Amerikas erstes Finanzgenie wird 300
Von Dr. Mark Skousen in Investoren Wissen
vom 12. Januar 2006 16:00 Uhr
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Am 17. Januar feiern wir den 300 Geburtstag von Benjamin Franklin.
Ben Franklin hat den größten Anteil am Wohlstand in den Staaten. Er war das erste Finanzgenie in den USA. Er schrieb das erste erfolgreiche Buch für Autodidakten. Nämlich seine Biographie. Selbst die großen der Geschäftswelt wie Andrew Carnegie oder Warren Buffett hielten viel von Franklin's Ratschlägen.
Franklin zählt zu den 100 reichsten US-Bürgern, die jemals lebten
Franklin hatte Erfolg wie kein anderer. Er baute ein Vermögen aus dem Nichts auf und war der einzige Gründervater, der es unter die 100 reichsten Amerikaner in der Geschichte der Staaten brachte. Er verbesserte den Wohlstand der US-Bürger beispielsweise mit dem Franklin Ofen, seiner Straßenbeleuchtung oder Ferngläsern.
Politisch gesehen sollte er als der Mit-Vater der Nation bezeichnet werden. Während Washington den Krieg zu Hause gewann, schaffte Franklin es im Ausland. Ohne Franklin's hervorragende Diplomatie hätten die Franzosen die Staaten niemals militärisch und finanziell – mit mehr als 1 Milliarde $ – unterstützt und so die Unabhängigkeit der USA von Großbritannien ermöglicht.
Franklin wurde 84 Jahre alt. Selbst nach seinem Tod im Jahr 1790 beeinflusste er noch viele Amerikaner mit der Veröffentlichung seiner Memoiren. Es ist die bekannteste Autobiographie, die jemals geschrieben wurde und gleichzeitig der erste Leitfaden der Nation: "The Way to Welth."
Franklin war in seinem Leben dermaßen beschäftigt, dass er seine Biographie nie zu Ende schrieb. Die originale Autobiographie endet plötzlich im Jahr 1757, als er erst 51 Jahre alt war. Er lebte dann aber noch 33 ereignisreiche Jahre. So ziemlich die stürmischsten in der Geschichte der USA: Beispielsweise mit der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung, oder als Botschafter in Frankreich und als Delegierter bei der Verfassungsgebung.
Franklin's Erfolgsgeheimnis
Als Nachfahre Franklins in der 8 Generation habe ich seine Privatkorrespondenz und Tagebücher durchgesehen und die Quelle seines Erfolgs gefunden. Sie ist ganz einfach: Eigentlich nichts anderes als praktische Kenntnisse und gutes Benehmen.
Im Geschäft arbeitete er länger, als seine Konkurrenten und Kollegen. Er blieb im Wettbewerb um neue Drucktechniken vorne und entwickelte bessere Produkte.
Während seines gesamten Lebens und Wirkens legte er mehr als jeder andere den Grundstock für die Schaffung von Wohlstand in unserem aufstrebenden Land.
Seiner Meinung nach schafft man ein Vermögen durch zwei Dinge: Fleiß und Sparsamkeit. Er rät: Verschwenden Sie weder Geld noch Zeit, sondern nutzen Sie beide so gut wie es geht!
Franklin's größte Stärke
Seine größte Begabung lag in der Kommunikation und dem Aufbau von starken persönlichen Beziehungen. In Philadelphia gründete er beispielsweise einen Club für Handwerker, in dem diese freitags zusammenkamen und über Moral, Politik und Naturphilosophie diskutierten. Er entwickelte eine Strategie, wie er sogar noch seinen Feinden ein Freund werden konnte: Er vermied Rechthaberei und redete nicht schlecht über andere und blieb ziemlich bescheiden.
In der Politik hatte Franklin so großen Erfolg, weil er sich auf Projekte konzentrierte, die jeder unterstützte. Wer konnte schon gegen den Bau eines Krankenhauses, einer Universität, einer Feuerversicherung oder einer Bibliothek sein?
Das große Charisma des Politikers
Der einzige von den Gründervätern, der ansprechbar war, war Franklin. Jeder konnte sich mit ihm zusammensetzen und ein Bier trinken. Washington war zu distanziert, Adams zu rechthaberisch und Jefferson zu imponierend. Nur Franklin konnte sagen: "Ich liebe Gesellschaft, ein Gespräch, ein Lachen, ein Gläschen und sogar ein Lied. Und ich genieße die ernsthaften Betrachtungen und klugen Bemerkungen der Alten."
Dabei waren nicht nur Männer gerne mit Franklin zusammen. Auch Frauen waren fasziniert von ihm. Als Botschafter in Frankreich entwickelte er eine enge Freundschaft mit Madam Brillion, Madam Helvetius und anderen Frauen aus der Gesellschaft. Jefferson bemerkte einmal, dass Franklin in Gegenwart von Frauen in eine Art Ekstase geriet. Die Puritaner John und Abigail Adams hielten das Verhalten der französischen Damen gegenüber dem alten Mann für ekelhaft.
Franklin, der seit dem Tod seiner Frau 1774 Witwer war, wollte Madam Helvetius heiraten, wurde aber abgewiesen. Tatsächlich war er trotz aller Gerüchte kein Lustmolch. Historiker sehen nämlich keinen Beweis dafür, dass er jede Menge unehelicher Kinder haben soll, wie seine Kritiker manchmal behaupteten. Er hatte nur einen einzigen illegitimen Sohn, William. Die Beziehung zu diesem verschlechterte sich allerdings, als William ein Soldat bei der britischen Armee während der Unabhängigkeitskrieg wurde.
Im Alter wurde Franklin tief religiös und war vom Einfluss Gottes auf das Leben der Menschen immer mehr überzeugt.
Gegen Ende des Unabhängigkeitskrieges war Franklin von der Zukunft der neuen Nation überzeugt. Er sagte: "Mit Gottes Segen wird Amerika ein großes und glückliches Land werden."