Angebot und Nachfrage
Daniel Fehring in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 07. November 2006 08:30 Uhr
ENL5454
Diese bestimmen den Markt. Vollkommen richtig!
Ist ein Überhang an Nachfrage vorhanden, steigt der Kurs. Auch vollkommen richtig.
Die Frage ist, was beeinflusst in diesem Fall die Nachfrage?
Natürlich diejenigen die Kaufen!
Was beeinflusst aber die Käufer?
Natürlich der Grund zum Kaufen!
Warum gibt es einen Grund zum Kaufen?
Natürlich die Meldungen und Gerüchte!
Wer beurteilt die Meldungen?
Natürlich die Analysten!
Jetzt sehen Sie, wer den Markt macht.
Ganz so einfach ist der Markt nicht zu sehen, aber es geht sehr stark in diese Richtung. Oft gibt es Stopp Loss Lawinen, die Übertreibungen am Markt hervorrufen oder fundamentale Daten, die den Markt massgeblich beeinflussen. Das Grundprinzip bleibt aber meistens erhalten.
Somit trennen Sie sich bitte von Meldungen. Oft sind es die Meldungen und es gilt das Prinzip: „Sell on good news" oder "buy on bad news". Es ist daher vollkommen egal, wie die Wirtschaftsdaten ausfallen. Es gilt viel mehr festzustellen, wie der Markt positioniert ist und auf die Daten reagieren wird!!!!
Daher ist es mühselig darüber nachzudenken, warum ein Währungspaar in die entgegen gesetzte Richtung sich bewegt, wie er es eigentlich „sollte".
Wie soll man aber herausfinden, wie der Markt positioniert ist? Wir „Kleinen" können dies kaum, weil wir die Orderlage nicht überblicken können. Die grossen Institute schon oder auf jeden Fall besser. Daher haben diese einen grossen Vorsprung.
Die einzige Methode, wie wir „Kleinen" diesem Risiko entgegentreten können, ist von dem Markt in diesen Zeiten fern bleiben.
Die neue Methode
Die neue Methode bedeutet, so viele Wirtschaftdaten ins Leben zu rufen, dass man nicht mehr fern bleiben kann. Ausser man möchte nicht mehr handeln. Waren vor einem Jahr noch wenige Wirtschaftsdaten pro Woche veröffentlicht worden, so gibt es ausser Montag keinen Wochentag mehr ohne Wirtschaftsdaten. Und wenn keine Wirtschaftsdaten veröffentlich werden, dann stehen Wahlen in den USA an.
Auch gibt es Wirtschaftsdaten, die vor einem Jahr noch keine Rolle spielten. Jetzt plötzlich ist fast jede Veröffentlichung willkommen, um einen Anlass zu nehmen, um auf den Markt zu springen oder nicht. Vor einem Jahr war der ZEW-Index noch fast
jedem unbekannt. Heute hält der Markt die Luft an, wenn die Zahlen über den Ticker laufen.
Amerika feierte neulich seinen 300 Millionsten Einwohner. Ist es wirklich so entscheidend, ob 15.000 oder 17.000 neue Arbeitslosenanträge gestellt werden? Wer ein wenig %-Rechnen kann, der gibt mir wahrscheinlich recht.
Dieses ganze Datengehabe ist nur ein Vorwand, um Märkte in eine gewisse Richtung zu handeln und ich finde, es nimmt überhand. Ändern können wir es nicht, aber wir können das ganze System ein wenig umgehen (austricksen), in dem wir nicht diesem Spiel folgen.