Ansichtssache
Kay Patrick Kaymer in Wave Daily
vom 30. Oktober 2006 13:00 Uhr
ENL5454
Ach wie schön ist die Umstellung auf die Winterzeit. Eine Stunde Schlaf mehr, da macht das Wochenende doch noch mehr Spaß. Und von Winter kann ich ehrlich gesagt noch kaum was spüren. So erleben wir derzeit wohl einen der wärmsten Oktobermonate in der Geschichte. Aber wo Sonne ist, da ist auch Schatten. Denn so schön es ist noch im Oktober draußen sitzen zu können, gesund kann das nicht sein.
Während ich am Sonntag mit dem Umstellen der Uhren beschäftigt war, hörte ich im Radio passend dazu eine interessante Meldung. Laut einer aktuellen Studie kann die Klimaveränderung eine weltweite Rezession auslösen. Denn die Schäden die dadurch verursacht werden, sind erheblich.
Die Klimaveränderung betrifft schließlich nicht nur die Agrarindustrie, sondern auch den Versicherungssektor und indirekt viele weiteren Sektoren. Vielleicht rüttelt das die Staaten endlich auf, gemeinsam etwas gegen das drohende Klimachaos zu unternehmen. Schwierigere wirtschaftliche Zeiten kommen nämlich sowieso noch auf uns zu.
Neubeginn
Währenddessen läuft ein zweites Mal der Mannesmannprozess an. Wieder einmal ist die gesamte „Prominenz“ mit Ackermann, Funk, Zwickel und natürlich auch Esser. Dabei geht es um eine Gesamtsumme von Euro 57 Millionen. Ob solche „Sonderzahlungen“ rechtens sind oder nicht, kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen. Grundsätzlich ist es natürlich aus ethischer Sicht meiner Meinung nach schon Grenzwertig.
Wenn man das aber in Relation betrachtet, trübt sich es wieder leicht ein. Herr Esser hat es damals geschafft, den Wert des Mannesmann Konzerns erheblich zu steigern. Durch die geschickten Strategie wurde der Wert dann während des Übernahmekampfes nochmals kräftig gesteigert. Somit hat er das Aktionärsvermögen um mehrere Milliarden vermehrt.
Wenn Sie Klaus Esser als Portfoliomanager betrachten und diesen so bezahlen wie dies besonders im Private Equity- und Hedge Fonds-Markt üblich ist (mit einer satten Erfolgsbeteiligung), ist die ihm ausgezahlte Summe recht gering. Mit diesen Maßstäben gerechnet hätte er ein x-faches von seiner Abfindung gezahlt bekommen.
Ebenfalls finde ich es bemerkenswert, dass soviel über diesen Fall berichtet wird. Gleichzeitig kann ich in den gleichen Zeitungen lesen, dass der „arme“ Michael Schuhmacher nun gar nicht weiß, was er mit all seinem Vermögen in Höhe von Euro 650 Millionenanfangen soll. Gleichzeitig regt sich ebenso niemand darüber auf, dass in den Fußballstadien 20-jährige über den Platz turnen und dafür Millionengehälter bekommen.
Das ist schließlich alles ganz normal und die Sportler haben es schließlich auch verdient. Ich persönlich verstehe nicht ganz, warum hier unterschieden wird. Ob solche Gehälter vertretbar sind oder nicht, ist wohl eine Glaubensfrage.