Apple-Aktien jetzt verkaufen?
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 17. Februar 2012, 16:00 Uhr
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Bearish Engulfing, heisst das Warnsignal aus der Kerzencharttechnik auf das ich heute eingehen möchte. Skeptiker hatten bereits seit Langem erwartet, dass sich Apple auf seinem Höhenflug die Flügel verbrennt, wie in der griechischen Mythologie einst Ikarus der Sonne zu nah kam und der Sage nach ins Meer stürzte.
Die griechischen Philosophen haben mit diesem Gleichnis zu erklären versucht, was auch die Bibel mit der Geschichte vom Turmbau zu Babel vor Augen führen wollte, als sie die Maßlosigkeit (Völlerei) zur Todsünde erklärte. Keine Sonntagspredigt zum Thema wäre vollständig, wenn nicht auch noch ein Der Hergott lässt die Bäume nicht in den Himmel wachsen" mahnend an die Gemeinde gerichtet würde.
Diese Erziehung steckt tiefer in uns drin, als wir es wahrhaben wollen. Wie sonst wäre zu erklären, dass wir Aktien verkaufen, nur weil sie bereits lange gestiegen sind, oder umgekehrt Aktien kaufen, bloß weil sie schon lange fallen und deshalb billig sein müssten.
Wer die Börse als einen Platz der psychologisch geprägten Preisbildung begreift, wird zukünftig einen Chart umdrehen, um seine Einschätzung zu überprüfen. Also demnach wäre eine Aktie, die 90 Prozent gefallen ist, nicht billig, sondern teuer. Und umgekehrt wäre eine Apple-Aktie ein Papier, das am Boden liegt und das bei den ersten und zweiten charttechnischen Kaufsignalen unbedingt gekauft werden müsste. Allerdings sollte vorher eine kritische Prüfung von Bilanz und G&V zum Resultat führen, dass die Bilanzkritik mit der Charttechnik zusammenpasst, oder?
Sie merken, worauf ich hinaus will. Entscheidend ist es, die Wahrnehmung vom Balast der Erziehung zu befreien und eigene Handelsideen zu entwickeln, sonst werden Sie sich, lieber Leser, wirklich die Flügel verbrennen.
Zum zweiten Teil von: Die Idee hinter dem Bearish Engulfing und die Trefferquote