Antwort der Ministerin
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 18. April 2006 12:00 Uhr
ENL5454
*** Antwort der Ministerin!
Thema "deutsche Entwicklungshilfe für China". Ich hatte mich ja darüber aufgeregt, dass Deutschland (ein Land mit über einer Billion Euro Schulden) China (einem Land, das zu Jahresbeginn 819 Mrd. Dollar DevisenRESERVEN hatte und ein Wirtschaftswachstum von gut 9 % vorweisen kann) jährlich 68 Mio. Euro Entwicklungshilfe zahlt.
Und ich bin immer wieder überrascht, wie engagiert unsere Trader's Daily-Gemeinde ist ... denn ganz offensichtlich wurde das zuständige Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung daraufhin von einer Anfrage-Welle überschüttet. Ministerin Wieczorek-Zeul verfasste deshalb eine Antwort auf den entsprechenden Trader's Daily-Beitrag. Sie schrieb u.a.:
"Insgesamt sind unsere Zusagen an China tendenziell rückläufig; so betrug 1998 das jährliche Volumen der Zusammenarbeit noch 135 Millionen Euro. Was dieser Artikel allerdings verschweigt, ist die Tatsache, dass – angesichts einer Bevölkerung von ca. 1,3 Milliarden Menschen – China der pro Kopf kleinste Empfänger deutscher Mittel ist. Dabei handelt es sich vor allem um Beratungsleistungen und die Förderungen von Pilotvorhaben, die Anreize für eine weitere und intensivere Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen schaffen."
Die komplette Antwort der Ministerin können Sie im Beitrag "Antwort" (siehe unten) nachlesen.
Ich bin über diese Stellungnahme sehr froh und danke der Ministerin für diese Antwort!
Zu meiner Bewertung dieser Antwort: Ich finde, da bringt es Trader's Daily-Leser Norbert P. (der diese Antwort ebenfalls erhalten hatte) auf den Punkt. Er schreibt mir:
"So ganz stellt sie (die Antwort) mich nicht zufrieden, da der geschilderte Sachverhalt ja nichts an der tatsächlichen Situation ändert, dass das reiche China von uns 'Entwicklungshilfe' erhält, auch wenn sie nach der Antwort unserer Ministerin vielleicht besser als 'Schmiergeld' zu bezeichnen wäre."
Immerhin, die 86 Mio. sind keine einfache Übertragung im Sinne einer nicht zweckgebundenen Überweisung.
Damit ist dieses Thema für den Trader's Daily beendet.
*** Und noch eine aktuelle Zahl zu China (Quelle: Radio China International):
Im letzten Jahr sind die Spareinlagen der Chinesen auf den neuen Rekordwert von 14,1 Bio. Yuan gestiegen. Im Jahresverlauf nahmen sie um 2 Bio. Yuan zu.
Ca. 9,83 Yuan sind ein Euro – das bedeutet, dass die chinesischen Privathaushalte zu Jahresende 1,43 Billionen Euro auf der hohen Kante hatten. (Und der chinesische Staat hatte zu diesem Zeitpunkt wie gesagt 819 Mrd. Dollar Devisenreserven).
Nicht schlecht! Und beide Beträge – private Ersparnis bzw. staatliche Devisenreserven – steigen weiter und weiter. Wundert mich auch gar nicht, denn die Chinesen, die ich kennen gelernt habe, sind äußerst sparsame Menschen. Und auch, wenn in China der "kleine Mann" bzw. die "kleine Frau" nach unseren Verhältnissen sehr wenig verdient – irgendwie schafft er/sie es dennoch, von diesem Einkommen 20 % zu sparen. Oder noch mehr.
Wie oft muss ich es noch sagen? Von dieser Entwicklung können auch wir als Anleger profitieren. Und meiner Ansicht nach am besten über den Umweg "Rohstoffe" (der chinesische Drachen hat einen ungeheuren Appetit auf Rohstoffe, und diese zusätzliche Nachfrage lässt aufgrund des mehr oder weniger stagnierenden Angebots die Rohstoffpreise steigen).
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche,
Michael Vaupel