An der Wall Street läuft es wie geschmiert, ist der Markt überkauft?
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 21. Februar 2012, 16:00 Uhr
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in den Medien werden Sie jetzt immer öfter lesen, dass der Aktienmarkt „überkauft" sei.
Mit der relativen Stärke ist es aber so, dass es am Markt verschiedene Methoden gibt, die Stärke einer Aktie zu messen. Verändert sie ihr Stärkeprofil gemessen am eigenen Kursverlauf oder im Vergleich zu Wettbewerbern?. Lassen sich mich das anhand eines Beispiels erläutern. Angenommen Sie trainieren für den Berliner oder New Yorker Marathon. Dann trainieren Sie zu Anfang vielleicht alleine und nur mithilfe Ihrer Stoppuhr. Sie wissen dann nach dem Training, ob Sie sich im Vergleich zu Ihrer vorherigen Leistung verbessern konnten, mehr aber auch nicht. Wie aber sind Ihre Leistungen in Ihrer Altersgruppe, gemessen gegen alle anderen Gruppenmitglieder? Sind Sie besser oder schneiden sie schlechter ab. Genauso müssen Sie sich das mit den Aktien vorstellen. Sie wollen aber nicht nur die Gewinneraktien identifizieren, sondern auch frühzeitig wissen, ob Ihr Favorit zu schnell gestartet ist und ihm frühzeitig die Puste ausgehen wird. Das können Sie mit dem RSI und der Intermarket-Analyse im Ratiochart (s. unten) untersuchen.
Die relative Stärke wird in der technischen Analyse als RSI bezeichnet. RSI steht für Relative Strength Index und bezeichnet einen Oszillator, der in einer festen Spanne zwischen 0 und 100) pendelt.
Kleiner Exkurs zum Thema überkauft/überverkauft: Ein RSI-Index, der oberhalb von 80 Prozent notiert, wird landläufig als „überkauft" bezeichnet. Fällt er auf unter 20 Prozent, wird er als überverkauft bezeichnet (80:20-Regel). Aber Vorsicht: Der Markt kann sich lange in einer Extremsituation aufhalten, bevor er korrigiert. Besser ist es, eine Handelsregel zu definieren, die erst dann den Trade auslöst, wenn sich tatsächlich eine Korrektur abzeichnet. Das lässt sich bewerkstelligen, indem Sie erst verkaufen, wenn der RSI die überkaufte Zone nach unten verlässt,und erst kaufen, wenn der RSI zu steigen beginnt und die 20-Prozent-Zone nach oben verlässt. In machen Fachbüchern finden Sie auch den Hinweis auf die 70:30-Regel. Lassen Sie sich nicht verwirren und schauen Sie sich den Handelsverlauf der letzten Monate und Jahre an. Es gibt sehr volatile Aktien, die ihre besten Handelssignale mit der 80:20-Regel generieren. Viele Trader agieren auch nach dem Grundsatz: Je kleiner das Zeitfenster ist, in dem gehandelt wird, umso höher ist die Verhältniszahl. Also, häufig finden Sie die Empfehlung, im Tageschart nach der 80:20-Regel zu arbeiten und im Wochenchart nach der 70:30-Regel.
Aber kommen wir zurück: Im RSI wird das Verhältnis der Aufwärts- zu den Abwärts-Schlusskursen innerhalb des Betrachtungszeitraums berechnet.
Zum zweiten Teil von: Mit Ratiocharts die Signale aus verschiedenen Sektoren nutzen