Anleger ignorieren erstklassige Aussichten

Miriam Kraus; Martin Stephan (Gastbeitrag) in Rohstoff Daily zum Thema Aktien
vom


 

Gestern habe ich einen herrlichen Beitrag meines Kollegen Martin Stephan gelesen. Ein Beitrag, bei dem ich nicht nur schmunzeln, sondern auch zustimmend nicken musste und den ich Ihnen einfach nicht vorenthalten kann. Außerdem zieht mein Kollege ein Resümee zur Invest Messe und wenn Sie sich noch erinnern mögen, ich hatte ja am Montag um weitere Beobachtungen und Einschätzungen gebeten. Deshalb überlasse ich heute Martin Stephan das Wort im Rahmen eines Gastbeitrags.


 

Viel Spaß beim Lesen, noch ein schönes Wochenende, liebe Grüße und bis Montag in alter Frische, wenn ich Ihnen wieder die aktuellen Konjunkturdaten präsentieren werde!

 

Ihre Miriam Kraus

 

Martin Stephan schreibt:

 

In der letzten Woche hatte ich meinen Lesern im Rohstoff Investor eine Einschätzung zur Aktie von Apple Computer, im Vergleich zu den Rohstoffproduzenten gegeben. Mein Fazit, kurz zusammengefasst, lautete: Apple erlebt einen Boom, Rohstoff-Produzenten eine Baisse. Weder ist der Apple-Boom logisch, noch die Schwäche der Rohstoffaktien, die aktuell, ebenso wie der kalifornische Konsumgüter-Hersteller, Rekordgewinne erzielen. Die Marktkapitalisierung von Apple übertrifft aktuell die aller primären Gold-Produzenten auf der Welt zusammengenommen, doch die Anleger lassen sich von solchen Details ja nicht aus der Ruhe bringen.

 

Facebook wie Glencore?

 

Es gibt allerdings gute Gründe zu vermuten, dass den Kursen der Nasdaq-Giganten wie Apple, Google oder auch Amazon eher härtere Zeiten bevorstehen als vermutet. Das gilt jedenfalls dann, falls die Börsianer an ihrem typischen Anlegerverhalten festhalten sollten. Vor etwa einem Jahr sorgte der Börsengang des Rohstoffhändlers Glencore für medialen Wirbel. Der milliardenschwere Börsengang wurde monatelang vorbereitet und sollte den zwischenzeitlichen Höhepunkt der neu entdeckten Rohstoff-Vorliebe darstellen. Am Ende wurde es tatsächlich ein Höhepunkt - anschließend rauschten nämlich die Kurse der gesamten Branche bergab. Die Schwäche hält bis heute an.

 

In etwa 14 Tagen findet nun endlich der Börsengang des "sozialen Netzwerks" Facebook statt. Einer Plattform, auf der Personen ohne Not, also rein freiwillig, ihre Vorlieben und Gesinnung, berufliche und private Kontakte verewigen, um dann von anderen Egomanen, die ebenfalls bei Facebook "leben" verfolgt bzw. von der Werbeindustrie erfolgreich bewirtschaftet zu werden.

 

Was für ein Witz: über jede Volkszählung regt sich der Michel auf, jede Datenschutzpanne stellt eine Katastrophe dar, aber bei Facebook lässt man sich nach Strich und Faden gedanklich und verhaltenstechnisch "ausplündern" - und zwar freiwillig. Wie dem auch sei, Fakt ist, dass auch Facebook mit einer ansehnlichen Milliardenbewertung die Börse erobern wird. Doch das könnte es dann vorläufig auch mit dem Triumpf der "HighTech"-Aktien gewesen sein, Gewinnmitnahmen in den Folgemonaten bei so einer Konstellation sind eher die Regel als die Ausnahme. Die Investoren wenden sich wieder anderen Spielfeldern zu, auf denen zukünftig "abgeräumt" werden könnte.

 

Rohstoff-Aktien statt Tech-Aktien?

 

Es wäre allerdings vermessen zu erwarten, dass das große Geld dann - endlich - in die Rohstoff-Branche fließen würde, aber vielleicht zumindest ein Teil. Die Anziehungskraft von "Wert"-Anlagen im eigentlichen Sinne des Wortes, scheint noch immer nicht groß genug zu sein um Anleger entsprechend zu führen. Diese lassen sich vermutlich lieber von weiteren "Wachstumstrends" ohne nachhaltige Substanz wie "Nano oder Bio-Allerlei" einfangen, um dort die nächste Blase aufzupumpen.

 

Wann nun final Vernunft in Investoren-Gehirne einziehen wird und diese einen der wirklich großen, langanhaltenden Megatrends, nämlich Rohstoff-Produzenten, erkennen werden, lässt sich leider nicht sagen - doch mit jedem Tag der ereignislos vergeht, müssen Sie und ich kürzer warten bis das Unvermeidliche eintritt: die Renaissance der Minen-Aktien.

 

Mit Durchhalte-Parolen hat das ganze übrigens wenig zu tun, eher mit Logik. So sorgen allein die in der vergangenen Ausgabe angesprochenen Dividendenrenditen früher oder später für eine Aufwärtsbewegung, die schon bald wieder zulegenden Rohstoffpreise werden ihr Übriges beisteuern.

 

Weiter im 2.Teil...

 

 

Zum zweiten Teil von: Privatanleger werden rar

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Kommentar von Susanne Adelsberger

Ich habe die Geschichte mit größter Zufriedenheit gelesen. Denn die Erklärung lässt sich wohl für rein kapitalistische denkende weltliche Menschen kaum nachvollziehen. Es geht hier um den Nachhaltigkeitsgedanken. Menschenrechte. Tierschutz. Ökologie. Kommunikation. Ich hab über 755 Freunde auf Facebook und zusammen verändern wir die Welt und unterstützen uns! Wir haben schon Einiges verändert! Das ist gut so! Das ist gelebte Gemeinschaft!

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Kommentar von Schlesselmann

Auf den Befall mit "finaler Vernunft" warten Teile der Menschheit mindestens schon so lange, wie andere, mit finaler Unvernunft beseelte Teile auf den Weltuntergang. Das kann sich also noch hinziehen.

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