And I`m busted

in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
vom


von Bill Bonner

“My bills are all due
And the kids all need shoes
And I’m busted

“Coffee is down
To a quarter a pound
And I’m busted.


“I went to my brother to ask for a loan
’Cause I was busted

I took the bait like a dog takes a bone
’Cause I was busted

“My brother said there ain’t a thing I can do
My wife and my kids are all down with the flu
And I was just thinkin’ ’bout callin’ on you
’Cause I’m busted...”

Der alte Song von Ray Charles könnte bald wieder in Mode kommen. Während der Jahre des Booms in den 90ern und 00ern ergab der Song für die Leute keinen Sinn. „Warum nimmt er dann nicht einfach seine Kreditkarte“, fragten sie sich. „Er könnte doch auch sein Haus refinanzieren.“

Doch heute werden Kredite immer knapper und die Pleiten immer zahlreicher. Zumindest ist es das, womit ich rechne. Das Ende der letzten Woche brachte gemischte Schlagzeilen. Der Dow ist um 120 Punkte gefallen. Der Dollar ist leicht gestiegen und ließ den Euro mit mehr als 1,57 Dollar zurück. Gold hielt sich bei knapp über 950 Dollar.

Das Wall Street Journal nennt die letzten zehn Jahre „ein verlorenes Jahrzehnt” für die Aktionäre. Der S&P ist heute ungefähr dort, wo er 1999 auch war. Die Aktienmarktinvestoren sind um zehn Jahre älter und weiser, aber um keinen Penny reicher.

Und jetzt fangen sie an, sich Gedanken über den Gesamtplan hinter der Sache zu machen. Der Aktienmarkt sollte sie eigentlich reich machen. „Aktien auf lange Sicht“, war das Mantra der späten Neunziger. Kaufen… Halten… und man konnte nichts falsch machen.

Doch zehn Jahre scheinen eine lange Zeit zu sein. Wenn sie in dem einen Jahrzehnt nicht steigen, warum sollten die Käufer dann glauben, dass sie im nächsten steigen? Und abgesehen davon wird der S&P auch heute noch mit einem KGV von 18 verkauft – und das ist nicht günstig. Es scheint mir wahrscheinlicher, dass die Aktien auch in den nächsten zehn Jahren eher fallen als steigen.

Und dann ist da natürlich auch noch der Immobilienmarkt. Vor zehn Jahren zweifelten wenige Menschen daran, dass sie, wenn sie ihr Geld einfach in Eigentum stecken und es dann da ließen, am Ende einen guten Profit machen würden.

Und lange Zeit schien es auch wahr zu sein. Aber heute fallen die Hauspreise zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte im ganzen Lande. Sie sind gegenüber dem Gipfel bereits um 11% gefallen… und das führt die Ökonomen dazu, dass sie denken, dass noch weitere 20% bis 30% vor uns liegen.

Schlimmer noch ist, dass die Amerikaner heute feststellen, dass es eine ganze Menge Geld kostet, eine Position in Immobilien zu halten. Rechnungen müssen bezahlt werden – Steuern, Geräte, Unterhalt… und die Preise dafür scheinen gerade alle zu steigen.

All dem könnte man noch hinzufügen, dass die Löhne in den USA nicht steigen.

Diese unbequeme Wahrheit wurde – mehr als 30 Jahre lang – durch die steigenden Haushaltseinkommen und die steigende Verschuldung maskiert.

Effektiv sind die Löhne nicht gestiegen, aber es haben mehr Amerikaner gearbeitet und sie haben mehr Stunden abgeleistet. Und dann haben sie sich ihren Kreditkarten zugewandt und den Finanzierungen über die Häuser, um ihre Kaufkraft zu steigern. Diese beiden Wege sind in jüngster Zeit in Sackgassen gemündet.

Aber hier kommt ein heller Fleck am Horizont. Laut eines Berichtes von Bloomberg zeigen die Bemühungen der Zentralbank, die Kredite zu lockern, ihre Wirkung. Die Neueinstufungen von Hypotheken sind ein deutlich geringeres Problem als erwartet – denn diese Neueinstufungen sind an den Libor gebunden, der durch die Aktionen der Zentralbank nach unten gedrückt wurde.

Natürlich verliert auch heute noch eine Rekordzahl von Leuten ihre Häuser – aber das liegt nicht mehr notwendigerweise an den Neueinstufungen der Hypotheken. Hinzu kommt, dass sich die Regierungsvertreter mit verschiedenen Plänen befassen, die Hausbesitzer vor den kommenden Wahlen mit Finanzspritzen zu versorgen.

Keine der Parteien will es mit langen Schlangen wütender, obdachloser Wähler zu tun haben, die sich im November hinter den Urnen versammeln. Aber das Übel, das sich über Amerika ausbreitet, ist mehr als eine Sache der Zahlen.

Vor zehn Jahren schien Amerika noch unverwundbar. Das amerikanische Geld stand an der Spitze der Welt. Das Militär konnte es mit dem gesamten Rest des Planeten aufnehmen, wenn es nötig werden sollte. Die Aktien schossen in den Himmel. Die Hauspreise stiegen. Die Finanzinsitutionen waren die dynamischsten, innovativsten und solidesten weltweit. Nichts konnte Amerika aufhalten.

Damals behauptete ich, dass wenn einen nichts aufhalten kann, alles für einen Stillstand sorgen wird. Und in diesem Falle ist es auch so gekommen. Zehn Jahre später haben sich die Aktien überhaupt nicht bewegt… die Hauspreise sind auf Talfahrt… das Pentagon sitzt in einem billionenschweren Krieg fest, den es niemals gewinnen kann… und die Wall Street hat sich selbst als ungeschickt und dumm enttarnt.

Mehr noch: Die Fantasievorstellung ist gescheitert. Die Amerikaner gestatteten sich selbst eine so gewaltige Täuschung, dass sie die Götter schon fast anflehten, sie zu strafen.

„Sie arbeiten, wir denken“, lässt sich die Täuschung zusammenfassen. Sie gaben sich selbst der Illusion hin, dass sie durch den neuen Post-Reagan-Kapitalismus in Verbindung mit dem Internet reich werden würden, ohne dass sie Geld sparen müssen… oder wirklich etwas herstellen müssen. Sie dachten, der Rest der Welt würde ihnen unbegrenzten Kredit gewähren – auf Ewig.

Jetzt fallen die Schuppen von ihren Augen… sie sehen wieder klarer. Die Folge ist, dass das Verbrauchervertrauen auf den geringsten Wert in dreißig Jahren gefallen ist. Die meisten Menschen denken, dass es schlecht aussieht… und nur wenige denken, dass es besser werden wird. In der Geschichte solcher Umfragen haben noch nie so wenige Menschen damit gerechnet, dass ihr Einkommen in den nächsten sechs Monaten steigen würde – weniger als 15% der Befragten.

Aber ich bin immer optimistisch.

Ja, die Amerikaner werden pleite sein und von der Realität der wahren Welt des 21 Jahrhunderts geschlagen – aber letzten Endes werden sie viel besser dastehen.

von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben