Angst vor allem....
Andreas Lambrou (Gastbeitrag) in Rohstoff Daily
vom 28. September 2011, 20:30 Uhr
ENL5454
Ich glaube, dass die Deutschen ihren Widerstand gegen die Einführung der gemeinschaftlichen Euroanleihen aufgeben werden müssen, um eine starke Rezession zu vermeiden. Der Markt fordert diese geschlossene Rettungsaktion des Euros. Andernfalls werden die Attacken auf die Euroländer wie Portugal, Italien, Spanien, Irland und letztlich sogar Frankreich, sowie am dicken Ende auch Deutschland, nur weiter zunehmen.
Ein Schreckensszenario
Gleichzeitig weiß jeder, dass Sparmaßnahmen und Schuldenabbau, den kurzfristigen Druck auf eine Volkswirtschaft nur noch weiter verschärfen. Wenn nämlich Löhne und Sozialleistungen gekürzt werden, fällt der Konsum automatisch geringer aus. Dies bedeutet eine Nachfrageabschwächung sowie Kurzarbeit und Massenentlassungen bei den Unternehmen. Zudem verschärft sich der psychologische Druck auf die Menschen, die noch Arbeit haben, so dass diese ebenfalls ihren Konsum rapide zurückfahren.
Wir reden in diesem Szenario nicht von 0-Wachstum oder 1-2% Wirtschaftsrückgang, wie es derzeit der IWF für Europa erwartet. Nein, wir reden von potenziellen 10% bis 20% Wirtschaftseinbrüchen in allen EU-Staaten. Einen solchen Wirtschaftseinbruch gab es in den letzten 50 Jahren noch nie. Vergleichbar wäre dies mit den Zusammenbrüchen von Indonesien, Thailand und Russland, zum Ende der 90er Jahre, als deren Währungen um rund 2/3 an Kaufkraft verloren. Ein Mittelklasseauto würde danach statt 20.000 € mindestens 60.000 € kosten, ein Brot zwischen 5 und 10 € und ein Bier im Aldi mindestens 5 €. In einer solchen Situation würden die Menschen nur noch das Allernotwendigste kaufen. Schließlich würden die Immobilienpreise "in den guten und teuren Stadtlagen", die ja als Inflationsschutz gesehen werden, ebenfalls relativ stark abwerten.
Sämtliche Vermögenswerte wären dann für Europäer schwer erschwinglich. Allerdings würden wohl Chinesen und Asiaten generell enorme Kauforgien in Europa veranstalten und alles zusammenkaufen.
Dennoch bin ich mir relativ sicher, dass dieses Schreckensszenario zumindest für die nächsten Jahre ausbleiben wird.
Der deflationäre Schuldendruck und der unweigerlich folgende Zusammenbruch von EU und USA, kann nämlich sehr leicht verhindert werden.
Hierzu müssten die Europäer und Amerikaner nur genug Geld drucken. Darum bin ich sicher, dass die Eurobonds zusammen mit der nächsten Liquiditätswelle, irgendwann noch kommen werden.
Zum zweiten Teil von: ...ermöglicht hervorragende Kaufchancen!ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Horst Albrecht (29.09. 2011 20:20 Uhr):
Endlich ein Kommentar, der den Nagel auf den Kopf trifft. Leider wird alles von Politikern entschieden, die über zu wenig FACHWISSEN verfügen und alles aus der politischen Warte sehen und entscheiden. Fachleute braucht das Land!!!
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