Anschläge in Kenia
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 28. November 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Sie haben sicher bereits davon gehört. In der kenianischen Stadt Mombasa haben Terroristen zwei Anschläge verübt, die anscheinend auf israelische Ziele gerichtet waren. Bei einer Explosion im Paradise Hotel, ein Hotel in dem häufig Israelis absteigen, wurden mindestens 13 Menschen getötet und 80 Menschen verletzt. Zum gleichen Zeitpunkt wurden 2 Raketen auf ein israelisches Flugzeug abgeschossen. Die Maschine wurde jedoch verfehlt und konnte mittlerweile sicher in Tel Aviv landen.
Bei dem Anschlag auf das Hotel handelt es sich offenbar um einen Selbstmordanschlag. Der Anschlag wurde verübt, als sich eine Reisegruppe mit 60 israelischen Urlaubern in das Hotel einchecken wollte. Drei Täter seien zu diesem Zeitpunkt mit einem Geländewagen in das Hotel gerast und hätten sich dann in die Luft gesprengt. Das Hotel, dass übrigens auch einem Israeli gehört, wurde fast vollständig zerstört. Behörden scheinen die El Kaida für diese Anschläge verantwortlich zu machen.
In fast schon schöner Regelmäßigkeit kommt es nun zu Anschlägen. Ich denke mal, Ihnen geht es dabei genauso wie mir: Sie würden sich in einer "friedlichen" Welt auch wohler fühlen. Die neusten Anschläge machen aber eins klar: Die Befürchtungen, die ich hegte, dass wir nun mit einer Serie von Anschlägen rechnen müssen, hat sich bewahrheitet. Damit ist jedoch auch klar, dass eine neue Form des Krieges begonnen hat. Nein, es nützt nichts mehr zu sagen: "Ach Kenia ist ja weit weg." Von dem, was da auf uns noch zu kommen kann, werden wir alle betroffen sein. Die Warnungen der Nachrichtendienste bezüglich neuer Anschläge werden immer lauter. El Kaida hat sich anscheinend wieder formieren können.
Das wirklich Schlimme dabei ist, dass es offenbar unmöglich scheint, etwas gegen solche Anschläge zu unternehmen oder sie zu vermeiden. Andererseits wird es auch immer mehr dazu führen, dass die Sicherheit über die persönliche Freiheit gestellt werden wird, wie es sich in Amerika schon deutlich abzeichnet. Der gläserne und überwachte Mensch, auch keine wirklich erstrebenswerte und zudem auch sehr gefährliche Tendenz.
Aber kommen wir zu den Börsen: Sie reagierten erst einmal kaum auf die Anschläge. Sie waren einfach zu weit weg. Zudem sind wohl viele Marktteilnehmer auch schon abgestumpft gegen solche Nachrichten.
Der heutige Tag ist, wie gestern schon erwähnt, von schwachen Umsätzen und lustlosem Handel geprägt. Der Dax bewegt sich mal wieder nach der allmorgendlich Hauptbewegung in einer Seitwärtsbewegung mit minimalen Schwankungen. Es fehlen nun einfach die Impulse aus Amerika. Wahrscheinlich wird also nicht viel mehr passieren heute. Gegen Abend neigen dann die Märkte meist dazu leicht zu fallen. Für mich als Trader heißt das, ich habe heute einen ruhigen Tag. Die niedrigen Umsätze verursachen zu viele Fehlsignale, so dass es fast Zufall ist, wohin sich der Kurs bewegt. Da sollte man aufs Intradaytraden besser verzichten.