Anarchie in der U-Bahn

Joel Bowman in Kapitalschutz Akte
vom


Nur wenn man absurd lebt, ist es möglich, aus dieser unendlichen Absurdität auszubrechen."

- Horacio Oliveira

Wer sind diese Leute? Jung, alt, weiß, schwarz, hässlich, hübsch, hübscher und auch betrunken. Manche von ihnen sind ziemlich betrunken. Gut für sie...

Ich war in der U-Bahn, auf dem Weg von Basilique de Saint-Denis zurück zur 5ten, nach einem Dinner mit einigen neuen Freunden. Paella und Beaujolais, in ungleichen Portionen. Eine warme Nacht. Der alte Wagen ratterte und quietschte um die Ecken und hielt an nahezu menschenleeren Haltestellen. Ich begann abzudriften, vom Schaukeln des Zuges in Träumereien eingelullt mit einem leisen Rauschen um mich herum.


Wer sind diese Leute? Was sind ihre Träume, ihre Geschichten? Feiern sie... oder sind sie voller Bedauern? Was erwarten sie? Werden sie das jemals bekommen?

Ein Mann ein paar Reihen vor mir las in einem zerfetzten Roman. In Paris liest jeder in der U-Bahn. Manche von ihrem Smartphone oder, wie dieser Gentleman, im Old-School-Style. Papier. Tinte. Eselsohren von anderen. Ein unbekannter Name auf einer leeren Seite, kurz vor den Danksagungen. Weitere unbekannte Namen von Menschen, die ich nie treffen werde, aber denen der Autor danken wollte. Ich erkannte den Titel La Peste. Camus. Wahrscheinlich hat es jeder Franzose gelesen, mindestens einmal.

Muss das Buch noch einmal lesen. Das muss auf meine Liste. Und die Laissez-Faire Bücher. Und Les Belles Lettres. Und ...

Alle paar Stationen blickte der Mann auf.

Wann hat der letzte tote Existentialist ihn dazu gebracht, seine Haltestelle zu verpassen?

Mensch für Mensch füllte sich der Wagen. Bald verschwand der Mann, versteckt hinter der Cordhose eines anderen Mannes und gelegentlich in einer Kurve hinter dem Kleid von Mr. Cordhoses Frau. Maxikleid wird diese Art genannt. Perfekt dazu geeignet, Fremdes zu verbergen, in jedem Zug. Arme griffen nach den Halterungen, als sich noch mehr Menschen rein drängten. Immer mehr unterschiedliche Sprachen waren vertreten. Russen zu meiner Linken. Babelfisch im Tunnel!

Zum ersten Teil von: Mehr Kredit gegen die Depression

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Kommentar von Manfred Josef Mailänder

Wortmüll -der hätte vermieden werden können Schaden für die Zeit

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