Amerikas Wirtschaft wird relativ gesehen ein wenig kleiner
Barry Ritholtz in Traders Daily
vom 26. März 2009, 12:00 Uhr
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In den vergangenen Jahren, habe ich bei Konferenzen einen Vortrag gehalten, der den Titel: „Die Gesundschrumpfung Amerikas" hatte. In diesem Vortrag geht es um eine Tatsache des Lebens: Amerikas Wirtschaft wird ein wenig kleiner. Diese Schrumpfung wird wohl eine Jahrhundert-Veränderung sein, und nicht zyklisch.
Doch das hat den Hauch einer Übertreibung. Was es wirklich bedeutet ist, dass die amerikanischen Verbraucher ein weniger auffälliges Konsumverhalten an den Tag legen werden, als sie es gewohnt waren. Die Tage, an denen die Verbraucher für 70% des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts verantwortlich sind, liegen vermutlich hinter uns.
Ich gehe davon aus, dass die Wirtschaft wieder dahin zurückkehren wird, dass die Verbraucher 65% des Bruttoinlandsprodukts ausmachen werden - denn das ist ein haltbares Niveau, das schon vor dem Boom bei Krediten und Immobilien in den ersten Jahren des Milleniums existierte.
Damit verschwindet das auffällige Konsumverhalten der neunziger und nuller Jahre... Mager und grün ist in, grotesk und verfressen ist out. Schrumpft die Häuser in den Vororten. Ersetzt den Geländewagen durch ein Auto, das Sprit spart. Spart anstatt zu konsumieren.
Das ist deutlich mehr als ein philosophischer Blickwinkel - es ist das, was alle Wirtschaftszahlen im vergangenen Jahr praktisch herausposaunt haben.
Es wird einen gewaltigen Einfluss auf die Wirtschaft insgesamt haben. Und die Unternehmen werden dann einen Teil der Flaute aufnehmen müssen. Kapitalausgaben werden irhen Teil leisten müssen, wenn das Gleichgewicht zwischen dem Verbraucherkonsum und dem Geschäftskonsum auf ein normaleres Verhältnis zurückkehrt.
Im aktuellen Umfeld ist es wahrscheinlich, dass sich die Unternehmen auf solche Investitionen konzentrieren werden, die sich sehr schnell auszahlen. Das bedeutet Ausgaben für Informationssoftware und Möglichkeiten, Energie-effizienter zu arbeiten.
Aber das ist alles reinste Raterei. Berücksichtigt man die aktuellen Zahlen, dann darf man mit den folgenden Veränderungen in einer neuen, schmaleren amerikanischen Wirtschaft rechnen:
Deflation bei den Vermögenswerten: Wertpapier-Portfolios sind im Schnitt um 40% eingebrochen. Die Dividenden sind gekürzt, Aktienkäufe werden abgesagt. Selbst bei der jüngsten Erholungsphase sind die Aktien immer noch 40% weniger Wert als zu Spitzenzeiten. Und im ganzen Land sind die Preise für Wohnimmobilien um 25% gefallen.
- Verbraucherausgaben: Ein signifikanter Rückgang, nachdem die Vereinigten Staaten das schlechteste Vorweihnachtsgeschäft in 40 Jahren verzeichneten. Das Paradox der Sparsamkeit - die Leute sparen in einer Zeit, in der die Wirtschaft erfordert, dass sie Geld ausgeben - hat die Sparrate wieder in den positiven Bereich steigen lassen. Ein auffälliges Konsumverhalten der Verbraucher wurde durch bewussten Kapitalerhalt ersetzt.
- Diese Liste wird fortgesetzt.