Amazon: Weihnachtsgeschäft enttäuscht – Aktie auf Talfahrt
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 1. Februar 2011, 14:30 Uhr
ENL5454
Für Einzelhändler ist die Weihnachtssaison die wichtigste Zeit des Jahres. Umso genauer wird hingeschaut, wenn die börsennotierten Konzerne über den Verlauf ihres Schlussquartals berichten. Vergangenen Donnerstag gab es dazu Zahlen von Amazon. Diese waren bereits mit einiger Skepsis erwartet worden. Denn Konkurrent Ebay hatte bereits glänzende Weihnachtsgeschäfte vermeldet, die angeblich deutlich besser waren als die von Amazon. Die Aktie verlor im Vorfeld der Berichtsveröffentlichung bereits mehr als 10%.
Dann kam der Donnerstag und nach Börsenschluss verlor die Amazon-Aktie noch mal rund 10%. Das Fazit könnte hier einfach lauten: "Gut ist den Börsianern bei Amazon längst nicht mehr gut genug". Denn wenn ein Erfolgsgarant patzt, dann wird abgestraft. Der weltgrößte Onlinehändler konnte mit einem Umsatzsprung im Gesamtquartal um 36% auf 13 Mrd. Dollar nicht über ein schlechter laufendes Weihnachtsgeschäft hinwegtrösten.
Um das Geschäft anzukurbeln, setzt der Konzern auf niedrige Preise, gibt viel Geld für Werbung aus und investiert kräftig in sein Liefersystem. Das aber schwächt zunehmend den Gewinn, was sich bereits in den vorangegangenen Quartalen abzeichnete. Zum Jahresende verdiente Amazon 416 Mio. Dollar und damit eher dürftige 8% mehr als im Vorjahreszeitraum. Im kommenden Quartal erwartet das Management um Gründer und Unternehmenschef Jeff Bezos sogar einen Gewinnrückgang. Der Umsatz soll weiterhin deutlich zulegen.
Erstmals hat der einstige Pionier des Online-Buchhandels mehr digitale als analoge Taschenbücher verkauft. Mit dem Erfolg des noch vergleichsweise jungen Geschäfts habe Amazon einen Meilenstein erreicht und die eigenen Prognosen übertroffen, sagt Bezos.
Fazit: Amazon bleibt vor allem für langfristige Anleger absolut interessant. Denn das Konzept stimmt nach wie vor. Kurzfristig kann es hier immer wieder zu heftigen Ausschlägen kommen.
ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Frank Martin (03.02. 2011 16:03 Uhr):
Es ist sicher nicht überzubewerten, doch bin ich mir nicht sicher, wie andere Leute, die ähnliche Erfahrungen wie ich als Verkäufer von Gebrauchtartikeln machen, damit umgehen werden: Amazon bewirbt eine A-Z-Garantie, die auch für Verkäufer gilt, die nur kleine Posten nicht mehr benötigter gebrauchter Bücher oder CD's über Amazon verkaufen. Diesen oft privaten Verkäufern wird entgegen aller Gepflogenheit neben erheblichen Gebühren auch eine Haftung für Diebstahl und Fehleinwürfe der Post aufgebürdet. Im Verlustfall haben die Verkäufer nicht nur alle Kosten zu tragen, sie werden auch mit dem zeitweisen Zurückhalten eines weiteren Betrages in Höhe des Gesamtpreises des nicht zugestellten Produktes geärgert. In anbetracht der Tendenz, daß immer mehr Menschen nicht mehr benötigte Güter so für ein paar Euro wieder loswerden wollen, erscheint die deutliche Bevorteilung der Käufer zulasten der Verkäufer durch amazon in einem anderen Licht. Dieser extreme sog. Verbraucherschutz, der sich auf diese Weise gegen immer mehr Menschen wendet, die sich bisher selbst nur als Verbraucher ansahen, ist sicher nicht nur ein Erfolgsgarant.
Antworten
weitere Ausgaben von
Insider Daily
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Freitag, 18. Mai 2012
Mittwoch, 16. Mai 2012
Dienstag, 15. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Sicheres Geld Dynamik Depot
Ihr Tradingsystem für kurzfristige Gewinnchancen
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Sicheres Geld Dynamik Depot