Amerikaner in Europa gegen Bush
Investors Daily
vom 25. Oktober 2004 18:00 Uhr
ENL5454
*** Der Goldpreis ist auf über 420 Dollar gestiegen. Der Ölpreis ist auf ein neues Rekordhoch geklettert. Und der Dollar ist gegenüber dem Euro auf ein 8-Monats-Tief gefallen.
Man sollte doch denken, dass dies Zeichen für eine "Inflation" sind. Aber offensichtlich nicht. Oder jedenfalls wird das am Anleihenmarkt nicht so gesehen. Denn die Kurse der US-Staatsanleihen sind in den letzten Tagen gestiegen.
Wie kann das sein?
Meine Einschätzung bleibt: Die Wirtschaftslage wird nicht besser, sondern schlechter. Deflationärer Druck – durch China, durch die alternde Bevölkerung, durch die Schulden – ist stärker als die Versuche, die Wirtschaft zu "reflationonieren". Die USA sinken in einen langen, soften Abschwung ...
Währenddessen fällt der Dollar gegenüber dem Euro, sogar trotz steigender US-Anleihenkurse. Und "E-Day" – der Tag, an dem der Welt das Benzin ausgeht – rückt näher.
*** Die Amerikaner in Europa – und die Europäer selbst – sind in ihrer überwältigenden Mehrheit gegen George Bush:
"Diese Neokonservativen sind sehr, sehr schlechte", sagte mein Freund, der letzte Woche eine BBC-Dokumentation zu diesem Thema gesehen hatte (ich hatte davon hier im Investor's Daily erzählt). "Es scheint ihnen nichts auszumachen, zu lügen. um das zu erhalten, was sie möchten. Sie denken, dass sie die Wächter der westlichen Zivilisation sind ... und dass die Nation hinter einer großen Sache zusammenstehen muss ... deshalb denken sie, dass Lügen gut ist, wenn es für eine solche große Sache ist. Und sie denken, dass sie eine solche große Sache erfinden können, hinter der die Nation zusammenstehen muss."
"Ich war überrascht, wie Rumsfeld und seine Gang damals in den 1970ern über die sowjetischen Waffen gelogen haben. Die Neokonservativen haben eine spezielle Kommission gegründet, die beweisen sollte, dass die Sowjetunion eine größere Bedrohung war, als CIA und Pentagon vorher geglaubt hatten. Und sie erstellten eine Analyse, die diese These bewies. Aber der Geheimdienst CIA sagte ihnen, dass jeder der größeren Punkte dieser Analyse eine Lüge war. Das gefiel mir ... der Geheimdienst CIA wusste, dass das Lügen waren, weil sie sie selbst gemacht hatten. Die Sowjets planten überhaupt keinen Angriff auf die USA. Die Sowjetunion zerfiel. Kissinger und CIA hatten Recht: Wir mussten nur abwarten."
"Aber Rumsfeld und Wolfowitz glaubten entweder die Lügen selbst, oder sie fanden sie nützlich ... und dann, selbst nachdem sie wussten, dass es Lügen waren, nutzten sie sie, um Reagan und die gesamte Nation irrezuführen. Und selbst heute scheint sich niemand daran zu stören, dass wir Milliarden ausgegeben für Waffen, die wir nicht brauchen ... und das dieses ganze Gerede vom 'Reich des Bösen' auf Lügen basierte. Nicht, dass die Sowjets nicht böse gewesen wären. Aber sie waren nur ein Teil des Bösen in der Welt. Auch die USA machen Fehler. Und auch sie haben von Zeit zu Zeit böse Menschen in hohen Positionen ..."