Apple-Aktie war in den letzten 25 Jahren unglaubliches Geld zu verdienen... aber auch zu verlieren. Von September 1985 bis Oktober 1987 stieg die Apple-Aktie zum Beispiel über 700%. Doch von April 1991 bis Juli 1997 fiel die Aktie von 18 auf etwa 3,30 US-Dollar - ein Verlust von über 80 Prozent!
Einen wahren Siegeszug vollzog die Aktie von 2003 bis Ende 2007. In diesem Zeitraum stieg die Apple-Aktie von 6,56 auf unglaubliche 199 US-Dollar. Das ist ein Gewinn von 2933 Prozent und eine durchschnittlich Jahresrendite von sagenhaften 113%.
Kürzlich hat die Apple-Aktie ein neues Allzeithoch erreicht. Damit lagen logischerweise alle Apple-Aktionäre im Plus. Und in der Retrospektive wäre es natürlich eine hervorragende Idee gewesen, sich Apple-Aktien ins Depot zu legen.
Ist Apple nun eine Langfrist-Aktie?
Jein. Zwar besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass Apple weitere Allzeithochs erreicht. Allerdings überrascht diese Aktie auch immer wieder mit heftigen Kursrutschen. Daher würde ich auch bei einem langfristig geplanten Investment immer den 256-Tage-GD betrachten. Im Chart sehen Sie diesen GD als grüne Kurve. Und wie Sie sehen, hätten Sie mit diesem GD die wichtigsten Kurssteigerungen „mitgenommen" und wären in den meisten Fällen rechtzeitig ausgestiegen.
Morgen zeige ich Ihnen eine ähnlich bekannte Aktie, die aber im Vergleich zu Apple weniger hohe Kursauschläge nach unten hat und sich rendite-technisch auch nicht verstecken muss. Sie alle kennen dieses Unternehmen. Vermutlich haben Sie sich mit Produkten dieses Hauses schon mal die Zähne geputzt oder (mit einem anderen Produkt natürlich) Ihr Geschirr gespült.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
PS: Falls Sie einmal eine aufschlussreiche Elliott-Wave-Analyse lesen wollen, schauen Sie sich den aktuellen Beitrag von Deutschlands Elliott-Wave-Profi Robert Schröder zu Alcoa an. Klicken Sie hier: Alcoa, fast wie auf Schienen
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Werner Krieger (06.11. 2009 08:06 Uhr):
Hallo Herr Firley, Herr Proffe scheint das mit der Apple-Aktie anders zu sehen. Für ihn ist sie eine klare Langfristaktie, die seit Jahren im Depot liegt und zu den großen Outperformern gezählt hat und zählen wird.
Antworten - Kommentar von Axel Schön (07.11. 2009 16:23 Uhr):
Sehr geehrter Herr Firley, ich bin etwas erstaunt: Seit ich Ihre Ausführungen lese, bin ich, was Verlustbegrenzung angeht, ein sehr disziplinierter Anleger geworden und sichere Buchgewinne konsequent mit Trailling-Stops ab (was zum Beispiel vor einigen Tagen dazu geführt hat, dass ich bei ThyssenKrupp ausgestoppt wurde, während die Aktie nun wieder steigt). Nun erläutern Sie plötzlich Kriterien zum Aussuchen von Langfristaktien, die aber - sowohl Apple als auch Palmolive - mit Trailling-Stops beide schon lange nicht mehr im Depot wären. Mit freundlichen Grüßen A. Schön
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